Zverev steht im French-Open-Finale und kann den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere holen
Paris, 06 Juni 2026
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Kurzfassung
Alexander Zverev aus Hamburg steht am Sonntag um 15:00 Uhr im Finale der French Open und kann gegen den Italiener Flavio Cobolli seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen. Der 29-jährige Hamburger hatte im Halbfinale den Tschechen Jakub Mensik in vier Sätzen besiegt; Cobolli war kampflos ins Endspiel gerückt.
Paris, 06 Juni 2026
Alexander Zverev aus Hamburg bestreitet am Sonntag um 15:00 Uhr das Finale der French Open in Paris und trifft auf den Italiener Flavio Cobolli, der kampflos in den Endkampf gerückt ist.
Der Weg ins Endspiel
Alexander Zverev steht vor dem bislang wichtigsten Match seiner Karriere. Der 29 Jahre alte Hamburger, in der ATP-Weltrangliste auf Platz drei geführt, spielt am Sonntag um 15:00 Uhr in Paris gegen den Italiener Flavio Cobolli um seinen ersten Grand-Slam-Titel. Für Zverev, der bei den Olympischen Spielen in Tokio die Goldmedaille gewonnen hat, wäre es nach drei verlorenen Endspielen auf Major-Ebene die Krönung einer langen Karriere.
Zverevs Weg ins Finale war eindrucksvoll. Im Halbfinale bezwang er den 20 Jahre alten Tschechen Jakub Mensik (ATP-Rang 27) auf dem Court Philippe Chatrier mit 7:5, 6:2, 3:6 und 6:3. Die Partie dauerte rund drei Stunden, das Dach des Stadions blieb während des Spiels geöffnet. Zverev rettete im ersten Satz drei Breakbälle, als er 3:4 zurücklag, und entschied den Durchgang mit einem Ass. Im vierten Satz nahm er Mensik früh den Aufschlag zum 2:0 ab und verwandelte seinen ersten Matchball.
Die körperliche Verfassung des Deutschen gibt Anlass zu Zuversicht. Zverev hatte bis zum Halbfinale vier Stunden weniger auf dem Platz verbracht als sein Halbfinalgegner. Mensik war im Turnierverlauf mit Krämpfen geplagt, unter anderem bei einer Pressekonferenz, und nahm im dritten Satz eine medizinische Auszeit zur Behandlung an Nacken und Schulter. Zverev selbst sagte: „Ich fühle mich gut, ich habe auch keine brutal langen Matches gehabt.“ Im gesamten Turnierverlauf büßte er lediglich zwei Sätze ein.
Cobolli kommt kampflos weiter
Gegner Cobolli, 24 Jahre alt und als Nummer zehn gesetzt, erreichte das Endspiel ohne einen Schlag. Sein vorgesehener Halbfinalgegner Matteo Arnaldi sagte weniger als eine halbe Stunde vor dem geplanten Anpfiff wegen einer viralen Erkrankung ab. „Ich konnte weder essen und trinken, noch mich bewegen. Ich konnte vergangene Nacht nicht schlafen und musste mich mehrmals übergeben“, erklärte der 25 Jahre alte Italiener. Das Duell wäre das erste rein italienische Grand-Slam-Halbfinale der Open Era gewesen.
Cobolli zeigte sich nach der Hiobsbotschaft gerührt. „Als er mich informierte, fing ich beinahe an zu weinen. Er ist eine Inspiration für uns, es tut mir extrem leid für ihn“, sagte der Italiener. Trotz des verpassten sportlichen Vergleichs wird Cobolli am Montag erstmals in die Top 10 der ATP-Weltrangliste einziehen. Arnaldi, aktuell auf Rang 104, wird durch seinen Halbfinaleinzug deutlich nach oben klettern und sich der Marke der Top 30 annähern.
Zverev sieht die ungewöhnliche Final-Vorbereitung seines Gegners gelassen. „Das macht für mich keinen Unterschied“, sagte der Hamburger. „Das Einzige, worauf ich Einfluss habe, ist mein nächstes Match. Alles andere kann ich nicht kontrollieren, werde ich nicht kontrollieren, will ich auch gar nicht kontrollieren.“ Er wolle sich auf ein hartes Match vorbereiten und hoffentlich sein Level zeigen können.
Respekt und Freundschaft der Kontrahenten
Über Cobolli äußerte sich Zverev anerkennend. „Er ist supertalentiert, superjung, er verbessert sich immer wieder“, sagte der Deutsche. Persönlich kenne er ihn als angenehmen Menschen: „Für mich ist er einfach ein netter Mensch. Er hat ein gutes Herz. Wenn man ihn erst einmal näher kennt, ist er unheimlich witzig.“ Gleichwohl betonte er: „Natürlich versucht man immer noch, den Gegner zu schlagen und zu gewinnen, aber das ist in Ordnung“ – die höchste Stufe im Tennis, die er gerne mit einem Freund teile.
Zverev verfügt über klare Vorteile in der direkten Bilanz. Von vier bisherigen Duellen mit Cobolli hat er drei gewonnen, das einzige Aufeinandertreffen in einem Finale bestritt der Münchner Sandplatzturnier-Finalist von 2025 noch nicht. Es ist Zverevs vierter Grand-Slam-Endspieleinsatz nach den verlorenen Finals bei den US Open 2020 gegen Dominic Thiem, in Roland Garros 2024 gegen Carlos Alcaraz sowie bei den Australian Open im Vorjahr gegen Jannik Sinner.
Stimmen der Experten
Dass die Konkurrenz in Paris diesmal dünn besetzt war, erleichtert die Aufgabe. Der spanische Titelverteidiger Alcaraz hatte verletzungsbedingt abgesagt, der italienische Weltranglistenerste Sinner schied früh aus. Zverev nutzte die Gunst der Stunde und präsentierte sich konzentriert. „Ich habe mich auf meine Sachen konzentriert, und das werde ich weiterhin tun“, sagte er.
Auch die Tennis-Legenden sehen Zverev am Wendepunkt. Der siebenmalige Grand-Slam-Champion John McEnroe, der die Partie für TNT Sports analysierte, sagte: „Wenn er das gewinnt, könnte er plötzlich selbstbewusster gegen die Gegner auftreten, mit denen er bisher Schwierigkeiten hatte“ – ein Triumph „könnte die Schleusen für ihn öffnen“. Boris Becker, dreimaliger Wimbledonsieger und für Eurosport als Kommentator im Einsatz, lobte den Halbfinalauftritt: „Er hat geliefert, er hat die Nerven behalten, er hat gutes Tennis gespielt. Weiter so!“.
Historische Dimension für Deutschland
Die historische Dimension ist gewaltig. Sollte Zverev am Sonntag triumphieren, wäre er der erste deutsche Herren-Spieler seit Henner Henkel, der die French Open gewinnt – das liegt inzwischen 89 Jahre zurück. Der letzte Grand-Slam-Titel eines deutschen Mannes stammt von Boris Becker bei den Australian Open 1996, also vor 30 Jahren. Zverev steht bei seiner 41. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier.
Cobolli geht derweil mit der ungewöhnlichen Ausgangslage in sein erstes Major-Endspiel. Er habe in der entscheidenden Phase zwischen Hoffen und Bangen geschwankt, sagte er und sprach davon, „fast geweint“ zu haben, als er von Arnaldis Verzicht erfuhr. Nun gilt seine volle Konzentration Zverev und dem Versuch, am Sonntag für eine Überraschung zu sorgen.
Ausblick auf das Finale
Das Endspiel wird live im deutschen Free-TV übertragen. In der Schweiz zeigt SRF die Partie am Sonntagnachmittag. Beide Spieler treten erstmals in einem Grand-Slam-Finale an – ein Umstand, der die sportliche Spannung zusätzlich erhöht.
Für Zverev ist Roland Garros ein Ort mit gemischten Erinnerungen. Vor zwei Jahren unterlag er hier Alcaraz in fünf Sätzen, damals stand er dicht vor dem Titel. Diesmal wirkt der Deutsche gefasster, fokussierter und körperlich frischer als in früheren entscheidenden Phasen. „Ich fühle mich gut“, wiederholte er, und die Statistik stützt diese Selbsteinschätzung.
Mit Blick auf das Finale bleibt für Zverev nur eine Devise: die Konzentration auf das eigene Spiel. Was daneben geschieht, ist für ihn seit jeher zweitrangig. Sollte er am Sonntagabend die Trophäe in den Händen halten, hätte die deutsche Tennis-Geschichte ein neues Kapitel – geschrieben in Paris, auf Sand, nach 89 Jahren.
Fragen & Antworten
Gegen wen spielt Alexander Zverev im French-Open-Finale 2026?
Alexander Zverev trifft im Endspiel von Roland Garros am Sonntag um 15:00 Uhr auf den 24 Jahre alten Italiener Flavio Cobolli, der kampflos ins Finale kam, weil Matteo Arnaldi krankheitsbedingt absagen musste.
Wie hat Zverev das Halbfinale gegen Jakub Mensik gewonnen?
Zverev besiegte den 20-jährigen Tschechen Jakub Mensik auf dem Court Philippe Chatrier in vier Sätzen mit 7:5, 6:2, 3:6 und 6:3 und verwandelte dabei seinen ersten Matchball.
Warum ist ein Titel für Zverev historisch bedeutsam?
Ein Sieg wäre der erste Triumph eines deutschen Herren bei den French Open seit Henner Henkel vor 89 Jahren und der erste Grand-Slam-Titel eines deutschen Mannes seit Boris Beckers Erfolg bei den Australian Open 1996.
Zverev French Open 2026 Finale: Anstoß um 15 Uhr | nachrichten360