Zwayer WM-Debüt: Krampf in Seattle, Lob von Ittrich, Klopp | nachrichten360
Zwayer besteht WM-Debüt in Seattle – Krampf und Spieler-Massage in der Nachspielzeit
Seattle, 19 Juni 2026
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Kurzfassung
Der Felix Zwayer hat in Seattle sein WM-Debüt gegeben und die Begegnung zwischen den USA und Australien (2:0) trotz eines Krampfanfalls in der Nachspielzeit zu Ende gepfiffen. TV-Experten wie Patrick Ittrich, Jürgen Klopp und Bastian Schweinsteiger lobten seine Leistung übereinstimmend.
Seattle, 19 Juni 2026
Der Berliner Schiedsrichter Felix Zwayer hat bei der Fußball-WM in den USA sein WM-Debüt gegeben und die Gruppenpartie zwischen dem Co-Gastgeber USA und Australien (2:0) in Seattle geleitet, musste aber in der Nachspielzeit wegen eines Krampfes im linken Wade behandelt werden.
Das Stadion in Seattle, normalerweise als Football-Austragungsort genutzt, war mit 66.925 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauft. Bei Temperaturen von 28 Grad Celsius in der Mittagshitze stand Zwayer am Samstag vor einer besonderen Belastungsprobe. Am Ende stand für den 45 Jahre alten Berliner ein über weite Strecken souveräner Auftritt, der jedoch durch einen medizinischen Zwischenfall in den Schlussminuten überschattet wurde.
Sieben Gelbe Karten und ein Fauxpas
Zwayer verteilte in der Partie sieben Gelbe Karten – so viele wie kein anderer Schiedsrichter im Turnierverlauf bis zu diesem Zeitpunkt. In der dritten Minute der Nachspielzeit blieb der Referee im Rasen hängen, als er dem US-Spieler Chris Richards die Gelbe Karte zeigen wollte. Kurz darauf erlitt er einen Krampf im linken Wade.
Der Schiedsrichter blieb zunächst auf dem Spielfeld sitzen. Spieler beider Mannschaften eilten herbei und massierten seinen Unterschenkel. Der Assistent Christian Dietz und der australische Profi Aiden O'Neill halfen Zwayer, sich zu strecken. Anschließend konnte er wieder aufstehen und die Partie zu Ende pfeifen, bevor er gemeinsam mit seinen Assistenten das Spielfeld verließ. Das Stadion applaudierte, als er wieder auf den Beinen war.
Spieler eilen zur Hilfe
Für das zweite Tor der USA durch Verteidiger Alex Freeman in der 44. Minute hatte Zwayer zunächst auf Abseits entschieden, seine Entscheidung jedoch nach Rücksprache mit dem Videoassistenten Bastian Dankert korrigiert. Der Treffer zählte und trug wesentlich zum 2:0-Endstand bei. Zwayer verließ die Arena zunächst ohne Stellungnahme und ohne ein gesundheitliches Update.
Im deutschen Fernsehen wurde der Vorfall amüsiert, aber auch besorgt aufgenommen. MagentaTV-Moderator Johannes Kerner scherzte: „Er war der Einzige, den das Spiel in der zweiten Halbzeit umgehauen hat." Jürgen Klopp, der als Experte für den Sender arbeitet, sagte mit Blick auf die Chancen des Referees auf weitere Einsätze: „Wir hatten doch vor dem Spiel darüber gesprochen: Was muss ein Schiedsrichter tun, um weitere Spiele zu kriegen? Ich würde jetzt einfach mal annehmen, dass das nicht dazu beiträgt."
Scherze und Sorge im deutschen TV
Bastian Schweinsteiger witzelte, Zwayer habe sich in der 94. Minute auf dem Boden gewälzt und den Krampf nur gespielt. Patrick Ittrich zeigte sich besorgt: „Ich bin besorgt, muss ich sagen." Ittrich lobte zugleich die Leistung des Referees: „Er wirklich hervorragende Leistung: viel laufen lassen, gute Gelbe Karten. Das war wirklich top."
Ittrich verteidigte auch die Fitness von Zwayer. „Man will sich nicht nachsagen lassen, dass man nicht fit ist und derjenige ist, der hier ausgewechselt werden muss. Das ist bei Felix Zwayer überhaupt nicht so, weil der topfit ist." Zwayer selbst äußerte sich zunächst nicht zum Gesundheitszustand. Ob es sich lediglich um einen Krampf oder eine strukturelle Verletzung handelt, blieb zunächst offen. Die FIFA wurde um eine Stellungnahme gebeten.
Knut Kircher, Geschäftsführer der DFB Schiri GmbH, äußerte sich ebenfalls positiv über das WM-Debüt seines Schützlings. Er sagte der SID: „Felix hatte mit seinem ersten WM-Spiel einiges an Arbeit zu verrichten, hat das gut gemacht inklusive VAR-Support. Jetzt sind auch sie ins Turnier gestartet, was wichtig ist!"
Zwayer als einziger deutscher Referee
Hintergrund: Zwayer ist der einzige deutsche Schiedsrichter bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Das Turnier dauert fünfeinhalb Wochen, 48 Mannschaften spielen in 12 Vorrundengruppen um den Titel. Die Partie USA gegen Australien war Teil der Gruppenphase.
Zum Vergleich: Bei der WM 2018 in Russland war Felix Brych der deutsche Schiedsrichter und leitete nur eine Partie – das hochbrisante Gruppenspiel zwischen Serbien und der Schweiz, für das er scharfe Kritik einstecken musste. Bei der WM 2022 in Katar vertrat Daniel Siebert die deutschen Unparteiischen und bekam zwei Gruppenspiele zugewiesen.
Verletzungen unter Schiedsrichtern keine Seltenheit
Schiedsrichter-Verletzungen sind im internationalen Fußball keine Seltenheit. So hatte der argentinische Referee Facundo Tello im März in einer WM-Qualifikations-Play-off-Partie zwischen der DR Kongo und Jamaika eine Verletzung am linken Bein erlitten und musste ausgewechselt werden. Wenig später wurde er dennoch von der FIFA für die dritte WM-Partie zwischen Kanada und Bosnien-Herzegowina nominiert.
Trotz des Schreckmoments in der Nachspielzeit attestierten Ittrich, Klopp und Schweinsteiger Zwayer eine klare, konsequente und insgesamt überzeugende Spielleitung. Für den Berliner bleibt abzuwarten, ob die FIFA ihn angesichts des Vorfalls für weitere Partien einplant – oder ob er nach dem gelungenen, aber holprigen Einstand eine Pause bekommt.
Die Verletzung und Behandlung verzögerte das Ende der Partie zusätzlich. Am Ende stand ein 2:0 für die USA, die als Co-Gastgeberinnen des Turniers firmieren. Das Ergebnis und der Auftritt von Zwayer wurden in der Folge in deutschen Medien intensiv diskutiert.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Vorfall die grundsätzlich positive Bewertung von Zwayers Premiere kaum trübte. Die Mischung aus Sportsgeist der Spieler, die sofort zur Hilfe eilten, der Besonnenheit des Referees, der die Partie noch zu Ende brachte, und der Fairness der Zuschauer, die mit Applaus reagierten, hinterließ einen versöhnlichen Eindruck.
Die nächste Bewährungsprobe für Zwayer – sollte sie kommen – wird zeigen, ob der Krampf eine einmalige Belastungsreaktion war oder ob die Strapazen der fünfeinhalbwöchigen WM in der Sommerhitze Nordamerikas Spuren hinterlassen haben.
Fragen & Antworten
Wie kam es zu Zwayers Krampf in der Nachspielzeit?
Zwayer blieb in der dritten Minute der Nachspielzeit im Rasen hängen, als er Chris Richards die Gelbe Karte zeigte, und erlitt kurz darauf einen Krampf im linken Wade. Spieler beider Mannschaften kamen zur Hilfe und massierten seinen Unterschenkel.
Wie fiel die Bewertung von Zwayers WM-Debüt aus?
Die deutschen TV-Experten Patrick Ittrich, Jürgen Klopp und Bastian Schweinsteiger lobten Spielleitung und Konsequenz des Berliners. Ittrich nannte die Leistung „wirklich top" und hob die klaren Gelben Karten hervor.
Wie geht es Zwayer nach dem Vorfall weiter?
Zwayer verließ die Arena zunächst ohne Stellungnahme, ob es sich um einen reinen Krampf oder eine strukturelle Verletzung handelt, blieb zunächst offen. Die FIFA wurde um eine Stellungnahme gebeten, sein WM-Einsatz bei der fünfeinhalbwöchigen WM in den USA, Kanada und Mexiko bleibt abzuwarten.