Giro d'Italia 2026: Felix Gall Zweiter vor Finale in Rom | nachrichten360
Vingegaard vor Giro-Triumph: Gall fehlt nur noch eine Etappe zum Podest
●Aktualisiert · 181 neue Entwicklungen seit 30.05.2026
Rom, 30. Mai 2026
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Kurzfassung
Jonas Vingegaard hat die 20. Etappe des Giro d'Italia gewonnen und steht unmittelbar vor dem Gesamtsieg. Felix Gall verteidigte Platz zwei und wird als erster Österreicher seit 1957 auf einem Grand-Tour-Podest stehen.
Der Däne Jonas Vingegaard hat am Samstag die vorletzte Etappe des 109. Giro d'Italia gewonnen und geht mit einem komfortablen Vorsprung auf den Osttiroler Felix Gall in das abschließende Teilstück am Sonntag in Rom.
Was ist neu seit dem 30. Mai
Auf der 200 Kilometer langen Bergetappe von Gemona del Friuli nach Piancavallo setzte sich der 29-Jährige vom Team Visma-Lease a Bike rund elf Kilometer vor dem Ziel am zweiten Anstieg zum Wintersportort entscheidend von seinen Konkurrenten ab und feierte seinen fünften Tagessieg bei dieser Rundfahrt.
Felix Gall vom Team Decathlon-AG2R La Mondiale konnte dem Antritt des Gesamtführenden kurz folgen, musste dann aber abreißen lassen und belegte mit 1 Minute und 15 Sekunden Rückstand den zweiten Tagesrang.
In der Gesamtwertung liegt Vingegaard vor der Schlussetappe 5 Minuten und 22 Sekunden vor Gall. Der Australier Jai Hindley, der den Giro 2022 gewann, ist mit 6 Minuten und 25 Sekunden Rückstand Dritter.
Stimmen der Protagonisten
„Heute war der Tag der Entscheidung. Deshalb habe ich alles riskiert. Ich hatte einen großartigen Tag. Ich habe hier fünf Etappen gewonnen und gehe mit einer soliden Führung in den letzten Tag. Das ist großartig“, sagte Vingegaard im Ziel.
Gall zeigte sich nach der Etappe erschöpft, aber zufrieden: „Vor allem die mentale Übermüdung ist groß. Gestern in der Früh war ich in der Früh angespannt und beim Rennen locker. Heute war es anders. Aber ich bin extrem happy und zufrieden, dass ich so abgeschlossen habe. Aber wir haben in Rom noch ein paar Runden zu drehen.“
Der Osttiroler, der für das französische Team Decathlon-AG2R La Mondiale fährt, wird den Giro als erster Österreicher seit Adolf Christian auf einem Grand-Tour-Podest beenden. Christian war 1957 Dritter der Tour de France geworden.
„Es ist extrem cool, meine Familie und viele bekannte Gesichter waren auf der Strecke, ich habe meinen Namen oft auf der Strecke gehört, das ist etwas sehr Cooles“, sagte Felix Gall.
Historische Dimension
Vingegaard, der die Tour de France 2022 und 2023 sowie die Vuelta a España 2025 gewann, steht vor seinem ersten Giro-Gesamtsieg und würde damit als achter Fahrer der Geschichte alle drei großen Rundfahrten mindestens einmal gewonnen haben.
„Ich bin ein Radsportler. Ich will so oft gewinnen wie nur möglich“, erklärte der Däne seine Motivation. „Am letzten Tag in den Bergen wollten wir unbedingt auf Sieg fahren.“
Die Etappe führte über 200 Kilometer von Gemona del Friuli in die Dolomiten. Die ersten 130 Kilometer verliefen weitgehend flach, ehe die Fahrer zweimal den 14,5 Kilometer langen Schlussanstieg nach Piancavallo auf 1.290 Metern Höhe bewältigen mussten.
Rennverlauf der 20. Etappe
Eine frühe Ausreißergruppe hatte sich einen Vorsprung von mehr als viereinhalb Minuten auf das Hauptfeld herausgefahren. Das Team Visma erhöhte jedoch am ersten Anstieg das Tempo und stellte die Ausreißer.
Der Italiener Giulio Ciccone vom Team Lidl-Trek sicherte sich bei der ersten Zieldurchfahrt in Piancavallo die Bergwertung der diesjährigen Italien-Rundfahrt.
Am zweiten und letzten Anstieg griff Vingegaard im Rosa Trikot an, überholte die verbliebenen Ausreißer und fuhr einem ungefährdeten Etappensieg entgegen. Gall versuchte zunächst mitzuhalten, konnte das Tempo aber nicht durchhalten.
Die Schlussetappe am Sonntag führt über 131 flache Kilometer durch Rom. Nach einem kurzen Abstecher zur Küste in Ostia kehrt das Peloton nach 39 Kilometern auf einen Stadtkurs in der Hauptstadt zurück, der achtmal absolviert werden muss.
Ausblick auf das Finale in Rom
Die Zielankunft am Circus Maximus wird voraussichtlich eine Angelegenheit für die Sprinter. Traditionell wird der Träger des Rosa Trikots auf der letzten Etappe einer Grand Tour nicht angegriffen.
Vingegaard geht mit einem Vorsprung von 5:22 Minuten auf Gall in die letzte Etappe. Der Niederländer Thymen Arensman liegt als Dritter 4:27 Minuten zurück, Hindley folgt mit 6:25 Minuten auf Rang vier.
Bereits am Freitag hatte Gall auf der Königsetappe mit rund 4.800 Höhenmetern von Feltre nach Alleghe seinen zweiten Gesamtrang erfolgreich verteidigt. Den Tagessieg holte damals Vingegaards Teamkollege Sepp Kuss.
Rückblick auf die Königsetappe
Der US-Amerikaner Kuss, der 2023 die Vuelta a España gewann, setzte sich 2,2 Kilometer vor dem Ziel von Giulio Ciccone ab und feierte seinen ersten Giro-Etappensieg. Damit hat Kuss nun Etappen bei allen drei großen Rundfahrten gewonnen.
Für Vingegaard wäre der Giro-Sieg der vierte Grand-Tour-Triumph seiner Karriere. Bei der Tour de France 2026, die am 4. Juli beginnt, wird er auf Titelverteidiger Tadej Pogačar treffen, der bei diesem Giro nicht am Start war.
Die 109. Austragung des Giro d'Italia endet am Sonntag in Rom. Der Start erfolgt in der Ewigen Stadt, ehe es über Ostia zurück auf den Rundkurs geht. Die Entscheidung im Gesamtklassement ist praktisch gefallen.
Fragen & Antworten
Wer ist Felix Gall?
Felix Gall ist ein 28-jähriger österreichischer Radprofi aus Osttirol, der für das Team Decathlon-AG2R La Mondiale fährt und beim Giro d'Italia 2026 auf Platz zwei der Gesamtwertung liegt.
Warum wird Jonas Vingegaard auf der letzten Etappe nicht angegriffen?
Es ist eine Tradition im Radsport, dass der Gesamtführende auf der finalen Etappe einer Grand Tour nicht attackiert wird, da diese meist flach ist und den Sprintern gehört.
Welche Bedeutung hat ein Podestplatz für Felix Gall?
Gall wäre der erste Österreicher seit Adolf Christian im Jahr 1957, der auf dem Podest einer der drei großen Landesrundfahrten steht.