Waldbrand Müritz-Nationalpark: 200 Hektar betroffen, Evakuierung in Granzin
Neubrandenburg, 15. Juli 2026
Bybbisch94, Christian Gebhardt / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
Kurzfassung
Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern wütet seit Montag ein großer Waldbrand auf munitionsbelastetem ehemaligem Truppenübungsplatzgelände. Rund 330 Einsatzkräfte versuchen, die Flammen von außen einzudämmen, während die Ortschaft Granzin evakuiert bleibt.
Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern breitet sich seit Montag ein Waldbrand auf einem früheren Truppenübungsplatz aus, der inzwischen mehr als 200 Hektar Fläche erfasst hat; rund 330 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, während im Brandgebiet immer wieder alte Munition explodiert.
Lage am Mittwoch
Der Großbrand im Müritz-Nationalpark hält die Einsatzkräfte seit Tagen in Atem. Wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Neubrandenburg mitteilte, sind von dem Feuer inzwischen mehr als 200 Hektar Wald betroffen. Am Nachmittag gab der zuständige Landkreis die bereits betroffene Fläche mit mehr als 200 Hektar an. Die Flammen, die sich auf rund 150 Hektar Fläche ausgedehnt hatten, fraßen sich weiter durch das ehemalige militärische Areal.
Im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern brennt seit Montag ein großes Waldstück. Gemeldet wurde der jüngste Brand am Montag. Seitdem läuft der Einsatz. Der Waldbrand weitete sich nach Angaben des Landkreises am Mittwoch weiter deutlich aus. Ein Brand auf munitionsbelastetem Gelände hält Einsatzkräfte auf Trab.
Munition macht den Einsatz gefährlich
Die Löscharbeiten sind nach Angaben des Landkreises besonders gefährlich, weil es sich bei der Fläche um einen früheren Truppenübungsplatz handelt, sind die Löscharbeiten gefährlich. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz seien in der Vergangenheit etwa Panzersprenggranaten gefunden worden. Da ein stark munitionsbelasteter ehemaliger Truppenübungsplatz betroffen ist, kann die Feuerwehr nicht direkt an den Brand heran. Immer wieder explodiert Munition.
Im Brandgebiet explodiert immer wieder alte Munition, die sich dort nach wie vor befindet. Ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte schilderte der Deutschen Presse-Agentur die Lage: „Es explodiert relativ viel Munition. Das hören die Kameraden tatsächlich, wenn sie gerade nicht irgendwie neben einer Pumpe stehen.“ Das sei deutlich hörbar, sagte ein Sprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der Explosionen können sich die Löschtrupps dem Brand nur von außen nähern.
330 Einsatzkräfte und Spezialtechnik im Einsatz
Angesichts dieser Bedingungen versuchen die Einsatzkräfte, das Feuer einzudämmen. Etwa 330 Einsatzkräfte versuchen, das Feuer einzudämmen. 330 Einsatzkräfte seien vor Ort, darunter auch Feuerwehreinheiten aus anderen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns. Hinzu kam Ausrüstung, die ebenfalls aus anderen Bundesländern herangeführt wurde.
Um die Einsatzkräfte zu unterstützen, griff der Landkreis zu ungewöhnlichen Mitteln. Am Morgen gab der Landkreis nun bekannt, dass bundesweit eine Anfrage nach weiteren Kreisregnern gestellt worden sei. Diese Art Wassersprenger wird zur Bewässerung genutzt, um das Feuer einzudämmen. Insgesamt 150 Kreisregner sollten aus ganz Deutschland herbeigeschafft werden, um das Feuer mit Bewässerungsstreifen zu stoppen.
Zudem bat der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landwirte, dabei zu helfen, Einsatzkräfte zu entlasten. Sie sollten etwa beim Ernten Eggen und Wassertanks bereithalten, um entstehende Brände zügig eigenständig bekämpfen zu können. „Das nimmt weiteren Druck von den Einsatzkräften im Landkreis“, hieß es aus dem Landratsamt.
Granzin bleibt evakuiert
Die Menschen im nahe gelegenen Ort Granzin waren unmittelbar betroffen. Nach dem Ausbruch des Feuers am Montag hatte der Landkreis Granzin zunächst evakuiert, die Evakuierungsanordnung aber später vorübergehend aufgehoben. Am Dienstag wurde Granzin dann erneut evakuiert, wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mitteilte.
Die am Dienstag angeordnete Evakuierung des Ortes Granzin bleibe bestehen, erklärten die Behörden am Mittwoch. Der Ort mit knapp 400 Einwohnern blieb geräumt, während sich die Löscharbeiten auf das ehemalige Militärgelände konzentrierten. Die Anwohner müssen weiterhin anderweitig untergebracht werden.
Trotz aller Anstrengungen schätzt der Landkreis die Dauer des Einsatzes als langwierig ein. Wie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mitteilte, wird der Einsatz voraussichtlich noch mehrere Tage andauern. Fachleute für die Entschärfung von Altmunition wurden ebenfalls in das Gebiet entsandt.
Bisherige Übung und politische Reaktion
Dass in dieser Region ein solches Feuer ausbrechen konnte, kam für die Verantwortlichen nicht völlig überraschend. Wie ein Sprecher des Landkreises erklärte, habe es in der jüngeren Vergangenheit zwar keinen vergleichbar großen Brand gegeben, die Gefahr sei aber bekannt gewesen. Im Oktober 2024 hatte in dem betroffenen Areal bereits eine entsprechende Übung stattgefunden.
Mecklenburg-Vorpommerns Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) will unterdessen am Donnerstag in die betroffene Region fahren. Er will sich dort ein Bild von der Lage machen und Gespräche mit den Einsatzleitungen führen, kündigte sein Haus an. Damit erhält der Einsatz auch politische Aufmerksamkeit auf Landesebene.
Wirtschaftliche Folgen für die Region
Auch wirtschaftliche Folgen sind bereits sichtbar. Die anhaltenden Löscharbeiten im Nationalpark zwingen einen Kanuverleiher ins „Sparprogramm“, wie aus der Region berichtet wird. Wassersport und Tourismus rund um den Müritz-Nationalpark sind durch die Sperrungen und die Rauchentwicklung empfindlich getroffen.
In den zurückliegenden Tagen hatte es wiederholt auf Feldern im Norden gebrannt. Die anhaltende Trockenheit in weiten Teilen Norddeutschlands erhöht nach Einschätzung von Fachleuten die Waldbrandgefahr. Die aktuellen Entwicklungen im Müritz-Nationalpark verdeutlichen, wie verletzlich solche munitionsbelasteten Areale in trockenen Sommern sind.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte rief die Bevölkerung unterdessen weiter zur Vorsicht auf. Die Menschen in der Region sollten offenes Feuer im Freien vermeiden und die Hinweise der Behörden beachten, hieß es. Bis der Großbrand vollständig unter Kontrolle ist, bleibt die Lage angespannt.
Diese Nachricht wurde am 15.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Der Sender berichtete im Verlauf des Tages mehrfach über den Brand, den Einsatz der Rettungskräfte und die anhaltende Munitionsgefahr auf dem früheren Truppenübungsplatz.
Fragen & Antworten
Wie groß ist die vom Waldbrand im Müritz-Nationalpark betroffene Fläche?
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bezifferte die betroffene Fläche am Mittwochnachmittag auf mehr als 200 Hektar; tags zuvor waren bereits rund 150 Hektar gemeldet worden.
Warum können die Einsatzkräfte das Feuer im Müritz-Nationalpark nicht direkt löschen?
Das Brandgebiet liegt auf einem früheren Truppenübungsplatz mit starker Munitionsbelastung; die Feuerwehr kann sich deshalb nur von außen nähern, weil immer wieder alte Munition, darunter Panzersprenggranaten, explodiert.
Wie ist der aktuelle Stand der Evakuierung von Granzin?
Die am Dienstag angeordnete Evakuierung des rund 400 Einwohner zählenden Ortes Granzin bleibt nach Angaben des Landkreises weiterhin in Kraft.