Zverev im Halbfinale der French Open 2026: Sieg gegen Jódar | nachrichten360
Zverev erreicht zum fünften Mal das Halbfinale der French Open
Paris, 03. Juni 2026
Keith Allison from Hanover, MD, USA / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Kurzfassung
Alexander Zverev hat bei den French Open 2026 das Halbfinale erreicht. Der 29-jährige Hamburger besiegte den 19-jährigen Spanier Rafael Jódar in drei Sätzen mit 7:6, 6:1, 6:3 und trifft am Freitag auf den Sieger der Partie zwischen João Fonseca und Jakub Mensik.
Alexander Zverev hat durch einen 7:6 (7:3), 6:1, 6:3-Erfolg über den 19-jährigen Spanier Rafael Jódar das Halbfinale der French Open in Paris erreicht und ist nach den Ausfällen von Carlos Alcaraz, Jannik Sinner und Novak Djokovic der klare Titelfavorit.
Alexander Zverev steht im Halbfinale der French Open. Der 29-jährige Hamburger bezwang am Mittwochnachmittag in Paris den Spanier Rafael Jódar in drei Sätzen mit 7:6 (7:3), 6:1, 6:3 und benötigt damit nur noch drei Siege zu seinem ersten Grand-Slam-Titel. Es ist die fünfte Halbfinal-Teilnahme Zverevs beim Sandplatz-Major in Roland Garros.
Die Partie dauerte zweieinhalb Stunden. Zverev verwertete seinen ersten Matchball und zog damit erstmals seit dem Australian Open 2025 wieder in die Vorschlussrunde eines Grand-Slam-Turniers ein. Für den Weltranglisten-Dritten war es die 41. Grand-Slam-Teilnahme seiner Karriere.
Das erste Spiel der Partie dauerte acht Minuten. Zverev hatte dabei zwei Breakbälle auf dem Schläger, konnte sie jedoch nicht nutzen. Stattdessen gelang Jódar das frühe Break zum 4:2 für den Spanier.
Der Satz schien zu kippen, doch Zverev kämpfte sich zurück. Er schaffte das Re-Break und ging mit 5:4 in Führung, ehe er den ersten Durchgang im Tiebreak mit 7:3 für sich entschied. Mit dem Gewinn des Tiebreaks verwandelte Zverev den Satz in einen Vorteil.
Im zweiten Satz zeigte der Hamburger eine überzeugende Vorstellung. Er gewann diesen klar mit 6:1 und baute damit seine Führung aus. Jódar, der zuvor zwei Fünf-Satz-Matches in Folge bestritten hatte, fand in dieser Phase kaum noch Mittel gegen Zverevs druckvolles Spiel.
Der Spielverlauf: Tiebreak, Dominanz und ein abgewehrter Breakball
Auch im dritten Satz geriet Zverev kurzzeitig in Bedrängnis. Beim Stand von 4:3 musste er einen Breakball gegen sich abwehren, wehrte diesen aber erfolgreich ab und brachte den Satz anschließend zum 6:3 nach Hause. Zverev sagte nach dem Match: „Er war einfach gut am Anfang. Dann aber etwas nervös, wie er den Satz gewinnen hätte können und ich habe die Chance dann genutzt."
Insgesamt zeigte der Hamburger laut Experten eine seiner besten Leistungen bei diesem Turnier. Boris Becker sagte dazu im Eurosport-Kommentar: „Das war die beste Vorstellung von Sascha Zverev bei diesem Turnier." Und weiter: „Viel besser habe ich ihn noch nie gesehen. Das war unglaublich großes Tennis."
Zverevs fünftes Halbfinale in Roland Garros
Für Zverev ist es das fünfte Halbfinale bei den French Open, ein Beleg für seine beständige Stärke auf Sand. In dieser Saison weist er auf der roten Asche eine Bilanz von 17 Siegen bei vier Niederlagen auf, was seine Ambitionen auf den Titel unterstreicht.
Gleichzeitig steht Zverev bei seinen Grand-Slam-Teilnahmen im 41. Anlauf. Drei Mal zuvor stand er in einem Finale, doch jedes Mal verlor er: 2020 unterlag er Dominic Thiem bei den US Open, obwohl er klar geführt hatte, 2024 verlor er bei den French Open gegen Carlos Alcaraz, als er nur noch einen Satz vom Titel entfernt war, und 2025 hatte er im Endspiel der Australian Open gegen Jannik Sinner keine Chance.
Drei verlorene Finals und der wachsende Druck
Die Vorgeschichte nährt den Druck, unter dem Zverev nun steht. Die Tennis-Legende John McEnroe formulierte es im Vorfeld drastisch: „Wenn er es dieses Mal nicht schafft, weiß ich nicht, ob er jemals ein Grand Slam gewinnen wird. Deshalb steht er jetzt unter mehr Druck als jemals zuvor in seiner Karriere."
Auch Angelique Kerber, ehemalige deutsche Weltspielerin und dreifache Grand-Slam-Siegerin, beschrieb die Wahrnehmung des Hamburgers in der Öffentlichkeit mit den Worten: „Wenn er verliert, dann hauen alle drauf. Wenn er gewinnt, dann feiern alle." Zverev selbst hatte in einem KURIER-Interview im Vorjahr gesagt: „Ich komme aus Deutschland, da ist es eben so, dass du hochgejubelt wirst, aber auch schnell tief fallen gelassen wirst."
Favorit nach den Ausfällen der Topstars
Boris Becker, der Zverev bereits nach dessen Achtelfinal-Sieg gegen den Niederländer Jesper de Jong gelobt hatte, beschrieb dessen aktuelle Verfassung mit den Worten: „Die Psyche hat sich beruhigt, die bösen Dämonen haben sich fürs Erste verabschiedet."
Die Favoritenrolle bei den French Open ist Zverev in diesem Jahr praktisch in den Schoß gefallen. Mit dem Weltranglisten-Zweiten Carlos Alcaraz, der verletzungsbedingt fehlt, sowie den früh ausgeschiedenen Jannik Sinner und Novak Djokovic sind drei Spieler weggebrochen, die in den vergangenen Jahren die ganz großen Titel unter sich ausgemacht hatten. Alcaraz war verletzungsbedingt nicht am Start.
Auf dem Weg ins Halbfinale hatte Zverev zuvor in der dritten Runde unter anderem die Hürde gegen den Niederländer Jesper de Jong genommen. Sein nächster Gegner am Freitag wird der Sieger des Viertelfinals zwischen dem Brasilianer João Fonseca und dem Tschechen Jakub Mensik.
Fonseca hatte in der dritten Runde ausgerechnet Novak Djokovic aus dem Turnier geworfen. Djokovic sagte anschließend über den 19-Jährigen: „Die Begeisterung um ihn ist riesig - und das völlig zu Recht. Er hat Talent und Schlagkraft. Ganz Brasilien feuert ihn an." Auch der dreimalige French-Open-Champion Gustavo Kuerten, der 49 Jahre alt ist, war in Paris, um Fonseca anzufeuern. Boris Becker hatte über den Brasilianer bereits beim Australian Open 2025 gesagt: „In England würde man sagen: A star is born."
Sein möglicher Gegner Jakub Mensik, 20 Jahre alt und ebenfalls aus dem Jahrgang 2005, ist die Nummer 27 der ATP-Weltrangliste und hatte zuletzt das Masters-Turnier in Miami gewonnen, wobei er Djokovic dessen 100. Turniersieg verwehrte. Fonseca belegt aktuell Platz 30, Mensik ist ein Jahr älter als Fonseca.
Auf der anderen Seite des Viertelfinals wartete mit Rafael Jódar ein weiterer Youngster. Der 19-jährige Madrilene spielt trotz seines jungen Alters bereits eine beachtliche Saison und steht im ATP-Ranking auf Position 29. Jódar ist 1,91 Meter groß und hat College-Tennis an der University of Virginia gespielt. In Madrid wird er von seinem Vater Rafael Jódar senior trainiert.
Rafael Jódar: Ein Senkrechtstarter aus Madrid
Jódar hatte in Paris zwei Fünf-Satz-Matches in Folge überstanden, ehe er im Viertelfinal auf Zverev traf. Vor einem Jahr war er noch außerhalb der Top 700 der Weltrangliste geführt, sein Aufstieg ist entsprechend rasant. Wegen seines Vornamens wird Jódar in der Szene auch „Rafa" gerufen, in Anlehnung an Rafael Nadal, der 2024 zurückgetreten war.
Das Duell zwischen Zverev und Jódar war das erste Aufeinandertreffen der beiden Spieler überhaupt. Zverev würdigte seinen Gegner im Vorfeld mit deutlichen Worten: „Unglaublich sei er, dieser erst 19-jährige Rafael Jodar, ein enormes Talent, das fantastisches Tennis spiele." Er ergänzte: „Er ist jemand, der den Ball von beiden Seiten aus beschleunigen kann, was sehr besonders ist. Er ist ein sehr aggressiver, junger Spieler."
Drei Youngsters im Viertelfinale - ein Generationenwechsel
Bemerkenswert ist auch die generelle Konstellation des Turniers: Erstmals im 21. Jahrhundert standen bei einem Grand Slam drei männliche Profis unter 21 Jahren im Viertelfinale. Fonseca, Mensik und Jódar verkörpern einen spürbaren Generationenwechsel im Herren-Tennis.
Jörg Allmeroth, einer der bekanntesten deutschen Tennis-Journalisten, brachte die Ausgangslage für Zverev auf eine griffige Formel: „Sascha kann sich nur selbst schlagen."
Zverev selbst gab sich nach dem Sieg in der Mixed Zone konzentriert und vorausschauend: „Es war ein harter Test gegen einen richtig guten Spieler. Ich freu mich, im Halbfinale zu sein, aber ich schaue schon jetzt auf das nächste Spiel, da kommt noch einiges auf mich zu." Weiter sagte er: „Ich will mehr, ich will alles, das ist mein Moment." Und: „Ich will die Matches gewinnen, die vor mir liegen - das ist mein Ziel." Zudem betonte er: „Ich bin im Halbfinale - aber das ist es für jetzt."
Das Gesamtpreisgeld der French Open 2026 beträgt 61.723.000 Euro. Für Zverev geht es am Freitag nun darum, seine vierte Finalniederlage bei einem Grand Slam abzuwenden. Erwartet wird, dass das Halbfinale live unter anderem von SRF übertragen wird. Zverev formulierte seinen Anspruch mit Blick auf den kommenden Gegner so: „Ich muss mir selbst vertrauen und ich werde dafür bereit sein."
Das Turnier in Roland Garros ist für Zverev in dieser Saison die wohl letzte realistische Chance auf einen Grand-Slam-Titel, da die übrigen Topfavoriten bereits ausgeschieden sind. Auch Sinner und Djokovic, einst die prägenden Spieler der vergangenen Jahre, haben Paris bereits verlassen. Für den Hamburger, der 2021 in Tokio die olympische Goldmedaille gewann, ist die Ausgangslage damit so günstig wie selten.
Der Sieger des Halbfinals zwischen Zverev und seinem kommenden Gegner trifft im Endspiel am Sonntag auf den Gewinner der anderen Halbfinalpartie. Zverevs Konzentration gilt nach eigenem Bekunden aber ausschließlich dem eigenen Spiel: „Ich konzentriere mich auf mein eigenes Spiel, mein eigenes Ding."
Fragen & Antworten
Wer ist Rafael Jódar und warum ist er bemerkenswert?
Rafael Jódar ist ein 19-jähriger spanischer Tennisspieler aus Madrid, derzeit ATP-Rang 29, der zwei Fünf-Satz-Matches in Folge gewann, ehe er im Viertelfinal auf Zverev traf. Vor einem Jahr stand er noch außerhalb der Top 700 der Weltrangliste.
Warum steht Alexander Zverev bei den French Open 2026 unter besonderem Druck?
Zverev hat drei Grand-Slam-Finals verloren (US Open 2020, French Open 2024, Australian Open 2025) und steht bei seiner 41. Grand-Slam-Teilnahme. Da die übrigen Topfavoriten Alcaraz, Sinner und Djokovic fehlen, gilt er als klarer Titelfavorit, was die Erwartungen erhöht.
Gegen wen spielt Zverev im Halbfinale der French Open 2026?
Zverev trifft am Freitag auf den Sieger des Viertelfinals zwischen dem 19-jährigen Brasilianer João Fonseca und dem 20-jährigen Tschechen Jakub Mensik, die am Mittwochabend gegeneinander spielten.