Die deutsche Schauspielerin Veronica Ferres gehört zu den 529 Filmschaffenden, die in diesem Jahr eine Einladung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences erhalten haben. Als künftiges Mitglied darf sie bei der Vergabe der Oscars mit abstimmen.
Die deutsche Schauspielerin Veronica Ferres (61) ist von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences eingeladen worden, Mitglied der Oscar-Akademie zu werden, wie aus einer Mitteilung der Academy vom 24. Juni hervorgeht.
Die Akademie, die jährlich die begehrten Oscar-Trophäen vergibt, hat in diesem Jahr 529 Filmschaffende aus aller Welt zur Aufnahme eingeladen. Die Einladungen wurden am Mittwoch (Ortszeit) in Los Angeles öffentlich. Veronica Ferres, die durch Filme wie „Das Superweib", „Schtonk!" und „The Comedian" international bekannt wurde, ist in der Schauspiel-Sparte gelistet.
Wer der Akademie angehören will, kann sich nicht selbst bewerben. Wie der Verband mitteilte, gilt: „Der Weg in die Akademie führt über eine Oscar-Nominierung oder über andere Verdienste um den Film." Voraussetzung ist zudem, dass Kandidatinnen und Kandidaten von bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen werden. Oscar-Nominierte werden im Jahr ihrer Nominierung automatisch berücksichtigt und benötigen keine Bürgen.
Aufnahmeverfahren und Voraussetzungen
Die endgültige Auswahl folgt einem mehrstufigen Verfahren: Zunächst entscheiden die Vorstände der jeweiligen Fachbereiche über mögliche neue Mitglieder. Anschließend prüft ein Mitgliederausschuss die Vorschläge. Die letzte Entscheidung liegt beim Board of Governors, dem obersten Leitungsgremium der Akademie. Erst wer die Einladung annimmt, gehört ab 2026 offiziell der Akademie an.
Ferres zählt zu einer prominent besetzten Schauspiel-Sparte. Neben ihr wurden in diesem Jahr unter anderem Josh O'Connor, Jacob Elordi, Mathieu Amalric, Mia Goth, Teyana Taylor und Jenna Ortega aufgenommen. Weitere bekannte Namen auf der Liste sind Julia Garner, Simu Liu und Bill Skarsgård. Damit spiegelt die neue Klasse die Vielfalt der internationalen Filmlandschaft wider.
Schauspiel-Sparte mit prominenten Namen
Die Akademie ist in mehr als ein Dutzend Fachbereiche gegliedert, darunter Regie, Kamera, Schnitt, Drehbuch, Schauspiel und Musik. Neben Schauspielerinnen und Schauspielern erhalten in diesem Jahr auch Regisseurinnen und Regisseure, Kameraleute, Kostümbildnerinnen, Editorinnen und Editoren, Produzentinnen und Produzenten sowie Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher weiterer Filmberufe eine Einladung.
Unter den 529 Eingeladenen befinden sich 95 Oscar-Nominierte, von denen 21 bereits einen Oscar gewonnen haben. Die neuen Mitglieder dürfen künftig bei der Vergabe der Oscars mit abstimmen und sind damit Teil des Wahlgremiums, das alljährlich über die Preisträgerinnen und Preisträger entscheidet.
Weitere deutsche Filmschaffende eingeladen
Neben Ferres sind weitere deutsche Filmschaffende eingeladen worden. In der Sparte Visuelle Effekte wurden die Deutschen Michael Ralla und Guido Wolter berufen, die in diesem Jahr bei den Oscars für ihre Arbeit an dem Film „Blood & Sinners" nominiert waren. Auch der Kameramann Markus Förderer („September 5") erhielt eine Einladung.
Darüber hinaus wurde der Filmkomponist Karim Sebastian Elias („Cutting Through Rocks") und die Kostümbildnerin Sabrina Krämer („In die Sonne schauen") aufgenommen. Damit ist die deutsche Filmbranche in diesem Jahr in mehreren Fachbereichen der Akademie vertreten, was die wachsende internationale Sichtbarkeit des hiesigen Filmschaffens unterstreicht.
Vielfalt und Repräsentation
Die Akademie betont bei jeder neuen Mitgliederwelle das Ziel einer breiteren Repräsentation. Nach eigenen Angaben stellen Frauen in diesem Jahr 42 Prozent der Eingeladenen. 56 Prozent gehören nach Angaben der Organisation unterrepräsentierten Gruppen an. 53 Prozent der neuen Mitglieder kommen aus 60 Ländern und Gebieten außerhalb der Vereinigten Staaten.
Sollten alle 529 Eingeladenen die Mitgliedschaft annehmen, würde die Akademie künftig insgesamt 11.319 Mitglieder umfassen, darunter 10.338 Stimmberechtigte. Damit wäre die Organisation eine der größten kulturellen Berufsvereinigungen der Welt und das Wahlgremium für die wichtigste Auszeichnung der Filmbranche.
Reformprozess der Akademie
Angesichts der wachsenden Mitgliederzahl hat die Akademie in den vergangenen Jahren ihr Aufnahmeverfahren mehrfach reformiert. Ziel war es, die Repräsentation von Frauen, internationalen Filmschaffenden und unterrepräsentierten Gruppen zu stärken. Die Einladung von Ferres und ihrer deutschen Kolleginnen und Kollegen fügt sich in diese Linie ein.
Academy-CEO Bill Kramer und Präsidentin Lynette Howell Taylor begrüßten den neuen Jahrgang. Sie erklärten, die Eingeladenen hätten „bedeutende Beiträge für unsere globale Filmindustrie geleistet". Sie zeigten sich erfreut, „diese bemerkenswerte Gruppe von Filmkünstlern und Fachleuten aus der ganzen Welt einzuladen, der Academy beizutreten".
Bedeutung für die deutsche Filmbranche
Für Ferres bedeutet die Einladung den höchsten formalen Grad internationaler Anerkennung, den eine Schauspielerin aus dem deutschsprachigen Raum derzeit erreichen kann. Sie könnte in den kommenden Jahren nicht nur als Eingeladene, sondern als Stimmberechtigte über die Vergabe der Oscars mitentscheiden.
Die Tatsache, dass in derselben Welle auch Filmschaffende aus Ländern außerhalb des anglophonen Kinos berufen wurden, deutet auf einen anhaltenden Trend zur Internationalisierung der Akademie hin. Deutsche Beiträge wie „Das Leben der Anderen" oder „Die Verurteilten" waren in der Vergangenheit bereits Oscar-prämiert worden, ohne dass ihre Beteiligten automatisch in die Akademie aufgenommen worden wären.
Mit der Aufnahme in die Akademie wird Ferres Teil eines exklusiven Kreises von Filmschaffenden, deren Stimmen über die Vergabe der renommiertesten Auszeichnung der Branche mitentscheiden.
Die Akademie gilt seit ihrer Gründung im Jahr 1927 als Hüterin der höchsten Film-Auszeichnungen. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt traditionsgemäß einmal pro Jahr und wird von der Branche mit großem Interesse verfolgt, da die Zusammensetzung des Wahlgremiums Einfluss auf künftige Preisentscheidungen hat.
Fragen & Antworten
Wer ist Veronica Ferres?
Veronica Ferres ist eine deutsche Schauspielerin, die laut den vorliegenden Fakten 61 Jahre alt ist und durch Filme wie „Das Superweib", „Schtonk!" und „The Comedian" international bekannt wurde.
Wie wird man Mitglied der Oscar-Akademie?
Eine direkte Bewerbung ist nicht möglich. Voraussetzung ist laut Akademie eine Oscar-Nominierung oder andere herausragende Verdienste um den Film, und Kandidatinnen und Kandidaten werden von bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen.
Welche weiteren deutschen Filmschaffenden wurden eingeladen?
Neben Ferres wurden Michael Ralla und Guido Wolter (Visuelle Effekte), der Kameramann Markus Förderer, der Komponist Karim Sebastian Elias und die Kostümbildnerin Sabrina Krämer zur Aufnahme eingeladen.
Veronica Ferres: Oscar-Akademie lädt deutsche | nachrichten360