Zehntausende Radfahrer bei ADFC-Sternfahrt in Berlin unterwegs
Berlin, 07. Juni 2026
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Kurzfassung
Zehntausende Radfahrerinnen und Radfahrer haben sich am Sonntag an der traditionellen Sternfahrt des ADFC in Berlin beteiligt. Auf rund 20 Routen mit insgesamt etwa 1.000 Kilometern Länge fuhren sie aus Brandenburg und dem Berliner Umland ins Stadtzentrum zum Großen Stern.
Zehntausende Radfahrerinnen und Radfahrer haben sich nach Angaben der Veranstalter an der traditionellen Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ins Berliner Stadtzentrum beteiligt.
Die alljährliche Sternfahrt des ADFC Berlin ist eine Demonstration für bessere Bedingungen im Radverkehr und zog am Sonntag nach Veranstalterangaben zehntausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Die Veranstalter sprachen von einer der größten Aktionen, die der Fahrradclub in der Hauptstadt seit Jahren auf die Beine gestellt hat. ADFC-Sprecher und Aktivistinnen zeigten sich am Zielpunkt am Großen Stern sichtlich zufrieden mit dem Zuspruch.
Die Radfahrerinnen und Radfahrer starteten auf rund 20 Routen aus verschiedenen Brandenburger Orten sowie vom Berliner Stadtrand und fuhren Richtung Großer Stern und Siegessäule in der Innenstadt. Insgesamt addierten sich die Strecken auf etwa 1.000 Kilometer Länge. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer reihten sich unterwegs in den jeweiligen Tross ein, darunter waren viele Familien mit Kindern, die die Sternfahrt als gemeinsames Erlebnis nutzten.
Route durch Berlin und Brandenburg
Wegen der als Demonstration angemeldeten Aktion waren zahlreiche Straßen in Berlin für Autos gesperrt. Autofahrerinnen und Autofahrer mussten wegen der temporären Sperrungen auf Umleitungsstrecken ausweichen. Besonders auffällig war, dass die Radfahrerinnen und Radfahrer zeitweise auch Autobahnabschnitte für sich hatten, darunter die Avus A115 und Teile der A100, was den Demonstrationscharakter der Veranstaltung unterstrich.
Marlene Alber, Politische Referentin des ADFC Berlin, nutzte die Bühne am Zielpunkt für klare politische Worte. Sie sagte: „Die Menschen wollen von Herzen Radfahren, dennoch drängt die Politik sie an den Rand und schickt sie auf unsichere Wege." Mit dieser Aussage brachte sie die zentrale Botschaft der Sternfahrt auf den Punkt: Wer Radfahren sicher und komfortabel machen wolle, müsse die Verkehrspolitik grundlegend verändern.
Forderungen des ADFC an die Politik
Alber forderte zudem: „Wir fordern Ausbau statt Rückbau, Investitionen statt Kürzungen. Damit Radfahren jeden Tag sicher und komfortabel möglich ist." Damit knüpfte sie an eine jahrzehntelange Linie des ADFC an, der sich mit der Sternfahrt seit Jahrzehnten für einen besseren Fahrradverkehr einsetzt. Die Botschaft richtete sich ausdrücklich an die Adresse von Bund, Land und Bezirken.
Die Politische Referentin bekräftigte darüber hinaus: „Die Verkehrspolitik müsse die Belange der Radfahrer endlich ernst nehmen und mehr tun für sichere Radwege." Damit verwies sie auf den seit Jahren anhaltenden Konflikt zwischen Rad- und Autoverkehr in der wachsenden Hauptstadt, in der die Zahl der Radfahrenden kontinuierlich steigt, während die Infrastruktur hinterherhinkt.
Die Sternfahrt gilt als eine der wichtigsten publikumswirksamen Aktionen des ADFC und wird alljährlich als Demonstration angemeldet, weswegen die Radfahrer Straßen und auch Autobahnabschnitte wie die Avus A115 oder die A100 zeitweise für sich haben. Dieser Status als angemeldete Demonstration ist entscheidend, weil nur so die zeitweise Nutzung von Bundesautobahnen für den nicht motorisierten Verkehr überhaupt möglich wird.
Demonstrationsstatus ermöglicht Autobahnnutzung
Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich zehntausende Menschen an der Sternfahrt. Die Veranstalter werteten die diesjährige Beteiligung als deutliches Signal an die Politik, die Forderung nach einem besseren Fahrradverkehr in der Hauptstadt nicht weiter zu ignorieren. ADFC-Vertreterinnen und -Vertreter verwiesen darauf, dass viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht aus der organisierten Radszene stammten, sondern ganz normale Berlinerinnen und Berliner seien, die sich für sichere Wege im Alltag einsetzten.
Aus dem gesamten Stadtgebiet und aus dem Umland Brandenburgs strömten die Radfahrenden am frühen Morgen auf die Strecken. Viele starteten in Brandenburger Orten oder am Berliner Stadtrand und fuhren auf rund 20 Strecken Richtung Großer Stern und Siegessäule. Die Sternfahrt endete am frühen Nachmittag am Großen Stern, wo es eine gemeinsame Abschlusskundgebung gab.
Im Vordergrund der Veranstaltung stand die Forderung nach einer deutlichen Verbesserung der Radinfrastruktur in Berlin. So müsse die Politik die Belange der Radfahrer ernst nehmen und mehr in sichere Radwege investieren, heißt es aus dem ADFC. Dazu gehören aus Sicht des Verbands breitere und baulich getrennte Radwege an Hauptverkehrsstraßen, sichere Kreuzungen und ein durchgängiges Netz an Routen.
Bedeutung für die Berliner Verkehrspolitik
Die Veranstaltung soll laut ADFC die Forderung nach einem besseren Fahrradverkehr unterstreichen. Sie ist Teil einer breiteren bundesweiten Kampagne, in der der Allgemeine Deutsche Fahrradclub in mehreren Städten ähnliche Sternfahrten organisiert. Berlin ist dabei traditionell der größte Anziehungspunkt.
Für die Berliner Verkehrspolitik kommt die Sternfahrt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über die Verteilung des knappen Straßenraums besonders intensiv geführt wird. ADFC Berlin hatte in den vergangenen Monaten mehrfach kritisiert, dass beim Umbau von Hauptstraßen Radwege häufig zu schmal geplant oder ganz weggelassen würden. Die Demonstration am Sonntag sollte diese Kritik sichtbar machen.
Die Polizei begleitete die Sternfahrt mit einem umfangreichen Einsatz, um die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den teils stark befahrenen Straßen und Autobahnabschnitten zu gewährleisten. Nach ersten Erkenntnissen verlief die Veranstaltung weitgehend friedlich, es kam zu keinen nennenswerten Vorfällen.
Begleitung durch die Polizei
Zahlreiche Straßen waren wegen der als Demonstration angemeldeten Aktion für Autos gesperrt. Anwohnerinnen und Anwohner im Innenstadtbereich waren teils durch Lautsprecherdurchsagen auf die temporären Sperrungen hingewiesen worden. Der ADFC kündigte an, die Aktion im nächsten Jahr fortsetzen zu wollen, sollte die Politik nicht spürbar nachziehen.
Die Nachricht über die Sternfahrt wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet und stammt aus dem dpa-Newskanal. Damit fand die Demonstration über die Hauptstadt hinaus Beachtung in der bundesweiten Berichterstattung.
Die ADFC-Sternfahrt bleibt damit das wichtigste sichtbare Zeichen der Radbewegung in der Hauptstadt. Mit zehntausenden Teilnehmenden, rund 1.000 Kilometern Strecke und der Nutzung von Autobahnabschnitten wie Avus und A100 setzte sie auch in diesem Jahr ein deutliches Zeichen pro Fahrrad und contra einer einseitig autogerechten Verkehrspolitik.
Fragen & Antworten
Wer ist Marlene Alber?
Marlene Alber ist Politische Referentin des ADFC Berlin und trat bei der Sternfahrt 2026 als Sprecherin des Verbands mit politischen Forderungen an die Verkehrspolitik auf.
Wie viele Routen und Kilometer umfasste die ADFC-Sternfahrt 2026?
Die Teilnehmenden fuhren nach Veranstalterangaben auf rund 20 Routen mit einer Gesamtlänge von etwa 1.000 Kilometern aus Brandenburg und dem Berliner Umland Richtung Großer Stern und Siegessäule.
Welche Straßen und Autobahnen waren für die Sternfahrt gesperrt?
Zahlreiche Berliner Straßen waren für Autos gesperrt, und die Radfahrerinnen und Radfahrer durften zeitweise auch Autobahnabschnitte wie die Avus A115 und Teile der A100 nutzen, weil die Sternfahrt als Demonstration angemeldet ist.
ADFC-Sternfahrt Berlin 2026: Zehntausende Radfahrer demo | nachrichten360