Die A40 ist zwischen den Anschlussstellen Mülheim-Heißen und Mülheim-Winkhausen seit Freitagabend um 21.00 Uhr in beiden Richtungen voll gesperrt; die Sperrung soll bis zum 22. Juni andauern, weil Fachleute das Gelände vor dem Abriss und Neubau zweier Brücken auf mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen.
Was ist neu seit dem 9. Juni
Update vom 12. Juni 2026: Die Vollsperrung der A40 zwischen Mülheim-Heißen und Mülheim-Winkhausen läuft seit dem späten Freitagabend. Am Morgen nach dem Start hat ein WDR-Reporter direkt an der Strecke mit Anwohnern gesprochen, die am Donnerstag zuvor noch ahnungslos waren – oder sich mit Galgenhumor auf die kommenden Tage einstellen.
Hintergrund: Warum die A40 zwischen Mülheim-Heißen und Mülheim-Winkhausen gesperrt ist
Anwohner und Pendler in Mülheim, Duisburg, Gelsenkirchen und Essen müssen sich auf erheblich längere Wege einstellen. Nach Angaben der Autobahn GmbH rollen auf dem Abschnitt zwischen Duisburg und Essen täglich 80.000 bis 90.000 Fahrzeuge; die ausgeschilderten Umleitungen führen über andere Autobahnen und dürften entsprechend voll werden. Die offizielle Umleitung von Duisburg in Richtung Essen führt schon am Kreuz Duisburg über die A59 zum Kreuz Duisburg Süd, dann über die A524 zum Kreuz Breitscheid und schließlich über die A52 zum Autobahndreieck Essen-Ost, wo es zurück auf die A40 geht. Dadurch verlängert sich die Strecke laut den Planungen von gut 20 auf knapp 40 Kilometer.
Die Betroffenheit vor Ort ist groß. David Richter, Handwerker aus Duisburg mit Schwerpunkt Dach- und Fassadensanierung, sagte: "Die Sperrung ist für uns katastrophal." Er rechne mit 40 Minuten zusätzlich durch die Umwege. "Die Autobahn gehört mit zu meinem Beruf", erklärte er. Sein Betrieb starte morgens um 7.00 Uhr mit den Transportern zu den Kunden – künftig müsse man noch früher los. Richter gehört damit zu denjenigen, für die der tägliche Wettbewerb um Minuten auf der A40 zur existenziellen Frage wird.
Pendler unter Druck: Handwerk und Außendienst
Auch David Fischer, der als Außendienstmitarbeiter täglich von Gelsenkirchen nach Mülheim pendelt, wurde erst durch das WDR-Gespräch auf die Sperrung aufmerksam. "Da wusste ich nichts von. Jetzt werde ich wohl noch früher aufstehen müssen und mein Wecker geht schon um 6 Uhr", sagte er. Seine Haltung bleibt dennoch pragmatisch: "Aber was sollen wir machen, wir können es nicht ändern."
Anwohner in Mülheim-Winkhausen: Zwischen Galgenhumor und Frust
Bei den Rentnern Hans und Angelika Kirchberg aus Mülheim-Winkhausen schlägt dem Ärger der Galgenhumor entgegen. Hans Kirchberg sagte: "Wir sind Rentner und hätten ja Zeit, aber die sind ja eigentlich immer am ungeduldigsten." Mit Blick auf die laufenden Sondierungen scherzte er: "Aber bei unserem Glück finden se bestimmt was." Seine Frau Angelika Kirchberg, die häufig nach Essen fährt, sieht das deutlich nüchterner. Sie rechne locker mit dreißig Minuten mehr Fahrzeit. Auf die Frage, wohin man überhaupt ausweichen solle, antwortete sie: "Wo sollen wir denn herfahren, es sind doch überall nur noch Baustellen? Ich müsste über die Altendorfer Straße, da kann man nicht mal eben schnell ausweichen."
