WM-Finalvorschau Spanien gegen Argentinien: De la Fuente gibt Yamal fit, Rodri warnt vor Messi-Reduktion
East Rutherford, 19. Juli 2026
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Kurzfassung
Spaniens Trainer Luis de la Fuente hat Lamine Yamal vor dem WM-Finale gegen Argentinien am Sonntag in East Rutherford für fit erklärt. Spaniens Spielmacher Rodri warnte unterdessen, Argentinien nicht auf Lionel Messi zu reduzieren.
Spaniens Trainer Luis de la Fuente hat Stürmer Lamine Yamal vor dem WM-Finale gegen Argentinien am Sonntag (21:00 Uhr, ZDF ab 19:30 Uhr) in East Rutherford für fit und in optimaler Form erklärt, während Spaniens Spielmacher Rodri davor warnte, den Gegner auf Lionel Messi zu reduzieren.
Spanien trifft im Endspiel der FIFA WM 2026 auf Argentinien. Die Partie zwischen dem europäischen Champion und dem Titelverteidiger aus Südamerika wird am Sonntag um 21:00 Uhr in East Rutherford angepfiffen. Das ZDF überträgt ab 19:30 Uhr, ORF1 beginnt bereits um 18:10 Uhr mit der Vorberichterstattung. Spanien ist in der FIFA-Weltrangliste auf Platz eins geführt, Argentinien folgt auf Rang zwei.
Im Mittelpunkt der spanischen Vorbereitung steht die Personalie Lamine Yamal. Der 19-Jährige war im Halbfinale gegen Frankreich im Strafraum gefoult worden, der dadurch entstandene Elfmeter brachte Spanien die 1:0-Führung. Beim Klärungsversuch hatte Frankreichs Verteidiger Lucas Digne den heraneilenden Yamal nicht gesehen und ihn mit voller Wucht am Oberschenkel getroffen. Nach dem Spiel hatte Yamal zunächst individuell trainiert, gemeinsam mit seinem Teamkollegen Pedro Porro, wie die spanische Sportzeitung Marca berichtete.
Yamal nach Foul im Halbfinale fit
Trainer Luis de la Fuente, 65 Jahre alt, gab am Freitagabend Entwarnung. „Das war schmerzhaft für ihn, aus Vorsicht haben wir ihm Minuten zur Erholung gegeben. Es geht ihm gut heute, er hat mit der Mannschaft trainiert und er ist in optimaler Form“, sagte de la Fuente. Zudem betonte der spanische Coach, dass Yamal im Duell des Europameisters mit dem Weltmeister bei sich bleiben müsse: „Wir helfen Lamine am meisten, wenn wir ihn er selbst sein lassen.“ Auch den Moment wolle die Mannschaft genießen: „Alles andere, darauf lege ich Wert, wollen wir genießen. Wir wollen den Moment genießen.“ Mit einem Augenzwinkern fügte de la Fuente hinzu: „Ich bin nervös, weil wir mit dem Hubschrauber zurückfliegen. Ich meine das ernst. Wir sind mit dem Hubschrauber gekommen und müssen ihn zurücknehmen und das macht mich wirklich nervös.“
Rodri warnt vor Reduktion auf Messi
Auf Seiten Argentiniens steht vor allem Lionel Messi im Fokus. Spaniens Mittelfeldspieler Rodri, der bei Manchester City unter Vertrag steht, sprach am Freitagabend in Manhattan vor Hunderten Journalisten über den argentinischen Kapitän. „Für mich ist er der beste Spieler aller Zeiten. Er hat seine Nationalmannschaft angeführt, aber Argentinien ist viel mehr als nur Messi“, sagte Rodri. Mit Blick auf das Endspiel ergänzte er: „Unser Ziel war es, genau da zu stehen, wo wir jetzt sind. Wir wollten die Weltmeisterschaft gewinnen, und wir wissen, dass wir es können. Wir haben gezeigt, dass wir grosse Rivalen schlagen können, und jetzt stehen wir vor dem bisher härtesten Gegner. Es wird der perfekte Test sein, um zu sehen, ob wir den WM-Pokal wirklich holen können. Wir müssen mehr Siegeswillen als Angst vor einer Niederlage haben.“
Argentiniens Trainer Lionel Scaloni bestätigte, dass sein Team in guter Form sei. Er verwies auf die besondere Stimmung im Land: „Die Fans von den Boca Juniors und River Plate umarmen sich und feiern zusammen – wie kann dich das nicht bewegen?“ Scaloni sprach zudem über die Anhängerschaft: „Du siehst die Leute, wie sie feiern, wie wir sie glücklich machen. Das berührt dich.“ Allerdings sei die Vorbereitung knapp: „Wir haben nicht viel Zeit zum trainieren. Wir sind spät hier angekommen und werden nun beschäftigt sein.“
Argentiniens taktisches Profil
Taktisch bringt Argentinien nach Einschätzung von Experten eine besondere Mischung mit. „Argentinien bringt sehr viel Körperlichkeit aus der Premier League gepaart mit starken variablen Fertigkeiten mit dem Ball und guter Entscheidungsfähigkeit mit“, heißt es in der Analyse. Fünf Spieler des 26-köpfigen Kaders stehen bei Premier-League-Klubs unter Vertrag, womit Argentinien gleichauf mit Spanien an der Spitze der WM-Teams liegt. Sechs argentinische Spieler spielen bei Atlético Madrid, darunter die vier Stammspieler Julián Álvarez, Nicolás González, Thiago Almada und Nahuel Molina. „Das ist eine auffällig hohe Klub-Konzentration bei einem einzigen Verein“, heißt es dazu. Messi und Rodrigo De Paul spielen dagegen in der US-amerikanischen MLS bei Inter Miami.
In der Defensive agiert Argentinien häufig mit zwei kompakten Viererketten, ähnlich wie es Atlético Madrid über das vergangene Jahrzehnt erfolgreich praktiziert hat. Gegen gleichwertige Gegner steht die Mannschaft sicher und versucht, über Konter zum Erfolg zu kommen. Dabei rücken oft nur wenige Spieler – manchmal nur drei – nach vorne, während der Rest eine große Restverteidigung bildet. Mit Rotationen, Überladungen auf den Flügeln und schnellen Spielverlagerungen wird gezielt versucht, Messi freizuspielen. Messi selbst trägt kaum zur Defensivarbeit bei, was die übrigen neun Feldspieler ausgleichen müssen.
Späte Tore als Markenzeichen
Argentinien hat im Turnierverlauf 19 Tore erzielt, sechs mehr als Spanien mit 13. Allerdings kassierte die „Albiceleste“ auch sieben Gegentreffer, während Spanien unter de la Fuente im gesamten Turnier nur ein einziges Gegentor hinnehmen musste. Auffällig ist die späte Trefferquote der Südamerikaner: In jeder K.-o.-Runde erzielte Argentinien späte Tore. Gegen Kap Verde und die Schweiz ging es in der Verlängerung weiter, gegen Ägypten und England in den Schlussphasen. Im Halbfinale gegen England setzte sich Argentinien mit 2:1 durch. Nach dem 0:1 besaß Argentinien im zweiten Durchgang 88 Prozent Ballbesitz, England nur 12 Prozent. Ein Beispiel für die späten Treffer: Im Achtelfinale gegen die Schweiz entschied Stürmer Julián Álvarez ein Duell gegen Granit Xhaka in der Nachspielzeit vor dem 3:1.
Beim spanischen Team haben sich im Turnierverlauf vor allem Mikel Oyarzabal, Mikel Merino und Pedro Porro hervorgetan. Spanien setzte im Halbfinale gegen Frankreich auf eine starke kollektive Leistung, ohne mehr als nötig zu scoren. Weil Argentinien das zweite Halbfinale bestritt, hatte Spanien einen zusätzlichen Ruhetag.
Martínez spielt mit Schmerzen
Auch abseits des Platzes gibt es personelle Sorgen: Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez, 33 Jahre alt, spielt trotz Schmerzen. Er hatte sich am 20. Mai im Aufwärmprogramm zum Europa-League-Finale, den Aston Villa mit 3:0 gegen den SC Freiburg gewann, einen Bruch des rechten Ringfingers zugezogen. Martínez entschied sich, die Operation zu verschieben, und kann seit dem WM-Achtelfinale wieder normal trainieren. „Meine Hand tut immer noch jeden Tag weh“, sagte er. Jeder Spezialist, den er konsultiert habe, habe eine Operation als notwendig erachtet.
Daniel Memmert, Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und Leiter des Masterstudiengangs „Spielanalyse“, bereiste während der WM 2026 Forschungsstandorte. Seine Einschätzungen fließen in die taktische Analyse ein, die Teil einer ZDFheute-Serie zu den spannendsten Teams des Turniers ist.
Als externe Bedingungen für das Finale werden zudem erwartete Hitze, Rauch durch Waldbrände in Kanada sowie ein voraussichtlich trockener Platz genannt. Mexiko wird als eines der wenigen Teams genannt, das im Turnier noch mehr Spieler eingesetzt hat als Argentinien: 23 der 26 argentinischen Kaderspieler kamen zum Einsatz, 16 davon mit mehr als 100 Spielminuten.
Fragen & Antworten
Wer ist Lamine Yamal und warum ist sein Fitnesszustand vor dem Finale relevant?
Lamine Yamal ist ein 19-jähriger spanischer Stürmer, der im Halbfinale gegen Frankreich im Strafraum gefoult wurde und danach individuell trainierte. Trainer Luis de la Fuente erklärte ihn am Freitag für fit und in optimaler Form für das Endspiel am Sonntag.
Was hat Spaniens Trainer de la Fuente über Yamal gesagt?
De la Fuente sagte, Yamal sei nach dem schmerzhaften Foul vorsichtshalber geschont worden, habe aber mit der Mannschaft trainiert und sei in optimaler Form. Zudem betonte er: „Wir helfen Lamine am meisten, wenn wir ihn er selbst sein lassen.“
Warum warnt Spaniens Rodri davor, Argentinien nur auf Messi zu reduzieren?
Rodri sagte, Messi sei für ihn der beste Spieler aller Zeiten, verwies aber darauf, dass Argentinien über einen breiten Kader mit starker Premier-League-Erfahrung und einer kompakten Defensive verfüge. Das Kollektiv der „Albiceleste“ sei mehr als nur sein Kapitän.