0:0 zwischen Belgien und Iran – Rote Teufel stolpern erneut und bangen um Gruppensieg
Los Angeles, 21 Juni 2026
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Kurzfassung
Im zweiten Gruppenspiel der Fußball-WM 2026 kam Belgien gegen Iran nicht über ein 0:0 hinaus und hat nach dem 1:1 zum Auftakt gegen Ägypten erst zwei Punkte auf dem Konto. Trotz klarer Feldüberlegenheit und zahlreicher Chancen scheiterten die Roten Teufel immer wieder am iranischen Schlussmann Alireza Beiranvand.
Los Angeles, 21 Juni 2026
Die belgische Fußball-Nationalmannschaft hat beim zweiten Gruppenspiel der WM 2026 in Los Angeles gegen Iran nur ein 0:0 erreicht und steht damit vor dem entscheidenden letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland unter Druck.
Die belgische Fußball-Nationalmannschaft ist bei der WM 2026 auch im zweiten Gruppenspiel ihrer Favoritenrolle nicht gerecht geworden. Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Auftakt gegen Ägypten trennten sich die Roten Teufel am Samstag im Stadion in Los Angeles 0:0 von Iran. Damit gehen die Belgier mit lediglich zwei Punkten in das letzte Gruppenspiel am kommenden Freitag (Samstag, 5.00 MESZ) gegen Neuseeland.
Von Beginn an zeigte Belgien eine offensive Ausrichtung. Trainer Rudi Garcia hatte seine Startelf im Vergleich zur Auftaktpartie auf vier Positionen verändert und unter anderem Romelu Lukaku in die Mannschaft beordert. Der Angreifer fiel jedoch bereits in der dritten Minute negativ auf, als er mit gestrecktem Bein in den iranischen Torhüter Alireza Beiranvand hineingrätschte und dafür von Schiedsrichter Dario Herrera aus Argentinien die Gelbe Karte sah. Damit war Lukaku, der nach seiner Einwechslung gegen Ägypten noch für Schwung gesorgt hatte, frühzeitig verwarnt und konnte nicht mehr mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe gehen.
Lukaku früh verwarnt
Die erste nennenswerte Torchance für Belgien hatte Maxim De Cuyper in der 9. Minute, doch Beiranvand war zur Stelle. In der 22. Minute scheiterte Kapitän Youri Tielemans mit einem Schuss auf das kurze Eck erneut am iranischen Schlussmann, der damit früh sein Können unter Beweis stellte. Auch De Cuyper fand in der 44. Minute aus spitzem Winkel erneut in Beiranvand seinen Meister, sodass es zur Pause beim torlosen Remis blieb.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Belgien weiter den Druck. Alexis Saelemaekers traf in der 50. Minute nur das Außennetz, und in der 59. Minute vergab De Cuyper die bis dahin beste Chance des Spiels. Die Belgier wirkten gegen die defensiv eingestellten Iraner zunehmend ideenlos, immer wieder scheiterten die Abschlussversuche an einem ausgestreckten Bein eines iranischen Verteidigers oder am überragenden Beiranvand. Auch in der 86. Minute fand De Cuyper bei einem erneuten Versuch nur den Torhüter.
Courtois verhindert Gegentor
Auf der anderen Seite musste Thibaut Courtois in höchster Not eingreifen, um einen Rückstand zu verhindern. Bereits in der 14. Minute zeigte der belgische Keeper seine ganze Klasse und parierte einen Distanzschuss. In der 81. Minute hielt Courtois einen Versuch von Ezatolahi im Nachfassen fest. Zwischenzeitlich hatte Irans Goalgetter Mehdi Taremi mittels eines Freistoßtricks sogar vermeintlich zum 1:0 getroffen, stand dabei jedoch knapp im Abseits.
Das 0:0 im ersten WM-Duell der beiden Nationen darf durchaus als Erfolg für den Außenseiter gewertet werden. Mit diesem Ergebnis brachte "Team Melli" erstmals die ersten beiden WM-Partien ohne Niederlage hinter sich. Die Iraner, die mit acht Ü30-Profis in der Startelf und einem Durchschnittsalter von 32 Jahren angetreten waren, zeigten eine defensiv disziplinierte Leistung und lauerten geschickt auf Konter.
Tehrangeles als Spielort
Die Partie fand vor 70.317 Zuschauern im Los-Angeles-Stadion statt, wobei die iranischen Anhänger in der Mehrheit waren. Im Großraum Los Angeles leben über 100.000 Menschen mit iranischer Abstammung, weshalb die Stadt auch den Spitznamen "Tehrangeles" trägt. Wie schon beim Auftaktspiel gegen Neuseeland wurde die iranische Nationalhymne von Teilen des Publikums ausgebuht, gleichzeitig feierten die Fans im Stadion jede gelungene Aktion der iranischen Mannschaft.
Bereits vor dem Spiel hatte es Proteste einiger Fans gegeben, und auch die politische Dimension des Duells war wieder ein Thema. Der iranische Trainer Amir Ghalenoei hatte sein Team im Vergleich zum 2:2 gegen Neuseeland auf drei Positionen umgestellt und Ehsan Haji Safi, Saleh Hardani und Hossein Kanaani neu in die Startelf beordert. Trotz der widrigen Umstände und kurzfristiger Änderungen bei der An- und Abreise in die USA, die sich für das in Mexiko stationierte Team nach Schikane anfühlten, zeigte die iranische Mannschaft eine starke Leistung.
Politische Dimension
Für Belgien, das nun bereits 15 Spiele in Serie ungeschlagen ist, geht es am letzten Spieltag der Gruppenphase gegen Neuseeland. Die "All Whites" hoffen auf Überraschungsmomente ihrer Angreifer Chris Wood und Elijah Just. Nach drei Unentschieden bei der WM 2010 und dem Remis gegen den Iran ist Neuseeland ebenfalls noch ungeschlagen bei diesem Turnier, was die Ausgangslage in Gruppe G nochmals spannender macht.
In Gruppe G haben nach dem ersten Spieltag alle vier Teams einen Punkt gestanden, was maximale Ausgeglichenheit bedeutete. Durch das 0:0 zwischen Belgien und Iran und den anderen Ergebnissen bleibt die Gruppe offen. Für Belgien bedeutet das Ergebnis, dass im letzten Spiel gegen Neuseeland unbedingt ein Sieg her muss, um sicher in die K.o.-Runde einzuziehen.
Gruppe G bleibt offen
Die Enttäuschung bei den belgischen Fans und Beobachtern war groß, hatte man doch einen klaren Sieg gegen die als schwächer eingeschätzten Iraner erwartet. Starspieler Kevin De Bruyne konnte wie schon beim 1:1 gegen Ägypten nicht überzeugen und lieferte eine enttäuschende Vorstellung ab. Auch Lukaku, der angeschlagen ins Turnier gestartet war und bei Napoli wegen Verletzungen saisonübergreifend auf keine 90 Minuten Spielzeit kam, blieb blass.
Besonders ärgerlich aus belgischer Sicht war die Tatsache, dass die Mannschaft trotz langer Feldüberlegenheit und zahlreicher Chancen nicht in der Lage war, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Die "Rote Karte nach Notbremse unstrittig" in der Schlussphase, als Ngoy als letzter Mann foulte und vom Platz gestellt wurde, machte die Sache nicht einfacher. In Unterzahl musste Belgien noch um den Punkt zittern.
Am Ende stand ein enttäuschendes 0:0 für Belgien, das die sportliche Krise der Roten Teufel bei dieser WM-Endrunde weiter verschärft. Trainer Garcia steht nun massiv unter Druck, denn gegen Neuseeland muss am Freitag unbedingt ein Sieg her, um das Minimalziel Achtelfinale doch noch zu erreichen. Ansonsten droht das vorzeitige Aus für die hoch eingeschätzten Belgier, die als einer der Turnierfavoriten galten.
Fragen & Antworten
Warum endete das Spiel zwischen Belgien und Iran 0:0?
Belgien konnte trotz klarer Feldüberlegenheit und zahlreicher Chancen kein Tor erzielen. Der iranische Torhüter Alireza Beiranvand hielt mehrere gefährliche Schüsse, darunter Versuche von Maxim De Cuyper und Youri Tielemans, und avancierte zum Matchwinner für sein Team.
Welche Konsequenzen hat das Ergebnis für die belgische Mannschaft?
Mit nur zwei Punkten aus zwei Spielen steht Belgien vor dem letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland unter Druck und braucht dort unbedingt einen Sieg, um sicher das Achtelfinale zu erreichen. Andernfalls droht das vorzeitige Turnieraus für den Mitfavoriten.
Wer war der beste Spieler auf dem Platz?
Auf iranischer Seite war Torhüter Alireza Beiranvand der herausragende Akteur, der mit mehreren Paraden das 0:0 sicherte. Auf belgischer Seite verhinderte Thibaut Courtois mit starken Reaktionen einen Rückstand durch die gefährlichen Konter der Iraner.