WM 2026: Krawalle in Den Haag nach Marokko-Sieg | nachrichten360
WM 2026: Randale in Den Haag nach Marokkos Sieg im Elfmeterschießen gegen die Niederlande
Den Haag, 30. Juni 2026
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Kurzfassung
Nach dem Sieg Marokkos im Elfmeterschießen gegen die Niederlande bei der WM 2026 ist es in Den Haag nach Angaben der Polizei vereinzelt zu Zusammenstößen unter feiernden Anhängern gekommen. Die Beamten mussten eingreifen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Nach dem Sieg Marokkos im Elfmeterschießen gegen die Niederlande bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist es in Den Haag nach Angaben der Polizei bei Feiern von Anhängern der marokkanischen Mannschaft vereinzelt zu Zusammenstößen gekommen.
Die Konfrontationen ereigneten sich in den Abendstunden nach dem Spiel, das Marokko gegen die Niederlande für sich entschied. Einsatzkräfte waren vor Ort, um die Lage zu beruhigen, wie die niederländische Polizei mitteilte. Über das Ausmaß der Ausschreitungen und mögliche Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.
Eskalation auf den Straßen
Der Sieg der marokkanischen Auswahl gegen den Gastgeber löste in mehreren europäischen Städten Jubel unter Anhängerinnen und Anhängern mit marokkanischen Wurzeln aus. In Den Haag, wo ein großer Teil der Bevölkerung familiäre Bindungen nach Marokko hat, schlugen die Feiern jedoch teilweise in Gewalt um.
Die niederländische Polizei sprach von vereinzelten Zusammenstößen. Beamte wurden eingesetzt, um die Menschenmengen auf den Straßen zu kontrollieren. Videos in sozialen Medien zeigten Feuerwerkskörper, umgestürzte Gegenstände und kleinere Gruppen, die aufeinander zugingen.
Historische Werte auf dem Spielfeld
Fußball-Weltmeisterschaften haben in der Vergangenheit wiederholt für Spannungen in Städten mit großen Einwanderer-Communities gesorgt. Die zuständigen Behörden hatten im Vorfeld des Spiels ein erhöhtes Aufgebot positioniert. Die Polizei kündigte an, die Lage weiter zu beobachten.
Parallel zu den Ausschreitungen verläuft die WM 2026 sportlich auf Rekordkurs. In der Vorrunde fielen insgesamt 215 Tore, im Schnitt 2,92 pro Spiel. Damit wurde der Wert von 1958 (3,6 Tore pro Partie) noch nicht erreicht, übertroffen wurde jedoch die Marke von 1970.
Spanien und Brasilien im Aufwind
Spanien beendete die Gruppenphase als Sieger der Gruppe und trifft im Achtelfinale auf Brasilien. Rekordweltmeister Brasilien setzte sich zuvor mit 2:1 gegen Japan durch und steht damit in der K.o.-Runde. Spaniens König Felipe VI. besuchte das Team und gab eine klare Zielsetzung aus.
Uruguay schied nach einem 0:1 gegen Spanien aus dem Turnier aus. Trainer Marcelo Bielsa zog eine selbstkritische Bilanz: „Meine Zeit wird als eine Phase in Erinnerung bleiben, die nichts hinterlassen hat“, sagte der 70 Jahre alte Argentinier. Die Zeitung „El Observador“ sprach von einem „harten Realitätsschock“ und kritisierte Bielsas Führungsstil scharf. Berichten zufolge hatten sich Führungsspieler um Kapitän Fede Valverde über Trainingssteuerung und Taktik beschwert.
Uruguay und die Niederlande vor dem Aus
Beim niederländischen Team hinterließ das Ausscheiden ebenfalls Spuren. Bondscoach Ronald Koeman verteidigte seine taktische Ausrichtung mit fünf Verteidigern gegen die Kritik nach der Niederlage. „Jetzt werde ich kritisiert, weil ich mit fünf Verteidigern gespielt habe“, sagte Koeman. Ein Entscheidungsspiel traf er nicht.
Auch außerhalb der europäischen Schauplätze verlief die WM turbulent. Südkoreas Präsident Lee Jae-myung forderte nach dem Vorrunden-Aus seines Teams Konsequenzen: Das Ausscheiden sei geradezu „absurd“. Die südkoreanische Polizei kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Rückkehr der Mannschaft an, da Morddrohungen gegen den Trainer eingegangen seien.
Kontroversen jenseits des Platzes
Der japanische Nationaltrainer Hajime Moriyasu bereitet sein Team derweil intensiv auf das Sechzehntelfinale vor. Nach dem enttäuschenden Aus 2022 im Elfmeterschießen gegen Kroatien hat Moriyasu diesmal die Entscheidung über die Schützen selbst in die Hand genommen: „Jetzt bestimme ich!“, sagte der 57-Jährige. „Ich habe das Potenzial der Spieler nicht abrufen können“, hatte er zuvor eingeräumt.
Aus dem iranischen Lager kam scharfe Kritik am Weltverband. Kapitän Mehdi Taremi nannte die Bedingungen bei der WM eine „Katastrophen-Weltmeisterschaft“. „Das liegt in der Verantwortung der FIFA“, sagte Taremi: „Sie müssen hier jedes kleine Problem lösen, aber unseres konnten Sie von Anfang an nicht lösen.“
England blickt derweil auf einen historischen Torrekord von Harry Kane. Der Bayern-Stürmer erzielte im letzten Gruppenspiel gegen Panama seinen elften WM-Treffer und überholte damit Gary Lineker, der bisher bei zehn Toren gelegen hatte. Kane ist bereits bei seiner dritten WM erfolgreich.
Auch abseits des Platzes sorgte die WM für Schlagzeilen. Der niederländische Stürmer Cody Gakpo teilte mit, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin Noa gestorben sei. „Das ist eine unglaublich schwere Zeit für unsere Familie“, schrieb der 27-Jährige. Sein Klub und der Verband bekundeten ihre Anteilnahme.
Sensationen und Rekorde
Kap Verde sorgte mit dem Einzug ins Achtelfinale bei seiner ersten WM-Teilnahme für eine Sensation. Durch ein 0:0 gegen Saudi-Araben zog die Auswahl des Inselstaates in die K.o.-Runde ein. Präsident Santiago Peña rief in Paraguay nach dem Einzug ins Achtelfinale gegen die deutsche Mannschaft einen Nationalfeiertag aus.
Die Organisatoren verzeichneten unterdessen einen Zuschauerrekord in der Vorrunde. 4.644.549 Besucherinnen und Besucher kamen in die 16 Stadien. Zudem registrierte die FIFA 2,8 Millionen verkaufte Biere und fast eine Million verkaufter Flaschen Wasser. Für die Spielstätten zog der Weltverband ein positives Fazit.
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps kehrte nach einer kurzen Pause in die USA zurück und bereitet sein Team auf das Sechzehntelfinale gegen Schweden vor. Auf der Instagram-Seite des Verbandes richtete er eine leidenschaftliche Ansprache an seine Spieler: „Jedes Spiel kann das letzte sein“, sagte Deschamps.
Polizeiliche Reaktion
In der deutschen Mannschaft stehen die Zeichen unterdessen auf Abschied. Nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay zog der 63 Jahre alte Bundestrainer Konsequenzen und kündigte an, in Ruhe über seine Zukunft nachzudenken. „Ich werde in Ruhe über meine Zukunft nachdenken“, sagte der Coach.
Schottlands Trainer Steve Clarke trat nach dem 0:3 gegen Brasilien und dem verpassten Achtelfinaleinzug zurück. „Unser erfolgreichster Nationaltrainer hat sich nach sieben Jahren für das Ende seiner Zeit bei uns entschieden“, teilte der schottische Verband mit.
Nach den Krawallen in Den Haag kündigte die Polizei an, die Lage weiter zu beobachten und bei neuen Ausschreitungen konsequent einzugreifen. Die WM-Behörden betonten, dass solche Vorfälle die Sicherheitslage bei den kommenden Spielen nicht beeinträchtigen dürften.
Fragen & Antworten
Was genau ist in Den Haag passiert?
Nach dem Sieg Marokkos im Elfmeterschießen gegen die Niederlande bei der WM 2026 kam es nach Angaben der niederländischen Polizei vereinzelt zu Zusammenstößen unter feiernden Anhängern. Die Beamten waren im Einsatz, um die Lage zu beruhigen.
Welche Mannschaften treffen sich noch im Turnier?
Spanien trifft im Achtelfinale auf Brasilien, das sich zuvor mit 2:1 gegen Japan durchsetzte. Frankreich spielt im Sechzehntelfinale gegen Schweden, Japan trifft ebenfalls in der K.o.-Runde auf einen europäischen Gegner.
Welche Konsequenzen ziehen die Verbände nach dem Ausscheiden?
Nach Südkoreas Vorrunden-Aus forderte Präsident Lee Jae-myung Konsequenzen, Schottlands Trainer Clarke trat zurück und Uruguays Marcelo Bielsa sprach von einer Phase, „die nichts hinterlassen hat“.