Meidling: Bewaffneter droht Bauarbeitern mit dem Tod | nachrichten360
Bewaffneter 24-Jähriger bedroht Bauarbeiter in Meidling mit Axt und Eisenstange
Wien, 18. Juni 2026
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Kurzfassung
Ein 24-jähriger syrischer Staatsbürger hat am Mittwochnachmittag in einem Wohnhaus in Wien-Meidling Bauarbeiter mit einer Axt und einer Eisenstange bedroht und den Tod angekündigt. Die Polizei nahm den Mann fest; die Staatsanwaltschaft Wien kündigte einen Antrag auf Untersuchungshaft an.
Ein 24-jähriger syrischer Staatsangehöriger hat am Mittwochnachmittag gegen 16.40 Uhr in einem Wohnhaus im Bereich des Gaudenzdorfer Gürtels in Wien-Meidling mehrere Bauarbeiter mit einer Axt und einer Eisenstange bedroht und ihnen wiederholt mit dem Umbringen gedroht.
Tathergang im Wohnhaus am Gaudenzdorfer Gürtel
Nach Angaben der Wiener Polizei ereignete sich der Vorfall am Mittwochnachmittag gegen 16.40 Uhr in einem Wohnhaus in Meidling, in dem Bauarbeiten durchgeführt wurden. Ein 24-jähriger syrischer Staatsangehöriger trat demnach an die Arbeiter heran und beschuldigte sie, ihm in seinem Keller etwas gestohlen zu haben. Er forderte von den Arbeitern eine sofortige Entschädigung in der Höhe von 250 Euro.
Als sich die Bauarbeiter weigerten, den geforderten Betrag zu zahlen, stellte sich der Mann ihnen bewaffnet in den Weg. Mit einer Axt und einer Eisenstange bedrohte er die Männer und kündigte wiederholt an, sie umzubringen. Die Polizei sprach in der Folge von einer schwerwiegenden Bedrohungssituation in einem Mehrparteienhaus. „Der 24-Jährige beschuldigte die Männer, seine im Keller gelagerten Habseligkeiten gestohlen zu haben", erklärte die Exekutive. „Er forderte von den Arbeitern eine sofortige Entschädigung in der Höhe von 250 Euro."
Polizeieinsatz im Kellergeschoss
Laut den Ermittlungsbehörden hatte sich der 24-Jährige, der im Haus nichts zu suchen hatte, dort aber „quasi als U-Boot einen Unterschlupf im Keller zusammengezimmert hatte", offenbar ein behelfsmäßiges Quartier in einem Kellerabteil eingerichtet. Die herbeigerufenen Beamten des Stadtpolizeikommandos Meidling trafen den aufgebrachten Mann nicht mehr bei den Arbeitern an. Er hatte sich in seine Behausung im Kellergeschoss zurückgezogen und dort verschanzt. „Dort stießen die Polizisten schließlich auf den Mann und konnten ihn erfolgreich anhalten", hieß es von der Polizei.
Bei der Konfrontation mit der Polizei zeigte sich der Syrer nach Darstellung der Beamten unkooperativ und zunehmend aggressiv. „Er zeigte sich höchst unkooperativ und zunehmend aggressiv", hielt die Exekutive fest. Darüber hinaus „machte er auf die Beamten einen stark verwirrten Eindruck". Auch gegenüber den Einsatzkräften verhielt er sich demnach nicht einsichtig, sodass eine Festnahme vor Ort nicht ohne Weiteres möglich war. Schließlich wurde der Mann über eine Festnahmeanordnung dingfest gemacht.
Psychiatrische Unterbringung und Festnahme
Aufgrund seines Verhaltens und des dringenden Verdachts einer psychischen Erkrankung wurde der 24-Jährige zunächst von der Rettung in ein Krankenhaus gebracht. Er „war verwirrt, zeigte sich unkooperativ und zunehmend aggressiv", schilderte die Polizei den Zustand des Mannes. In der psychiatrischen Abteilung des Spitals wurde er nach der medizinischen Erstversorgung festgenommen. „Wegen des Verdachts einer psychischen Erkrankung wurde er auf die Psychiatrie in ein Krankenhaus gebracht und in weiterer Folge ebendort festgenommen", so die Wiener Polizei weiter.
Die Staatsanwaltschaft Wien stellte bereits die Beantragung der Untersuchungshaft in Aussicht. „Seitens der Staatsanwaltschaft Wien wurde bereits die Beantragung der Untersuchungshaft in Aussicht gestellt", bestätigte die Anklagebehörde. Ermittelt wird gegen den 24-Jährigen wegen schwerer Nötigung. „Ermittelt wird wegen schwerer Nötigung", teilten die Ermittler mit. Ein gerichtlicher Haftprüfungstermin stand zum Zeitpunkt der Erstmeldung noch aus.
Hintergrund: Behelfsmäßiges Quartier im Keller
Der Vorfall wirft zugleich ein Schlaglicht auf die Lebensumstände des Tatverdächtigen. Nach Darstellung der Polizei hatte sich der Mann, der keinen Zugang zu dem Haus hatte, in dem Keller über längere Zeit eine Art behelfsmäßige Behausung gebaut. Diese Umstände könnten im weiteren Ermittlungsverlauf ebenso eine Rolle spielen wie die Frage, inwieweit der dringende Verdacht einer psychischen Erkrankung das Verhalten am Mittwochnachmittag beeinflusst hat.
Für die betroffenen Bauarbeiter endete die Bedrohungssituation glimpflich, weil sie sich nach Angaben der Polizei rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Verletzt wurde nach derzeitigem Stand der Ermittlungen niemand. Die Polizei lobte ausdrücklich das besonnene Verhalten der Männer, die durch ihre Zurückhaltung eine Eskalation vermieden hätten. Die Kriminalpolizei übernahm die weiteren Erhebungen am Tatort.
Ermittlungen wegen schwerer Nötigung
Im Stadtpolizeikommando Meidling, das für den zwölften Wiener Gemeindebezirk zuständig ist, wurde ein Sachverhaltsbericht erstellt. Die Beamten sicherten Spuren im Bereich des Kellers und im Stiegenhaus, in dem die Konfrontation stattgefunden hatte. Die Auswertung dieser Spuren sowie allfällige Zeugeneinvernahmen in dem Wohnhaus sollen in den kommenden Tagen weitere Aufklärung über den genauen Ablauf bringen.
Die Wiener Polizei kündigte an, die Ermittlungen eng mit der Staatsanwaltschaft Wien abzustimmen. Geprüft werde insbesondere, ob neben dem Tatbestand der schweren Nötigung weitere Delikte – etwa eine versuchte schwere Körperverletzung – in Betracht kommen. Auch die Frage, wie sich der Mann über einen längeren Zeitraum unbemerkt in dem Keller aufhalten konnte, werde Gegenstand der Erhebungen sein.
Für die Anrainerinnen und Anrainer im Bereich Gaudenzdorfer Gürtel verlief der Einsatz ohne größere Beeinträchtigungen. Das Wohnhaus war nach Polizeiangaben während des Einsatzes nur kurzzeitig abgesperrt. Nach der Festnahme kehrte in dem Mehrparteienhaus am Mittwochabend wieder Ruhe ein. Die Bewohnerinnen und Bewohner wurden im Anschluss über den Vorfall informiert.
Reaktionen der Bewohner und der Behörden
Die Wiener Polizei wies in einer ersten Stellungnahme darauf hin, dass Sachverhalte mit psychisch auffälligen Tatverdächtigen ein immer häufiger werdendes Einsatzbild darstellten. Eine direkte Verbindung zu früheren Vorfällen in dem Wohnhaus oder im Bezirk Meidling bestehe nach derzeitigem Stand der Ermittlungen nicht. Auch ein politischer Hintergrund werde nach Angaben der Exekutive ausgeschlossen.
Die Staatsanwaltschaft Wien und das zuständige Landesgericht für Strafsachen werden über die weiteren Verfahrensschritte entscheiden. Sollte die Untersuchungshaft tatsächlich verhängt werden, ist mit einer Überstellung des 24-Jährigen in eine Justizanstalt zu rechnen, sofern die medizinische Behandlung im Krankenhaus abgeschlossen ist. Andernfalls könnte eine einstweilige Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung geprüft werden.
Der Vorfall hatte am Mittwochabend in sozialen Medien und in mehreren Wiener Tageszeitungen für Aufsehen gesorgt. Augenzeuginnen und Augenzeugen berichteten übereinstimmend von einem ruhigen, aber angespannten Einsatzbild. Die Wiener Polizei bedankte sich ausdrücklich bei den Bauarbeitern für ihre Kooperation und bei den Anrainerinnen und Anrainern für ihr besonnenes Verhalten während des Einsatzes.
Fragen & Antworten
Was genau ist am Mittwochnachmittag in Meidling passiert?
Ein 24-jähriger syrischer Staatsbürger bedrohte Bauarbeiter in einem Wohnhaus am Gaudenzdorfer Gürtel mit einer Axt und einer Eisenstange und forderte 250 Euro, weil er glaubte, ihm sei etwas aus dem Keller gestohlen worden.
Welche Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft Wien?
Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt wegen schwerer Nötigung und stellte die Beantragung der Untersuchungshaft in Aussicht.
Warum wurde der Tatverdächtige in ein Krankenhaus eingeliefert?
Wegen des dringenden Verdachts einer psychischen Erkrankung wurde der Mann zunächst auf die Psychiatrie eines Krankenhauses gebracht und dort festgenommen.