Johannes Schmuckenschlager tritt im Dezember als Präsident der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer (Landes-Landwirtschaftskammer) ab, sein bisheriger Vizepräsident Lorenz Mayr soll ihn beerben, wie aus einer Aussendung des ÖVP-Bauernbundes hervorgeht.

Die Niederösterreichische Landwirtschaftskammer bekommt im Dezember eine neue Führung. Der bisherige Präsident Johannes Schmuckenschlager zieht sich von der Spitze der bäuerlichen Interessenvertretung zurück. Das Präsidium des NÖ Bauernbundes nominierte den amtierenden Vizepräsidenten Lorenz Mayr einstimmig als seinen Nachfolger.

Mayr, der bisher als Vizepräsident der Kammer tätig war, wurde ebenfalls einstimmig für die Nachfolge designiert. Damit gilt der Wechsel an der Spitze der größten österreichischen Landes-Landwirtschaftskammer als vollzogen, sobald die Vollversammlung im Dezember zusammentritt. Auch die designierte Vizepräsidentin Irene Neumann-Hartberger, derzeit Bundesbäuerin, wurde einstimmig nominiert.

Schmuckenschlagers Bilanz

Schmuckenschlager war 2018 zum Präsidenten der Kammer gewählt worden und hatte das Amt nach einer Wiederwahl vor rund eineinhalb Jahren weitergeführt. Der Bauernbund erreichte unter seiner Führung bei der Kammerwahl 2025 laut der Aussendung 82 Prozent der Stimmen – das beste Ergebnis aller Landes-Landwirtschaftskammern in Österreich. Schon zuvor hatte die ÖVP-Bauernbund-Liste bei einer vorangegangenen Kammerwahl über 80 Prozent geholt.

Schmuckenschlager begründete seinen Rückzug mit den anstehenden politischen Weichenstellungen. „Die aktuellen Verhandlungen rund um das EU-Budget und die kommende Periode der gemeinsamen EU-Agrarpolitik brauchen nun einen verstärkten Einsatz, damit wir für die niederösterreichischen Bäuerinnen und Bauern die besten Rahmenbedingungen für die Zukunft schaffen“, erklärte er.

Mayr kündigt Kontinuität an

Diese Aufgabe solle nun in neuer Konstellation weitergeführt werden. Mayr kündigte an, die Kammer im selben Stil führen zu wollen. „So wie Johannes Schmuckenschlager die Landwirtschaftskammer in herausfordernden Zeiten mit großem Engagement, konsequenter Arbeit, Weitblick und klarer Haltung geführt hat, möchte auch ich das mit meinem Team tun“, sagte der 44-Jährige. Für Schmuckenschlagers „unermüdlichen Einsatz im Interesse der heimischen Bäuerinnen und Bauern“ gebühre ihm großer Dank.

Mayr skizzierte auch seine inhaltlichen Schwerpunkte. „Um Versorgungssicherheit zu garantieren, braucht es uns Bäuerinnen und Bauern. Und wir Bäuerinnen und Bauern brauchen die richtigen Rahmenbedingungen, um wirtschaften zu können. Dafür werde ich mich mit meiner ganzen Kraft einsetzen“, erklärte er.

Lob von Mikl-Leitner

Auch die Niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) würdigte die Arbeit des scheidenden Kammerpräsidenten. „Er war stets eine starke Stimme für unsere Bäuerinnen und Bauern und ein verlässlicher Partner des Landes Niederösterreich“, sagte sie. Zugleich kündigte sie an, die Interessen der heimischen Landwirtschaft auch gegenüber Wien und Brüssel zu vertreten: „Wir werden für starke bäuerliche Familienbetriebe kämpfen und uns dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft auch in Wien und Brüssel wieder jene Wertschätzung erhält, die sie verdient.“