Ein Wiener Schöffensenat hat die Ehefrau eines Rechtsanwalts am Freitag zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil sie gemeinsam mit einem unbekannten Mittäter einen Einbruch in die Kanzlei ihres Mannes vorgetäuscht und 75.000 Euro aus einem Tresor entnommen hatte.
Hintergrund: Vorwurf des fingierten Einbruchs
Das Urteil fiel nach mehrtägiger Verhandlung am Landesgericht Wien. Der Schöffensenat sah es als erwiesen an, dass die Angeklagte den Einbruch fingiert und das Geld aus dem Tresor der Kanzlei entnommen hatte. Im Zentrum stand die Frage, ob ihr Ehemann, ein Wiener Rechtsanwalt, in die Tat verwickelt war.
Die Frau hatte beim Verhandlungsauftakt Anfang Mai zunächst zugegeben, den Einbruch erfunden zu haben. Im Laufe des Verfahrens änderte sie jedoch ihre Version und behauptete, zwei Geschäftsleute – Mandanten ihres Mannes – seien in die Kanzlei eingedrungen, hätten sie mit einem Messer und einer Schere bedroht und das Geld an sich genommen. Diese Darstellung wertete das Gericht als unglaubwürdig.
