Tagger verliert French-Open-Premiere in drei Sätzen gegen Wang Xinyu
Paris, 24. Mai 2026
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Kurzfassung
Lilli Tagger hat ihr erstes Grand-Slam-Match im Hauptfeld der French Open knapp verloren. Die 18-Jährige zeigte mit einer umgebauten Vorhand eine starke Leistung, arbeitet aber weiter an der Konstanz.
Die 18-jährige Österreicherin Lilli Tagger ist am Pfingstsonntag bei den French Open in Paris in der ersten Runde an der als Nummer 32 gesetzten Chinesin Wang Xinyu in drei Sätzen gescheitert.
Die Österreicherin hatte nach ihrem Triumph bei den Juniorinnen im Vorjahr bei der Rückkehr an den Ort dieses Erfolgs kurz die Emotionen von damals gespürt. „In den ersten paar Minuten, als wir hergekommen sind, sind natürlich die Erinnerungen hochgekommen. In einem Jahr hat sich sehr viel geändert“, schilderte Tagger.
Sichtlich beeindruckt zeigte sich die Osttirolerin auch vom Umfeld im Profibereich. „Es fängt schon mal damit an, wenn du in die Umkleide gehst, und auf einmal sind die ganzen großen Spieler da. Manchmal kommt es mir komisch vor – jetzt bin ich auch da“, sagte sie lächelnd. Auf dem Centre-Court gegen Wang fehlte ihr dann allerdings das nötige Quäntchen Glück.
Erinnerungen an den Triumph im Vorjahr
Nach 2:08 Stunden musste sich Tagger mit 3:6, 6:3, 4:6 geschlagen geben. Zwar kämpfte sie sich nach verlorenem Startsatz stark zurück und sicherte sich Durchgang zwei, im entscheidenden dritten Satz konnte Wang jedoch einen frühen Breakvorsprung verteidigen. Dennoch war die Leistung der 18-Jährigen ein Beleg ihrer Entwicklung.
Bereits vor dem Turnier hatte Tagger über eine markante Änderung an ihrer Vorhand gesprochen. In einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ sagte sie, sie habe „vor allem an der Griffhaltung einiges geändert“. Auf Nachfrage erklärte sie: „An der Technik arbeitet man jeden Tag weiter, man probiert immer was zu ändern, weil man sich weiterentwickeln muss. Es geht nicht speziell um Präzision oder Power, sondern dass der Schlag gesamt besser wird.“
Neue Griffhaltung für die Vorhand
Dass ihr diese Verbesserung gelingen kann, zeigte Tagger nicht zuletzt mit ihrem Sieg über die Weltranglisten-21. Ljudmila Samsonova in Linz. Die Chinesin Wang, Nummer 34 der Welt, war für die Österreicherin jedoch eine zu hohe Hürde. Tagger selbst betonte: „Ziel ist immer, dass wir bei der Entwicklung weitermachen. Über das Resultat kann ich gar nicht reden, das ergibt sich, wie gut ich meine Sachen mache.“
Während Tagger nun die Segel streichen musste, sorgte ihre Landsfrau Sinja Kraus für einen historischen Erfolg. Die Wienerin zog erstmals in ihrer Karriere in den Hauptbewerb eines Grand-Slam-Turniers ein. In der letzten Qualifikationsrunde setzte sie sich durch, während Lukas Neumayer sein Match verlor.
Kraus erstmals im Grand-Slam-Hauptfeld
Auch die als Nummer 28 gesetzte Anastasia Potapowa ist die größte rot-weiß-rote Hoffnung im Damenfeld. Die Paris-Achtelfinalistin von 2024 befand sich am Montag im Einsatz und zeigte sich vor ihrem Auftaktmatch selbstbewusst.
Bei einer Pressekonferenz mit ihrer Pudelhündin „Baby“ auf dem Schoß sprach Potapowa über die schwere Auslosung und mögliche Duelle mit Topspielerinnen. „Ich habe davor keine Angst, weil das ist unser Leben. Offensichtlich ist es keine einfache Auslosung“, gestand sie. Sie verwies auf die Überraschungen in Madrid und Rom und dass man auch von den Großen lernen könne.
Potapowa mit neuer Einstellung und Lucky-Pudel
Potapowa könnte bei planmäßigem Verlauf in der dritten Runde auf Titelverteidigerin Coco Gauff treffen. „Es gibt noch viel Arbeit vor der dritten Runde. Ich bin nicht mal sicher, ob ich dort sein werde“, sagte sie und betonte, dass schon ihre Erstrundengegnerin Maya Joint keine leichte Aufgabe sei.
Die 25-Jährige sprach auch über ihre Form und persönliche Entwicklung. „Ja, das kann ich sicher sagen, trotz der Verletzung zu Saisonbeginn, die mich etwas zurückgehalten hat“, antwortete sie auf die Frage nach der besten Form ihres Lebens. Reife und Wachstum der vergangenen Jahre hätten zu einer „komplett neuen Einstellung und einem anderen emotionalen Zugang“ geführt.
Neben dem sportlichen stand Potapowa auch zum Thema Preisgeld-Debatte bei den French Open Rede und Antwort. Mehrere Topspieler hatten ihre gesamte Medienzeit auf nur 15 Minuten reduziert. Potapowa hält diesen Boykott für „Blödsinn“. Mit einem Lächeln an die Journalisten gewandt sagte sie: „Ihr habt nichts mit unserem Preisgeld zu tun, ihr bezahlt uns ja nicht, oder? Hier bin ich und rede mit euch.“
Kritik am Medienboykott und Preisgeld-Debatte
Für gute Laune sorgt bei der Weltranglisten-28. auch ihre Hündin „Baby“, die sie stets begleitet. „Sie bringt mir ein bisschen Extra-Glück, überhaupt im Hotel, da ist eine andere Atmosphäre im Raum. Für mich ist sie ein Glücksbringer“, schwärmte Potapowa.
Das restliche ÖTV-Quartett um Julia Grabher, Sebastian Ofner und Jurij Rodionov befindet sich in der oberen Hälfte des mit 61,72 Millionen Euro dotierten Turniers. Auch sie hoffen auf den Sprung in die zweite Woche.
Tagger blickt nach vorne
Für Lilli Tagger hingegen ist die Reise in Paris vorzeitig beendet. Dennoch zog sie eine positive Bilanz und will den Schwung mitnehmen. „Manchmal kommt es mir komisch vor – jetzt bin ich auch da“, hatte sie eingangs gesagt und damit ihre Entwicklung unterstrichen. Nun gilt der Fokus den nächsten Turnieren.
Tagger selbst sieht den Weg als stetigen Prozess. „An der Technik arbeitet man jeden Tag weiter, man probiert immer was zu ändern“, wiederholte sie. Auch von den Stars könne man lernen: „Auch wie sie sich mental vorbereiten, da kann man sich viel abschauen.“
Zum Abschluss betonte die Athletin: „Deswegen kann ich auch stolz auf mich sein, aber jetzt ist der Fokus immer weiter nach vorne.“ Die Saison bietet noch viele Chancen, und mit einer stabileren Vorhand dürfte die nächste Überraschung nicht lange auf sich warten lassen.