Ein vierjähriges Mädchen ist am Montag zur Mittagszeit im oberösterreichischen Aspach (Bezirk Braunau) von der Polizei aus einem überhitzten Auto befreit worden; die 40-jährige Mutter aus Tirol wird bei der Behörde angezeigt.

Hinweis von aufmerksamer Bürgerin oder aufmerksamem Bürger

Der Anzeiger hatte sich am Montag zur Mittagszeit bei der Polizei gemeldet, weil in einem abgestellten Pkw ein eingeschlossenes Kleinkind saß. Wie lange genau das Kind im Wagen saß, war nicht bekannt. Nach Angaben der aufmerksamen Person befand sich das Mädchen bereits seit einiger Zeit allein im Fahrzeug.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte bot sich ein besorgniserregendes Bild: Das Mädchen war angegurtet und konnte sich nicht selbst befreien, es war bereits stark verschwitzt. Die Polizistinnen und Polizisten befreiten die Vierjährige umgehend aus dem brennheißen Pkw. Wie das Landespolizeikommando Oberösterreich mitteilte, stand der Wagen bei 27 Grad in der prallen Sonne. Laut Polizei könne ein in der Sonne geparktes Auto "was nach 45 Minuten zu einer Temperatur von über 50 Grad im Inneren führen könne".

Rettung und Erstversorgung

Unmittelbar nach der Rettung versorgten die Einsatzkräfte das Mädchen mit Wasser und Flüssigkeit. Das Mädchen wurde aus dem Auto befreit und sofort mit Flüssigkeit versorgt. Nach der Erstversorgung vor Ort wurde das Kind nach Angaben der Polizei weiter betreut.

Die Mutter wurde kurz nach der Rettung des Mädchens ausgeforscht. Laut ihren Angaben habe sie sich in der Zwischenzeit in einem nahe gelegenen Wohnhaus aufgehalten, wo sie jemanden besucht hatte. Die 40-jährige Frau stammt aus Tirol.

Mutter ausgeforscht – Anzeige folgt

Die Landespolizeidirektion Oberösterreich erklärte: "Der Vorfall wird der zuständigen Behörde angezeigt". Der Vorfall wird bei der zuständigen Bezirksbehörde angezeigt. Diese wird auch entscheiden, ob die Mutter mit juristischen Konsequenzen rechnen muss. Die Frau muss sich damit voraussichtlich wegen einer fahrlässigen Gefährdung eines Schutzbefohlenen verantworten.

Gefahr durch überhitzte Fahrzeuge

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren, die von in der Sonne geparkten Fahrzeugen ausgehen. Innenräume von Autos heizen sich laut Polizei selbst bei moderaten Außentemperaturen innerhalb kurzer Zeit drastisch auf. Schon nach knapp einer Dreiviertelstunde drohen demnach Temperaturen, die für Kinder lebensbedrohlich werden können, weil ihr Körper Wärme deutlich schlechter reguliert als der von Erwachsenen.

Fachleute raten, in solchen Fällen umgehend die Polizei oder den Rettungsdienst zu verständigen, anstatt selbst einzugreifen. Auch wenn das eigene Auto absperrt ist, sollte man zuerst die Einsatzkräfte rufen und die Situation vom Fahrzeug aus beobachten. Aufmerksame Passantinnen und Passanten, die verdächtige Beobachtungen machen, gelten als wichtigste Frühwarnsysteme in solchen Situationen.

Die Polizei bedankte sich ausdrücklich bei der aufmerksamen Bürgerin oder dem aufmerksamen Bürger, durch deren Hinweis das Kind rechtzeitig befreit werden konnte. Ermittlungen zu den genauen Umständen und zur Dauer des Vorfalls laufen. Über den Gesundheitszustand des Mädchens nach der Erstversorgung wurden keine näheren Angaben gemacht. Gemeldet wurde der Vorfall von der APA am 13. Juli 2026.