Die Weltgesundheitsorganisation sieht ihren Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser nach eigenen Angaben als Orientierung an, doch Vertreterinnen und Vertreter kritisieren die seit Jahren geltende Empfehlung als zu wenig anspruchsvoll.
Die Kritik richtet sich gegen die WHO-Empfehlung, die seit 1995 besteht und den Gehalt von Nitrat im Trinkwasser begrenzt. Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Tierschutz und Umweltschutz halten den Wert für gesundheitlich und ökologisch unbefriedigend. Die WHO selbst beschreibt ihre Empfehlung nicht als verbindliche Grenze, sondern als Leitlinie, an der sich Länder orientieren können.
Besonders deutlich kritisiert wird, dass die Empfehlung die Folgen langfristiger Belastung des Trinkwassers durch Nitrat nicht ausreichend abbildet. Als zentrale Ursache werden in der öffentlichen Debatte intensive Tierhaltung und der Einsatz synthetischer Düngemittel in der Landwirtschaft angeführt. Diese Faktoren können Nitrat in Boden und Grundwasser fördern.
