Im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 treffen Spanien und Argentinien am Sonntag um 21:00 Uhr im MetLife Stadium bei New York aufeinander, wobei Titelverteidiger Argentinien um Lionel Messi seine zweite WM-Endspielteilnahme in Folge anstrebt.

Übertragung und Rahmenbedingungen

Das Endspiel des Turniers in Nordamerika wird live ab 19:30 Uhr im ZDF und auf ORF 1 übertragen. Wie es im Programmhinweis des ZDF heißt: "Spanien gegen Argentinien (ab 19:30 Uhr live im ZDF)". Schiedsrichter der Partie ist der Slowene Slavko Vincic. Die Nachrichtenagenturen dpa und SID haben im Vorfeld über die Begegnung berichtet.

Argentinien geht als Titelverteidiger in die Partie. Die "Albiceleste", benannt nach den weiß-himmelblauen Streifen des Nationaltrikots, hatte 2022 in Katar das Endspiel gegen Frankreich gewonnen. Vor diesem Turnier holte die Mannschaft 2021 und 2024 zudem die Copa América. Kapitän Lionel Messi, der 170 Zentimeter groß ist und achtmal zum Weltfußballer des Jahres gewählt wurde, bestreitet sein drittes WM-Finale – nach der Niederlage 2014 gegen Deutschland und dem Triumph 2022.

Argentinien als Titelverteidiger

Der 39-jährige Messi hatte vor dem Endspiel auf Instagram eine emotionale Botschaft an sein Team gerichtet. Er schrieb: "Egal, was morgen passiert, diese Gruppe hat bereits eine Geschichte geschrieben, die wir nie vergessen werden - eine, die niemand auslöschen kann. AUF GEHT'S ARGENTINIEN". Das Foto zeigte die gesamte argentinische Mannschaft samt Betreuerstab. In einem weiteren Beitrag formulierte Messi: "Vielen Dank an alle meine Teamkollegen, den Trainerstab und alle, die jeden Tag daran arbeiten, dass diese Nationalmannschaft eine Familie bleibt."

Sein möglicher letzter großer Auftritt im Nationaltrikot erhält durch die Statistik zusätzliches Gewicht. Nach dem brasilianischen Cafú ist Messi erst der zweite Spieler der Fußballgeschichte, der in drei WM-Endspielen stand. Mehr als eine Milliarde Menschen werden weltweit laut den Organisatoren vor den Bildschirmen erwartet.

Spaniens Weg ins Finale

Auf der spanischen Seite gilt die Ausgangslage als offen. Spanien, trainiert von Luis de la Fuente, reist als amtierender Europameister an. Die Mannschaft trat beim Turnier ohne klassischen Mittelstürmer an, anders als Frankreich mit Kylian Mbappé oder England mit Harry Kane. Im Halbfinale setzte sich Spanien mit 2:0 gegen Frankreich durch; Pedro Porro erzielte den zweiten Treffer. Der spanische Verband sprach anschließend von "Pedro Porros WM". Insgesamt kassierte die spanische Mannschaft im gesamten Turnierverlauf nur ein Gegentor.

Der 26-jährige Pedro Porro, der zwei Turniertore erzielte, gehört ebenso zum Kader wie Mikel Oyarzabal, der mit fünf Treffern spanischer Toptorschütze ist und 29 Jahre alt ist. Aymeric Laporte, 32, bildet in der Innenverteidigung gemeinsam mit dem 19-jährigen Pau Cubarsí ein Duo, das in spanischen Medien mit Sergio Ramos und Gerard Piqué verglichen wird. Cubarsí spielt beim FC Barcelona; Trainer Hansi Flick lobte seine Spielreife. Dahinter steht Unai Simón als Nummer eins vor Arsenals David Raya. Rodri, Mittelfeldspieler von Manchester City, kehrte nach einem Kreuzbandriss rechtzeitig zur K.o.-Runde zurück und gewann 2024 die Auszeichnung zum FIFA-Weltfußballer sowie die Europameisterschaft.

Schlüsselspieler beider Teams

Im zweiten Halbfinale hatte Argentinien England mit 2:1 besiegt. Messi bereitete den Führungstreffer mit einer Flanke vom rechten Fuß vor, nachdem er zuvor an Harry Kane vorbeigezogen war und von Elliot Anderson gefoult wurde. Alexis Mac Allister, der bei Liverpool unter Vertrag steht, traf zweimal den Pfosten. Emiliano Martínez, 33-jähriger Torhüter von Aston Villa, avancierte schon 2022 zur Schlüsselfigur und wurde 2022 sowie 2024 zum FIFA-Welttorhüter des Jahres gewählt. Cristian Romero spielt bei Tottenham Hotspur, Lisandro Martínez (28) erzielte ein wichtiges Tor gegen Kap Verde.

Die persönliche Beziehung zwischen Messi und dem 19-jährigen Lamine Yamal reicht weit zurück. Vor 19 Jahren hatte Messi, damals Spieler des FC Barcelona, den Säugling Yamal in einer blauen Babywanne für einen UNICEF-Charakterkalender fotografiert. Yamal, der in Barcelona spielt, und Rodri fanden beide in den K.o.-Runden zur alten Form. Messi selbst steht in der Torschützenliste des Turniers auf Platz zwei.

Eine besondere persönliche Verbindung

Die Vorgeschichte der Begegnung reicht weiter zurück. Am 13. Juli 1966 hatte Argentinien Spanien in der Gruppenphase der WM in England mit 2:1 geschlagen – die bislang einzige Begegnung beider Teams bei einer Weltmeisterschaft. Seither nahmen Spanien und Argentinien an jeder WM teil, trafen aber nicht erneut aufeinander. Das letzte Freundschaftsspiel liegt acht Jahre zurück, als Spanien 6:1 gegen eine argentinische Auswahl ohne den verletzten Messi gewann.

Einer, der das aktuelle Endspiel als besondere TV-Konstellation erlebt, ist der argentinische Kommentator Andrés Cantor, der für den US-Sender Telemundo das Finale begleitet – seine zehnte Weltmeisterschaft als Kommentator. Auch in Österreich begleitet der frühere norwegische Nationalspieler Jan Åge Fjørtoft das Turnier als TV-Experte bei ServusTV; Fjørtoft hatte 1994 in den USA an der WM teilgenommen.

Schiedsrichterliche Diskussionen begleiten das Turnier seit dem Viertelfinale der EM 2024, als Spaniens Marc Cucurella im Spiel gegen Deutschland einen Schuss von Jamal Musiala mit dem Arm blockierte, der Pfiff aber ausblieb. Spanien gewann 2:1 nach Verlängerung und wurde Europameister. Cucurella sagte der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" später über die Szene: "Mamma mia!". Die UEFA räumte im Nachhinein ein, dass ein Strafstoß hätte gegeben werden müssen. Beim aktuellen Turnier lieferte Cucurella drei Vorlagen sowie einen halben Treffer, der nachträglich als Eigentor gegen Saudi-Arabien gewertet wurde.

Historische Parallelen und Schiedsrichterfragen

Ein historischer Vergleich drängt sich auf: Beim WM-Viertelfinale 1986 in Mexiko hatte Argentiniens Kapitän Diego Armando Maradona im Spiel gegen England ein Tor mit der Hand erzielt; der Schiedsrichter erkannte das Foul nicht, eine Videountersuchung existierte damals nicht. Argentinien gewann 2:1 und wurde Weltmeister. Nach dem Spiel sagte Maradona über sein Tor: "Un poco con la cabeza de Maradona y otro poco con la mano de Dios". Auch 2026 stand Schiedsrichtertechnik im Fokus.

Messi selbst formulierte die Bedeutung der Reise unabhängig vom Ergebnis: "Das Beste an all diesen Jahren waren nicht nur die Titel, sondern die gesamte Reise. Den Alltag mit dieser Gruppe teilen, gemeinsam an Wettkämpfen teilnehmen, in schwierigen Zeiten wieder auf die Beine kommen und jeden Schritt des Weges genießen". Spanien, dessen Spitzname "La Furia Roja" auf den kämpferischen Stil bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen zurückgeht, will den Europameistertitel nun um den WM-Titel ergänzen.

Der spanische Ausdruck "¡Hostia!" – wörtlich die Hostie der katholischen Messe – beschreibt treffend die Anspannung vor einem solchen Endspiel, in dem Überraschung und Dramatik in jede Richtung möglich scheinen. Sollte die Partie nicht in der regulären Spielzeit entschieden werden, rechnet der Autor dieser Kolumne mit einer Verlängerung über 120 Minuten.

Für Messi wäre es nach 2014 und 2022 das dritte WM-Endspiel, für Yamal das erste große Finale im Nationaltrikot. Die persönliche Geschichte der beiden Spieler, die vor 19 Jahren mit einem Babyfoto in einer blauen Wanne begann, trifft an diesem Abend in East Rutherford aufeinander – vor den Augen eines Milliardenpublikums.