ADAC warnt vor erster großer Sommerreisewelle – Staus auf Autobahnen ab Freitagmittag
München, 23 Juni 2026
Carsten Wolff für das Bundesministerium der Finanzen und die Deutsche Post AG / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Wegen des Ferienbeginns in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland rechnet der ADAC am kommenden Wochenende mit einer ersten großen Sommerreisewelle. Auf klassischen Reiserouten in Richtung Süden sowie zur Nord- und Ostsee ist ab Freitagmittag mit starkem Verkehr und zahlreichen Staus zu rechnen.
München, 23 Juni 2026
Der ADAC rechnet wegen des Ferienbeginns in drei Bundesländern am kommenden Wochenende mit einer ersten großen Sommerreisewelle und warnt vor Staus auf zahlreichen Autobahnen.
Erste große Sommerreisewelle
Der ADAC rechnet wegen des Ferienbeginns in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland am kommenden Wochenende mit einer ersten großen Sommerreisewelle. „Bereits ab Freitagmittag sei dort mit starkem Reiseverkehr zu rechnen“, teilte der Automobilclub in München mit. Der Club warnt auf verschiedenen Routen vor Staugefahr.
Zu den besonders belasteten Staustrecken gehören die klassischen Reiserouten in Richtung Süden sowie die Strecken zur Nord- und Ostsee. Der ADAC warnte, „auf den klassischen Reiserouten in Richtung Süden sowie zur Nord- und zur Ostsee sei bereits ab Freitagmittag mit starkem Verkehr zu rechnen“. Auch auf den wichtigen Urlaubsrouten im Ausland ist Geduld gefragt.
Problemstrecken im In- und Ausland
Als besonders anfällig gelten laut ADAC die Problemstrecken Tauern-, Fernpass-, Inntal-, Brenner- und Gotthardroute. Zusätzlich beginnen auch in mehreren europäischen Nachbarländern die Sommerferien, etwa in Teilen der Schweiz, in Polen und Dänemark, was den Druck auf die grenznahen Autobahnen zusätzlich erhöht.
Neben dem Reiseverkehr sorgt eine hohe Zahl von Baustellen für Verzögerungen. „Hinzu kämen die Belastungen durch mehr als 1.000 Baustellen“, so der ADAC. Belastungen ergeben sich laut ADAC auch durch bundesweit mehr als tausend Autobahnbaustellen. „Dort sei vermehrt mit stockendem Verkehr und Staus zu rechnen“.
Baustellen verschärfen die Lage
Am Samstag komme zusätzlicher Ausflugsverkehr in die Naherholungsgebiete hinzu, wie der Automobilclub mitteilte. Während am Samstag- und Sonntagabend verstärkt Rückreisewellen einsetzen dürften, bleibt die Lage auf vielen Strecken angespannt. Der ADAC rät Autofahrern, den Tank oder die Batterie ausreichend zu füllen und Getränke mitzuführen.
Der ADAC empfiehlt, die Fahrt in den Urlaub nach Möglichkeit am Sonntag oder Montag anzutreten, um dem größten Andrang zu entgehen. Der Club warnt zudem vor Staus bereits ab Donnerstagnachmittag, wenn Berufsverkehr und Reiseverkehr in beiden Richtungen – nordwärts und südwärts – zusammenfallen.
Der ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Herda wies darauf hin, dass Straßen und Brücken in schlechtem Zustand seien. „Die Fahrbahnen sind marode, die Brücken sind marode, es ist dringend, hier was zu machen“, sagte Herda. In Einzelfällen müssten Brücken vollständig gesperrt werden, nannte er die aktuelle Situation in Bonn als Beispiel.
Schlechte Infrastruktur als Ursache
Hauptursache seien jahrzehntelang aufgeschobene Sanierungen. Hessen Mobil erklärte, dass Bauarbeiten grundsätzlich in die Sommerferien gelegt würden, weil dann der Berufsverkehr geringer ausfalle. Gleichzeitig stieg die Zahl der Baustellen in Hessen während der Ferien um 45 zusätzliche Projekte an. In den Sommerferien kommen insgesamt 45 hinzu.
Auch auf den hessischen Autobahnen sind wichtige Achsen betroffen. Die A3 zwischen dem Mönchhof-Dreieck und dem Wiesbadener Kreuz erhält eine neue Fahrbahn. Die A4 zwischen Friedewald und dem Kirchheimer Dreieck in Osthessen ist nur eingeschränkt befahrbar. Die A45 ist zwischen Wetzlar-Ost und dem Wetzlarer Kreuz teilweise eingeschränkt.
Die A7, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands, wird auf mehreren Abschnitten durch Baustellen verengt. Hessen Mobil verzeichnet derzeit rund 45 Baustellen auf Bundesstraßen und rund 70 auf Landesstraßen in Hessen. Auch auf der A60 und der A66 wird gebaut.
Einschränkungen auf der Schiene
Nicht nur Straßen, auch das Schienennetz ist betroffen. Die Deutsche Bahn verweist auf ihre Online-Informationsdienste und Apps wie den DB Navigator, in denen Baumaßnahmen, Umleitungen und Ersatzverkehre aufgeführt sind. „Wir müssen die Infrastruktur modernisieren und es wird keinen perfekten Zeitpunkt dafür geben“, erklärte ein Bahn-Sprecher.
Während der Ferien sind auf der Lahn-Kinzig-Strecke, den Strecken Fulda–Bebra und Bensheim–Bürstadt sowie auf der linksrheinischen Strecke zwischen Köln und Mainz vorübergehende Einschränkungen zu erwarten. Ab dem 10. Juli sind Gleis- und Weichenerneuerungen zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Frankfurt-Niederrad geplant, was den Regional- und S-Bahn-Verkehr einschränkt.
Am Knoten Mainz laufen weiterhin Arbeiten. Am rechten Rheinufer laufen die Vorbereitungen für die Korridorsanierung der linksrheinischen Strecke, deren große fünfmonatige Vollsperrung am 10. Juli beginnt. S-Bahnen und Regionalzüge über Frankfurt-Höchst sind in den kommenden Wochen ebenfalls von Baumaßnahmen betroffen.
Tipps und App-Hinweise des ADAC
Der ADAC arbeitet nach eigenen Angaben an einer bundesweiten Übersicht kommunaler Baustellen, die sich derzeit noch in einer Testversion befindet und noch nicht alle Kommunen umfasst. Damit sollen sich Autofahrer künftig besser auf alternative Routen einstellen können.
Diese Nachricht wurde am 23.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Insgesamt verdeutlicht die Prognose des ADAC, dass Auto- und Bahnfahrer in den kommenden Wochen mit deutlich mehr Reisezeit rechnen müssen.
Neben Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz beginnt in keinem weiteren Bundesland zeitgleich die Ferienzeit, wie der ADAC betonte. Damit konzentriert sich die erste große Reisewelle auf drei Länder, deren Autobahnen zugleich stark frequentierte Transitstrecken Richtung Süden sind.
Fragen & Antworten
In welchen Bundesländern beginnen jetzt die Sommerferien?
Die Sommerferien beginnen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In keinem weiteren Bundesland starten die Ferien zeitgleich.
Auf welchen Strecken erwartet der ADAC die meisten Staus?
Besonders betroffen sind laut ADAC die klassischen Reiserouten in Richtung Süden, die Strecken zur Nord- und Ostsee sowie die Tauern-, Fernpass-, Inntal-, Brenner- und Gotthardroute.
Warum sind im Sommer so viele Autobahnen gleichzeitig Baustelle?
Der ADAC nennt bundesweit mehr als 1.000 Autobahnbaustellen; Hessen Mobil verlegt Bauarbeiten bevorzugt in die Ferienzeit, weil dann weniger Berufsverkehr herrscht. Der ADAC-Experte Wolfgang Herda sieht die Ursache in jahrzehntelang aufgeschobenen Sanierungen.