Am Flughafen Wien-Schwechat hat der Zoll im Jahr 2025 insgesamt 5.003 Aufgriffe verzeichnet, wie das Bundesministerium für Finanzen bei der Präsentation der Jahresbilanz bekannt gegeben hat.
Bilanz der Kontrollen
Bei einer Pressekonferenz am Flughafen stellte die Leiterin der Dienststelle Ost, Anita Csenar, die zentrale Kennzahl des vergangenen Jahres vor. Demnach wurden 34.091 Reisende kontrolliert, aus denen 5.003 Aufgriffe resultierten. Die Dienststelle Ost verfügt den Angaben zufolge über rund 280 Zöllnerinnen und Zöllner, von denen 220 direkt am Flughafen stationiert sind.
Im Bereich Suchtgift verzeichnete die Dienststelle Ost 104 Aufgriffe. Dabei wurden laut Csenar mehr als 191 Kilogramm Cannabis, 17,6 Kilogramm neue psychoaktive Substanzen und über 11 Kilogramm psychotrope Stoffe sichergestellt. Die Sicherstellungen bei Suchtgift, insbesondere Cannabis, seien um 50 Prozent gestiegen, bei Arzneiwaren um 100 Prozent.
Suchtgift und Arzneiwaren
Ein besonders auffälliger Einzelfall betraf zwei Reisetaschen aus Delhi, in denen die Beamtinnen und Beamten allein 24.936 Potenzpillen fanden. Insgesamt sicherte der Zoll 62 Kilogramm und 41.503 Stück Arzneiwaren in 72 Fällen.
Beim Schmuggel von Tabakwaren gab es der Bilanz des Finanzministeriums zufolge 1.667 Aufgriffe. Dabei wurden 4.457.565 Stück Zigaretten, 285,5 Kilo Roll- und 96,6 Kilo Wasserpfeifentabak beschlagnahmt. Der größte Schlag gelang den Beamten mit der Sicherstellung von 174.600 Zigaretten, versteckt in zwei Pkw aus Bulgarien.
Tabakschmuggel und Produktfälschungen
Bei der Bekämpfung von Produktpiraterie kam es 2025 zu 84 Aufgriffen. 91.186 Stück gefälschte Waren mit einem geschätzten Wert von 7.137.680 Euro wurden aus dem Verkehr gezogen. 804 Fälle betrafen Schmuck mit einem Wert von 4.249.945 Euro, hinzu kamen Textilien und Taschen für 357.719 Euro sowie Uhren für 281.214 Euro.
Im Bereich Artenschutz verzeichnete die Dienststelle Ost 77 Aufgriffe, was laut Csenar einem Anstieg von etwa 18 Prozent entspricht. Ein besonders bemerkenswerter Fall waren sieben lebende Warane aus Doha. Zudem stellten die Zöllnerinnen und Zöllner exotische Souvenirs sicher, darunter einen Hut aus Schlangenknochen, einen Kopfschmuck aus Papageienfedern und eine Pfeife aus Elfenbein.
Artenschutz und exotische Funde
Csenar berichtete, dass die Sicherstellungen bei Artenschutzdelikten bereits im laufenden Jahr 2026 über dem gesamten Vorjahreswert liegen. Für 2026 wird am Flughafen Wien mit rund 30 Millionen Passagieren gerechnet, nachdem im vergangenen Jahr bereits 32,6 Millionen Fluggäste abgefertigt wurden – ein Rekordwert in der Geschichte des Standorts Schwechat.
Bei der Cash-Control wurden 59 Aufgriffe mit einer Bargeldmenge von 2.053.394 Euro verzeichnet. Zum Personal zählen auch sieben Hunde, die auf Drogen, Artenschutz, Bargeld etc. spezialisiert sind. Die mobile Kontrolle der Dienststelle Ost führte 434 Einsätze durch und überprüfte u.a. 86.955 Fahrzeuge.
Cash-Control und mobile Einsätze
Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) sagte in einem Pressegespräch, die rund 280 Zöllnerinnen und Zöllner der Dienststelle Ost leisteten einen wichtigen Beitrag zu fairem Wettbewerb, dem Schutz heimischer Arbeitsplätze und der Gesundheit der Bevölkerung. Der Flughafen Wien sei ein Hotspot im Reiseverkehr, sagte Staatssekretärin Eibinger-Miedl.
Eibinger-Miedl appellierte vor der nun beginnenden Urlaubssaison auch, sich über Bestimmungen zu informieren, was etwa Mitbringsel aus Ferienregionen angeht. Damit sollten Reisende böse Überraschungen bei der Einreise vermeiden.
Appelle an Reisende
Flughafen-Vorstand Günther Ofner verwies auf 18 Millionen Koffer pro Jahr, die auf dem Airport zu kontrollieren seien ("50.000 pro Tag") und auch sechs Millionen Pakete, die durchgeschleust würden ("13.000 pro Tag"). Das Reisegeschehen bezeichnete er trotz der entsprechenden Überprüfungen als ungestört.
Csenar zeigte sich zuversichtlich, dass die Behörde auch 2026 wieder zahlreiche Aufgriffe verzeichnen werde. Sie erwartet, dass das kommende Jahr in dieser Hinsicht "erfolgreich" sein werde. Die Statistiken wurden vom Finanzministerium am Dienstag vorgelegt.
Die Zollbehörden betonen, dass die Kontrollen am Flughafen Wien nicht nur der Kriminalitätsbekämpfung dienen, sondern auch dem Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern vor gefälschten Produkten sowie dem Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Der Artenschutz nimmt dabei eine immer wichtigere Rolle ein, wie der kontinuierliche Anstieg der Fallzahlen verdeutlicht.
Mit dem wachsenden Passagieraufkommen und der steigenden Zahl an Reiserückkehrern wachsen auch die Herausforderungen für die Zollbehörden. Die Verantwortlichen wiesen darauf hin, dass die Kontrollen angesichts der enormen Warenströme eine logistische Meisterleistung darstellen, die nur durch den Einsatz moderner Technik und speziell ausgebildeter Spürhunde bewältigt werden könne.
