Die erst 18-jährige Osttirolerin Lilli Tagger ist an der Seite der italienischen Olympiasiegerin Sara Errani erfolgreich in das Doppel der French Open in Paris gestartet.
Das österreichisch-italienische Duo setzte sich am Dienstag in der ersten Runde gegen die US-Amerikanerinnen Ashlyn Krueger und Sofia Kenin mit 6:3 und 6:2 durch. Der klare Sieg kam durchaus überraschend, schließlich gewann Kenin im Jahr 2020 die Australian Open im Einzel.
Für Tagger ist es ein besonderes Erlebnis, mit der 39-jährigen Errani auf dem Platz zu stehen. „Das war was Spezielles, das passiert nicht jeden Tag. Ich habe es wirklich genossen. Ich versuche, viel von ihr mitzunehmen“, sagte die junge Österreicherin nach der Partie.
Eine besondere Partnerschaft
Die Zusammenarbeit kam durch eine Anfrage Erranis zustande, deren reguläre Doppelpartnerin Jasmine Paolini sich in Paris auf das Einzel konzentriert. „Sie hat mich gefragt, da sagt man nicht nein“, erzählte Tagger.
Errani ist nicht nur die aktuelle Olympiasiegerin im Doppel, sondern auch Titelverteidigerin in Paris. Im Vorjahr hatte sie den Titel an der Seite von Paolini gewonnen. Bei ihrer Ankunft in der Anlage im Westen von Paris sah Tagger ein Bild dieses Triumphs. „Da habe ich mir gedacht: okay, viel zu verteidigen haben wir nicht“, scherzte sie.
Die sportliche Verbindung hat auch eine persönliche Komponente: Taggers Trainerin Francesca Schiavone ist eine gute Freundin von Sara Errani. Schiavone, heute 45 Jahre alt, gewann 2010 selbst die French Open im Einzel. Zwei Jahre später marschierte Errani dort bis ins Finale – ihr größter Erfolg im Einzel.
Preisgeld und nächste Gegnerinnen
Der Erfolg in der ersten Runde zahlt sich für Tagger auch finanziell aus. Ihr Anteil am Preisgeld für den Doppelsieg beträgt 14.500 Euro. Zusammen mit den 87.000 Euro, die sie für ihre Erstrundenniederlage im Einzel erhielt, belaufen sich ihre Bruttoeinnahmen in Paris damit auf 101.500 Euro.
Was sie mit dem Geld machen wird, weiß die 18-Jährige noch nicht. „Ich habe keine Ahnung, ich habe nicht nachgeschaut. Natürlich wird's vielleicht ein Geschenk für Geschwister oder Onkel geben“, sagte sie. Ihr Onkel Alexander arbeitet als Journalist.
In der zweiten Runde trifft das italienisch-österreichische Duo auf die an Nummer sieben gesetzte Paarung Ellen Perez aus Australien und Demi Schuurs aus den Niederlanden.
Ausblick auf Wimbledon und Kitzbühel
Bereits jetzt richtet sich Taggers Blick auf die kommenden Wochen. Am 29. Juni wird sie ihr Debüt in Wimbledon geben. Die Umstellung auf Rasen sieht sie als Herausforderung: „Am Rasen ist es sicher am schwierigsten, aber das gilt natürlich für alle, weil wir extrem wenige Turniere haben. Ich habe bis jetzt recht wenig auf Rasen gespielt.“
Ob Tagger in diesem Jahr noch einmal in Österreich antreten wird, ist derzeit unklar. Vom 13. bis 19. Juli findet in Kitzbühel erstmals ein WTA-125-Turnier statt – auf Sand, direkt nach Wimbledon. „Natürlich würde es mich sehr freuen, noch einmal in Österreich zu spielen“, sagte die Osttirolerin, die in Linz bereits das Viertelfinale erreicht hatte.
