WHO beendet Hantavirus-Ausbruch auf "Hondius": Letzte Kontaktperson aus Quarantäne
Genf, 02 Juli 2026
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Kurzfassung
Die Weltgesundheitsorganisation hat den tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" für beendet erklärt. Seit dem 25. Mai seien keine neuen Fälle aufgetreten, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf mit.
Genf, 02 Juli 2026
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs "MV Hondius" der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions am Donnerstag in Genf für beendet erklärt, nachdem die letzte Kontaktperson ihre Quarantäne abgeschlossen und negativ getestet wurde.
Reiseroute und Beteiligte
Insgesamt hatten sich bei dem Ausbruch 13 Menschen mit dem seltenen Anden-Stamm des Hantavirus infiziert, drei von ihnen starben. Damit blieb es bei der Bilanz, die bereits seit Wochen bekannt war. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte vor Journalisten in Genf, seit dem 25. Mai seien keine weiteren Fälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" aufgetreten. "No further cases have been reported since May 25", sagte der WHO-Generaldirektor.
Die letzte Kontaktperson sei negativ auf das Virus getestet worden und habe ihre Quarantäne beendet, hieß es weiter. "Today, the final contact of a person exposed to hantavirus on the cruise ship MV Hondius completed their quarantine period, tested negative and returned home", sagte Tedros. Mit dem Abschluss dieser Beobachtungsphase sei die Voraussetzung erfüllt, den Ausbruch offiziell als beendet zu betrachten. "We are therefore very pleased to say that WHO considers the outbreak of hantavirus over."
Die Reederei Oceanwide Expeditions hatte die Reise mit dem Schiff "Hondius" am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens begonnen. Die Route führte über abgelegene Inseln im Südatlantik, unter anderem Tristan da Cunha, weiter nach Norden bis nach Teneriffa, eine der Kanarischen Inseln. An Bord befanden sich rund 150 Menschen aus etwa 23 Ländern. Dort endete die Kreuzfahrt unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen, die Passagiere wurden im Mai in ihre Heimatländer zurückgeführt.
Die Infektionen traten während und nach der Reise auf. Es handelt sich um zwölf bestätigte Fälle sowie einen wahrscheinlichen Fall. Unter den drei Toten befand sich nach Angaben aus der Berichterstattung auch eine deutsche Staatsangehörige. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte den Anden-Stamm des Hantavirus, ein Nagetier-assoziiertes Virus, in den Vordergrund der Aufklärung gerückt. RKI-Präsident Lars Schaade sagte zum Vergleich mit dem Coronavirus: "Das ist kein Virus, das sich verbreitet." Damit verwies er auf den grundsätzlich anderen Übertragungsweg des Erregers.
Ermittlungen zum Ursprung
Seit Beginn des Ausbruchs hatten die Gesundheitsbehörden nach eigenen Angaben mehr als 650 Kontaktpersonen in rund 30 Ländern identifiziert und überwacht. Diese Menschen waren entweder Mitreisende, Crew-Mitglieder oder hatten in den Heimatländern Kontakt zu Infizierten. Die Beobachtungsphase für Kontaktpersonen umfasste laut den US-Behörden 42 Tage. "Im Moment sieht es gut aus": Alle Kontakte seien ermittelt, hieß es aus den zuständigen Stellen.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte bereits zuvor ihre Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbruch eingestellt, nachdem alle potenziell betroffenen US-Bürgerinnen und US-Bürger die 42-tägige Beobachtungsphase ohne eine gemeldete Infektion abgeschlossen hatten. Auch das RKI hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass von dem Anden-Stamm des Hantavirus keine Pandemiegefahr ausgehe. Ein Infektiologe erklärte, die auf dem Schiff aufgetretene Variante sei keine Gefahr für Europa.
Hantaviren werden in der Regel durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen, etwa durch Einatmen aufgewirbelten Staubs. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung, wie sie bei dem Coronavirus möglich ist, findet beim Anden-Stamm nur in sehr seltenen Fällen statt. Damit unterscheidet sich die Infektionskette grundlegend von respiratorischen Erregern. Das RKI ordnete die Lage von Anfang an als lokal begrenzt ein.
Reaktion der Reederei
Die genauen Umstände, unter denen sich die Passagiere und Crew-Mitglieder auf der "Hondius" infizierten, werden laut WHO noch untersucht. Im Fokus stehen mögliche Kontakte zu Nagetieren während der Landgänge auf den abgelegenen Inseln sowie an Bord des Schiffes. Bisher veröffentlichte Ergebnisse der Untersuchung lagen am Donnerstag nicht vor.
Die Reederei Oceanwide Expeditions hatte sich zu dem Ausbruch bisher zurückhaltend geäußert. Sicherheitsvorkehrungen und Hygienemaßnahmen waren während der gesamten Reise und der Rückführung der Passagiere erhöht worden. Wie es mit dem Schiff und seinen künftigen Fahrten weitergeht, blieb zunächst offen. Auch zu möglichen zivilrechtlichen oder versicherungstechnischen Folgen für die Angehörigen der Todesopfer wurde zunächst nichts Näheres bekannt.
Einordnung durch das RKI
Mit der offiziellen Erklärung der WHO, den Ausbruch für beendet zu erklären, endet ein internationaler Gesundheitsalarm, der mehrere Wochen angedauert hatte. Die Behörden in den rund 30 betroffenen Ländern hatten über Wochen Kontaktpersonen identifiziert, Tests durchgeführt und Beobachtungsphasen koordiniert. Die WHO wertete den Verlauf als Beleg für die Wirksamkeit der internationalen Melde- und Überwachungssysteme.
Die Erklärung bedeutet, dass die WHO keine neuen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbruch empfiehlt. Gleichzeitig beobachten die nationalen Gesundheitsbehörden weiterhin die epidemiologische Lage insgesamt, insbesondere im Hinblick auf andere Hantavirus-Stämme, die in verschiedenen Regionen der Welt endemisch sind. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung in Deutschland oder Europa bestand nach Einschätzung des RKI zu keinem Zeitpunkt.
Reisemedizinisch wies das RKI darauf hin, dass Reisen in Regionen mit bekannter Hantavirus-Zirkulation mit entsprechender Vorsicht möglich seien. Dazu gehörten das Meiden von Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen sowie sorgfältige Hygiene bei Unterkünften in ländlichen Gebieten. Diese Empfehlungen waren nicht neu, galten aber durch den Fall als aktualisierter Hinweis.
Internationale Koordination
Am 2. Juli 2026 veröffentlichte der Deutschlandfunk eine Meldung zu dem WHO-Schritt, die auch internationale Agenturen wie dpa aufgriffen. Die WHO hatte zuvor bereits angekündigt, dass das Ende des Ausbruchs in Sicht sei, wollte aber den formalen Schritt erst nach Abschluss aller Quarantänen vollziehen.
Die drei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch werden in die internationale Statistik zu Hantavirus-Erkrankungen einfließen. Dabei handelt es sich um eine seltene, aber schwere Infektionskrankheit, deren Letalität beim Anden-Stamm je nach Studie bei rund einem Drittel liegt. Eine spezifische Therapie oder ein zugelassener Impfstoff gegen Hantaviren existiert bislang nicht; die Behandlung beschränkt sich auf intensivmedizinische Maßnahmen.
Die WHO betonte, dass der Ausbruch auf der "Hondius" trotz seines dramatischen Verlaufs mit drei Toten und einer hohen Zahl von Kontaktpersonen über mehr als 30 Länder hinweg durch die bestehenden Überwachungs- und Reaktionsmechanismen unter Kontrolle gebracht werden konnte. Tedros sprach von einer koordinierten Anstrengung nationaler Behörden und internationaler Partner.
Fragen & Antworten
Wie viele Menschen haben sich auf der "Hondius" mit dem Hantavirus infiziert?
Bei dem Ausbruch auf der "MV Hondius" gab es insgesamt 13 Infektionen, darunter zwölf bestätigte und ein wahrscheinlicher Fall. Drei Infizierte starben, unter ihnen eine deutsche Staatsangehörige.
Warum erklärte die WHO den Ausbruch jetzt für beendet?
Die WHO erklärte den Ausbruch für beendet, weil seit dem 25. Mai 2026 keine neuen Fälle mehr aufgetreten waren und die letzte Kontaktperson ihre Quarantäne abgeschlossen und negativ getestet wurde.
Was ist über die Reiseroute der "Hondius" bekannt?
Das Schiff der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions lief am 1. April 2026 in Ushuaia in Argentinien aus, führte über abgelegene Inseln im Südatlantik wie Tristan da Cunha und endete auf Teneriffa, von wo aus die rund 150 Passagiere aus etwa 23 Ländern in ihre Heimatländer zurückkehrten.
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