Waldbrand im Müritz-Nationalpark gelöscht – Suche nach der Ursache läuft
Schwerin, 20. Juli 2026
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Kurzfassung
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hat den Waldbrand im Müritz-Nationalpark für gelöscht erklärt. Wegen der Munitionsreste im Boden könne jedoch noch keine dauerhafte Entwarnung gegeben werden, die Suche nach der Brandursache dauert an.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat den seit fast einer Woche lodernden Waldbrand im Müritz-Nationalpark am Montag in Schwerin für gelöscht erklärt; die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung.
Lage und Ausmaß des Brandes
Seit fast einer Woche lodert der Waldbrand im Müritz-Nationalpark, nun hat das Schweriner Umweltministerium am Morgen mitgeteilt, dass die Flammen erloschen sind. Damit ende der mehrtägige Großeinsatz von Feuerwehr, Katastrophenschutz und zahlreichen weiteren Einsatzkräften, hieß es aus dem Ministerium. Eine dauerhafte Entwarnung könne aufgrund der besonderen Bedingungen in dem betroffenen, von Munition belasteten Gelände aber noch nicht gegeben werden.
Nach Angaben des Ministeriums war Till Backhaus gemeinsam mit dem Leiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann, und dem Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU), zu einem Vor-Ort-Termin gereist, um über weitere Schritte zu informieren. Der Brand war vor einer Woche gemeldet worden und hatte sich auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebreitet, in dessen Boden noch Munitionsreste aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs und der DDR liegen – darunter auch große Panzerabwehrminen.
Hindernisse durch Munitionsreste im Boden
Die Ausdehnung des Feuers von knapp vier Quadratkilometern sei aber unverändert, hieß es aus dem Ministerium. Hunderte Hektar sind laut Landkreis betroffen. Er erstreckt sich mittlerweile auf rund 390 Hektar. Das Feuer war offenbar in der Nähe des Aussichtsturms auf dem Käflingsberg entstanden und hatte sich wegen der Trockenheit und des Windes rasch ausgebreitet. Das betroffene Gebiet sei nach der militärischen Nutzung innerhalb von rund 30 Jahren wieder zu Wald geworden.
Bei der aktiven Brandbekämpfung konzentrieren sich die mehr als 350 Einsatzkräfte derzeit vor allem auf den östlichen Bereich des Nationalparks, da das dortige Gebiet nicht munitionsbelastet ist. Bis zu 500 Helferinnen und Helfer waren zum Teil vor Ort, der Großteil von ihnen arbeitet ehrenamtlich. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde mittlerweile auf 300 reduziert. Rauchsäulen seien noch zu sehen, würden aber weniger, hieß es vom Landkreis.
Wasserriegel und Beregnungsanlagen
Die Löscharbeiten an anderer Stelle wurden immer wieder durch explodierende Munition auf einem früheren Truppenübungsplatz erschwert. Immer wieder ist es im Brandgebiet zu Explosionen gekommen. Die Einsatzkräfte müssen einen Sicherheitsabstand von rund 1.000 Metern einhalten. Zuletzt hatte unter anderem Regen für Entspannung gesorgt. Inzwischen können auch die Drohnen wieder eingesetzt werden, um sich ein genaueres Bild der Lage zu machen.
Das Brandgebiet ist inzwischen vollständig mit Linien aus sogenannten Kreisregnern eingekesselt; die Beregnungsanlagen laufen mit voller Leistung. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte teilte mit, es seien sogenannte Wasserriegel aufgestellt worden. Diese bewässern den Boden und die Bäume auf der Waldfläche, die bisher nicht brenne. Somit könne sich das Feuer nicht weiter ausbreiten, hieß es.
Ein Team der Feuerwehr Adelsdorf betreut allein 60 Stück davon, die rund 6.000 Liter Wasser pro Minute fördern. Eine breite Schneise zwischen dem Brandgebiet und der Bahntrasse sei so stark bewässert worden, dass ein Überschlagen der Flammen in Richtung Bahnstrecke unmöglich ist. Wasserwerfer der Landespolizei haben zudem beim Löschen unterstützt und das Gebiet zwischen Granzin und der Brandfläche bewässert.
Bundeswehr, Polizei und überregionale Hilfe
Zuletzt waren auch zwei Hubschrauber der Bundeswehr im Einsatz. Sie haben in den letzten Tagen allerdings allein 1,5 Millionen Liter Wasser über dem Brandort abgelassen. Die beiden Bundeswehrhubschrauber waren am Sonntag nicht bei der Brandbekämpfung eingesetzt, weil die Piloten ihre Ruhezeiten einhalten. Nun wurden zwei Wasserwerfer der Polizei sowie eine Spezialeinheit zur Brandbekämpfung aus Niedersachsen angefordert.
Ebenfalls beteiligt an den Löscharbeiten sind auch Spezialeinheiten der Feuerwehr aus Niedersachsen – vor allem in der Nähe der Bahnstrecke Berlin-Neustrelitz-Rostock. Unterstützung kommt unter anderem aus Bayern, Brandenburg und Sachsen. Auch das THW hat seine Kräfte verstärkt. Das Deutsche Rote Kreuz versorgt die Einsatzkräfte unterdessen mit Tausenden belegten Brötchen, warmem Essen und Getränken; auch Mückenspray und Sonnencreme gehören inzwischen zum Repertoire der Feuerwehrleute.
Verdacht auf Brandstiftung und Ermittlungen
Die Ursache ist weiterhin nicht bekannt. Landrat Thomas Müller persönlich sagte: "Ich persönlich gehe auch davon aus, dass dieser Brand nicht von allein entstanden ist." Außerdem erklärte er: "Für mich ist es auch seltsam, dass wir innerhalb so kürzester Zeit zwei so große Brände haben." Zudem teilte er mit, dass von der Polizei in alle Richtungen ermittelt wird.
In der Nacht zu Sonntag hat sich das Feuer lediglich "geringfügig" ausgebreitet. Menschen mussten sicherheitshalber zeitweise ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung des Dorfes Granzin mit etwa 100 Einwohnern wurde am Sonnabend vorläufig aufgehoben. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat für Betroffene und Anwohner unter den Nummern (0395) 57087-8230, -8070 und -8190 ein Bürgertelefon eingerichtet.
Folgen für Anwohner und Schutzmaßnahmen
Weiträumig kommt es immer noch zu Geruchsbelästigungen – von Granzin über Neubrandenburg bis hin nach Friedland. Aktuell besteht kein Zugang zum Aussichtsturm auf dem Käflingsberg; dieser ist für die Dauer des Einsatzes gesperrt. Das Brandgebiet werde daher weiterhin engmaschig überwacht, um mögliche Glutnester frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls nachzulöschen.
Der Amtsleiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann, äußerte sich zuversichtlich zur langfristigen Entwicklung des Gebiets: "Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass sich die Natur doch wieder sehr schnell erholt." Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Backhaus erklärte zugleich, das Feuer sei zwar gelöscht, eine endgültige Entwarnung sei wegen der Munitionsreste im Boden aber weiterhin nicht möglich.
Fragen & Antworten
Wer hat den Waldbrand im Müritz-Nationalpark für gelöscht erklärt?
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) teilte am Montag in Schwerin mit, dass der Brand gelöscht sei. Eine dauerhafte Entwarnung sei wegen der Munitionsreste im Boden aber weiterhin nicht möglich.
Warum gestaltet sich die Brandbekämpfung im Müritz-Nationalpark so schwierig?
Das Feuer breitete sich auf einem früheren Truppenübungsplatz aus, in dessen Boden noch Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg und der DDR liegen, darunter große Panzerabwehrminen. Explodierende Munition zwang die Einsatzkräfte wiederholt, einen Sicherheitsabstand von rund 1.000 Metern einzuhalten.
Wer wird als mögliche Ursache des Brandes vermutet?
Landrat Thomas Müller (CDU) erklärte, er gehe persönlich davon aus, dass der Brand nicht von allein entstanden sei. Die Polizei ermittele "in alle Richtungen"; eine offiziell bestätigte Brandursache gibt es bisher nicht.