Ein Waldbrand im sogenannten Mitteldorfer Wald südlich der Osttiroler Gemeinde Virgen hat am späten Freitagnachmittag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst, bei dem rund 170 Einsatzkräfte aus zwölf Feuerwehren und fünf Hubschrauber zum Einsatz kamen.

Der Brand war gegen 16:00 Uhr bei der Feuerwehr Virgen gemeldet worden und breitete sich unter dem Einfluss von Hitze und Wind rasch aus. Die Bezirksfeuerwehrverbände und die örtlichen Wehren reagierten umgehend mit einer großangelegten Alarmierung, wie der Bezirksfeuerwehrverband Lienz am Abend mitteilte.

Bereits in den ersten Stunden rückten Feuerwehren aus Virgen, Huben, Prägraten und Matrei aus, um die Flammen zu bekämpfen. Die Feuerwehr Nikolsdorf traf mit spezialisierter Waldbrandausrüstung an der Einsatzstelle ein, um die Bodentrupps zu verstärken. Auch Flugpersonal und die Bezirkseinsatzleitung waren vor Ort, um die Koordination zu übernehmen.

Erste Alarmierung und Kräfte

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil Wind und Trockenheit die Ausbreitung des Feuers begünstigten. Wie es in einer Mitteilung des Bezirksfeuerwehrverbands Lienz hieß: „Die Löscharbeiten dauern derzeit an, Wind und Trockenheit erschweren die Löscharbeiten bzw. Verhinderung der weiteren Ausbreitung massiv."

Die Einsatzkräfte kämpften sowohl am Boden als auch aus der Luft gegen die Flammen. „Aktuell sind zudem fünf Hubschrauber im Einsatz, die die Löscharbeiten aus der Luft unterstützen sowie örtliche Landwirte mit Güllefässern, welche die Löschwasserversorgung vor Ort sicherstellen", hieß es in der Lageinformation.

Wetter erschwert Löscharbeiten

Bis zum Abend hatte sich die Brandfläche auf rund zehn Hektar Wald ausgebreitet. Die Behörden riefen die Bevölkerung eindringlich dazu auf, das betroffene Gebiet großräumig zu meiden, da die Gefahr durch Funkenflug und Rauch weiterhin bestand.

In der Nacht verstärkten Bodentrupps und lokale Landwirte mit Güllefässern die Löschwasserversorgung im unwegsamen Gelände. Traktoren mit Güllefässern brachten Wasser in schwer zugängliche Bereiche, um Glutnester zu ersticken und ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Nachteinsatz mit Traktoren und Bodentrupps

Am Samstagmorgen konnte der Bezirksfeuerwehrkommandant von Lienz, Harald Draxl, gegenüber der APA eine erste positive Zwischenbilanz ziehen. „So sei es gelungen, ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern", erklärte Draxl. Der Brand sei eingedämmt, die Lage aber noch nicht abschließend gesichert.

Die Flammen waren über eine Fläche von zehn bis zwölf Hektar gerodetem Waldland bekämpft worden. Am Samstagvormittag kehrten fünf Hubschrauber für Nachlöscharbeiten in die Luft zurück, um letzte Glutnester abzulöschen.

Eindämmung am Samstagmorgen

Zusätzlich sollten am Samstag zwei weitere Hubschrauber in einer schwer zugänglichen Schlucht eingesetzt werden, um dort verbliebene Glutnester zu bekämpfen. Die Bezirkseinsatzleitung rechnete damit, dass der Einsatz auch am Samstag fortgesetzt werden müsse.

Wie der Bezirksfeuerwehrverband Lienz am Abend mitteilte: „Nach aktuellem Stand wird der Einsatz voraussichtlich morgen fortgesetzt." Damit war klar, dass die Aufräumarbeiten und die Brandwache noch mehrere Stunden in Anspruch nehmen würden.

Insgesamt waren rund 170 Einsatzkräfte aus zwölf Feuerwehren im Einsatz. Die Koordination lief über die Bezirkseinsatzleitung Lienz, die auch den Einsatz der Luftfahrzeuge und der unterstützenden Landwirte lenkte.

Die Einsatzleitung betonte, dass die schnelle Reaktion der ortsansässigen Feuerwehren und die Unterstützung durch die Landwirte entscheidend gewesen sei, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Kombination aus Bodenkräften, Luftunterstützung und lokaler Wasserversorgung habe sich bewährt.

Warnung an die Bevölkerung

Die Behörden warnten weiterhin vor dem Betreten des Waldgebiets rund um den Mitteldorfer Wald. Auch am Samstag galt die Empfehlung, das Areal großräumig zu umfahren, da einzelne Glutnester noch immer aufflammen könnten.

Der Bezirksfeuerwehrverband Lienz informierte im Laufe des Samstags fortlaufend über den Stand der Löscharbeiten. Die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gemeinden wurden über die lokalen Medien und die sozialen Kanäle auf dem Laufenden gehalten.

Die Osttiroler Einsatzkräfte zeigten sich mit dem Verlauf des Großeinsatzes zufrieden, wiesen aber darauf hin, dass die anhaltende Trockenheit in der Region die Waldbrandgefahr hoch halte. Weitere Einsätze in den kommenden Tagen seien nicht ausgeschlossen.

Bedeutung für die Region

Insgesamt verdeutlichte der Vorfall die Bedeutung gut ausgestatteter Freiwilliger Feuerwehren im ländlichen Raum. Die schnelle Alarmierung, die Spezialausrüstung und die enge Zusammenarbeit mit Landwirten und Luftunterstützung hätten Schlimmeres verhindert.

Die Bezirkseinsatzleitung kündigte an, nach Abschluss der Löscharbeiten eine Nachbesprechung durchzuführen, um die Erkenntnisse aus dem Einsatz für künftige Waldbrände in der Region zu nutzen.