Berlin, 15 Juni 2026

Vier Berliner Museen haben sich am Wochenende zur "MuseumsMeileMitte" zusammengeschlossen und in unmittelbarer Nähe des Berliner Hauptbahnhofs ein neues Museumsquartier eröffnet.

Die beteiligten Häuser – das Museum für Naturkunde, der Hamburger Bahnhof, das Futurium und das Medizinhistorische Museum der Charité – präsentieren sich fortan als gemeinsames Quartier entlang der Invalidenstraße. Laut einer Mitteilung ziehen die vier Einrichtungen schon heute jährlich zwei Millionen Menschen in die Gegend. Die Eröffnung wurde am Samstag mit einem Nachbarschaftsfest gefeiert, das freien Eintritt in alle vier Museen sowie Workshops, Führungen, Suchspiele und Filmprogramme umfasste.

Das Gebiet ist nach Angaben der Initiative seit langem durch seine Lage im ehemaligen Grenzbereich zwischen Ost und West Berlin geprägt. "Diese historische Zäsur habe dazu geführt, dass sich nur punktuell städtisches Leben habe entwickeln können", schreibt die Initiative auf ihrer Internetseite. Die Museen liegen etwa 10 bis 15 Gehminuten voneinander entfernt, was künftig kombinierte Besuche erleichtern soll.

Hintergrund: Ein Stadtteil zwischen Mauer und Museumsmeile

Till Fellrath, Direktor des Hamburger Bahnhofs, betonte, entlang der ehemaligen Berliner Mauer entstehe mit der Nachbarschaft, mit Institutionen und Unternehmen "ein Quartier, das die Zukunft der Stadt aktiv mitgestaltet". Die Initiative versteht das neue Bündnis ausdrücklich als offene Plattform, die weitere Akteure aus dem Kiez einbeziehen will.

Auf der Website heißt es, das Quartier wirke bis heute "stellenweise fragmentiert und wenig verbunden – und genau darin liegt sein besonderes Potenzial". Diese Brüche sollen künftig sichtbar gemacht und über gemeinsame Formate überbrückt werden. Geplant sind unter anderem Spazierführungen, bei denen weniger bekannte Ecken rund um die Invalidenstraße erkundet werden können.

Programm: Feste, Führungen und freier Eintritt

In unmittelbarer Nähe des Berliner Hauptbahnhofs ist das Areal verkehrstechnisch gut angebunden. Besucherinnen und Besucher können mit S-Bahn, Regional- und Fernverkehr direkt anreisen und mehrere Häuser an einem Tag miteinander kombinieren. Die Museumsmeile versteht sich damit auch als ein niedrigschwelliges Kulturangebot für Berlinerinnen und Berliner sowie für Gäste der Stadt.

Mit dem Zusammenschluss reagiert die Initiative auf die wachsende Bedeutung des Areals zwischen Naturkundemuseum, Invalidenpark und dem Regierungsviertel. Die vier Häuser decken ganz unterschiedliche Themen ab – von Naturwissenschaft über Gegenwartsforschung bis hin zu Medizingeschichte und zeitgenössischer Kunst – und versprechen sich durch die Koordination ihrer Programme eine größere Strahlkraft.

Langfristig wollen die Museen ihre Veranstaltungsplanung besser aufeinander abstimmen, gemeinsame Tickets oder Kombi-Angebote prüfen und verstärkt mit Schulen sowie Initiativen aus dem Stadtteil kooperieren. Die Initiative spricht von einem "offenen Prozess", in den Anregungen aus der Nachbarschaft einfließen sollen.