Vater in Wien-Penzing festgenommen – 12-Jähriger soll über Jahre misshandelt worden sein
Wien, 14. Juli 2026
AI-generated image (z-image via Kie.ai)
Kurzfassung
Ein 42-jähriger syrischer Mann ist in Wien-Penzing festgenommen worden, weil er seinen 12-jährigen Sohn körperlich misshandelt haben soll. Laut Polizei zog sich der Bub zahlreiche Hämatome zu; die Ermittler gehen davon aus, dass die Kinder über Jahre hinweg misshandelt wurden.
In der Nacht auf Montag ist in Wien-Penzing ein 42-jähriger syrischer Mann festgenommen worden, nachdem er seinen 12-jährigen Sohn und dessen 17-jährigen Bruder nach Polizeiangaben körperlich misshandelt und mit dem Tod bedroht haben soll.
Die Polizei wurde in der Nacht auf Montag zu einer Wohnung in Wien-Penzing gerufen. „Dort soll ein 42-jähriger Mann seinen 12-jährigen Sohn körperlich misshandelt haben“, fasste die Polizei den bisherigen Stand der Ermittlungen zusammen. Beamte nahmen den Mann noch in der Wohnung fest, wie die Landespolizeidirektion Wien mitteilte.
Was bisher bekannt ist
Laut Polizei erlitt der 12-Jährige „zahlreiche Hämatome und Einblutungen am gesamten Körper“. Der Bub sei, so die Ermittler weiter, mit einem Kabel und einem Ledergürtel geschlagen worden. „Dabei soll der 42-Jährige mit einem Kabel sowie einem Ledergürtel auf den 12-Jährigen eingeschlagen und ihn mit dem Umbringen bedroht haben“, heißt es im Polizeibericht.
Der 17-jährige Bruder versuchte demnach, die Gewalt zu unterbinden. Auch er soll vom Vater geschlagen und „mit dem Umbringen“ bedroht worden sein. Beide Brüder blieben nach ersten Erkenntnissen am Leben, wurden aber medizinisch untersucht.
Verdacht auf jahrelange Gewalt
Im Zuge der Sachverhaltsaufnahme ergab sich der Verdacht, dass der 42-Jährige seine Kinder bereits über mehrere Jahre hinweg wiederholt körperlich misshandelt haben soll. „Die Polizei geht davon aus, dass der 42-Jährige seit längerer Zeit seine Kinder körperlich misshandelt“, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Mann syrischer Staatsbürger sei.
Als Motiv nennt die Polizei ein andauerndes innerfamiliäres Konfliktfeld: „Der Vater wollte seinen Sohn bestrafen, weil dieser ein von ihm ausgesprochenes Verbot missachtet haben soll.“ Der Bub habe laut Polizeibericht „ein von ihm ausgesprochenes Verbot missachtet“ und sei dafür mit Schlägen und Todesdrohungen bestraft worden.
Mögliche Todesdrohung und Waffenverbot
Gegen den Mann wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Zudem befindet er sich in Haft, wie die Behörden bestätigten. „Es gilt dennoch die Unschuldsvermutung“, betont die Polizei ausdrücklich.
Im Zentrum der laufenden Ermittlungen steht nun auch die Mutter der beiden Brüder. Laut Polizei dürfte die Frau die Übergriffe geduldet haben; sie spreche „kaum Deutsch“, wie die Exekutive mitteilte. „Die Mutter des Brüderpaars dürfte die Übergriffe geduldet haben“, heißt es im vorläufigen Ermittlungsbericht.
Die Beamten werden in den kommenden Tagen weitere Befragungen durchführen. Auch die medizinische Dokumentation der Verletzungen des 12-Jährigen werde für die Justiz eine zentrale Rolle spielen, hieß es aus Ermittlerkreisen. Ob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung erheben wird, ist noch offen.
Rolle der Mutter und Sprachbarriere
Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen dem Mann mehrere Jahre Haft. Die Wiener Staatsanwaltschaft prüft, ob einzelne Tatvorwürfe unter das Gewalt- und Sexualstrafrecht beziehungsweise das Kinderschutzrecht fallen. Der Schutz der beiden Buben habe „oberste Priorität“, teilte die Polizei mit.
Die Kinder und ihre Mutter wurden nach der Festnahme in der Wohnung von einem Kriseninterventionsteam betreut. „Vater nach Misshandlung seiner Kinder in Haft“, fasste die Polizei den Vorgang zusammen. Auch der ältere Bruder wurde nach ersten Erkenntnissen nicht schwer verletzt, wird aber psychologisch begleitet.
Zum weiteren familiären Umfeld, etwa Aufenthaltstitel, Beruf oder Beziehung der Eltern zueinander, äußerten sich die Behörden bisher nicht. Die Wiener Polizei kündigte an, den Fall in Abstimmung mit dem Jugendamt und der Kinderschutzgruppe zu bewerten.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die Unschuldsvermutung „bis zu einem rechtskräftigen Urteil“ gelte und wies darauf hin, dass erst nach Abschluss der Erhebungen über den weiteren Verfahrensverlauf entschieden werde.
Bei Kindesmisshandlungen arbeiten die österreichischen Sicherheitsbehörden eng mit der Kinder- und Jugendhilfe des jeweiligen Bundeslandes zusammen. Im aktuellen Fall sei die Wiener Kinder- und Jugendhilfe umgehend eingebunden worden, sagte ein Sprecher.
Hilfsangebote für betroffene Kinder
Auch das Wiener Stadtmagazin „147 Rat auf Draht“ weist auf Hilfsangebote für betroffene Kinder hin. Beratung ist anonym und kostenfrei – per Telefon oder online. Der Fall verdeutliche, „wie wichtig es ist, Hinweise aus dem Umfeld ernst zu nehmen“, so der Sprecher der Polizei abschließend.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei rechnet damit, dass in den nächsten Tagen weitere Zeugenaussagen aufgenommen werden und bat zugleich um den Schutz der Privatsphäre der betroffenen Kinder. „Es gilt dennoch die Unschuldsvermutung“, wird aus den Sicherheitskreisen erneut betont.
Sollte sich die Tat als wiederholte, über Jahre dauernde Misshandlung darstellen, könnten auch lebenslange Freiheitsstrafen im Raum stehen. Eine abschließende rechtliche Bewertung sei derzeit aber noch nicht möglich, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag.
Fragen & Antworten
Was genau ist in Wien-Penzing passiert?
In der Nacht auf Montag wurde die Polizei zu einer Wohnung in Wien-Penzing gerufen, weil ein 42-jähriger syrischer Mann seinen 12-jährigen Sohn und dessen 17-jährigen Bruder körperlich misshandelt haben soll. Beamte nahmen den Vater noch in der Wohnung fest.
Welche Verletzungen erlitt der 12-jährige Bub?
Laut Polizei zog sich der 12-Jährige zahlreiche Hämatome und Einblutungen am gesamten Körper zu. Der Bub soll mit einem Kabel und einem Ledergürtel geschlagen und mit dem Tod bedroht worden sein.
Welche rechtlichen Schritte wurden gegen den Vater eingeleitet?
Gegen den Mann wurden ein Betretungs- und Annäherungsverbot, ein Kontaktverbot sowie ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen; er befindet sich in Haft. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt.
Vater in Wien-Penzing festgenommen: Kindesmisshandlung | nachrichten360