USA-Iran-Verhandlungen Bürgenstock: Vance spricht von | nachrichten360
USA und Iran beginnen Verhandlungen über Ende des Konflikts in der Schweiz
Luzern, 21 Juni 2026
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Kurzfassung
Im Schweizer Luxusresort Bürgenstock haben Delegationen der USA, des Irans sowie Vermittler aus Katar und Pakistan Verhandlungen über ein Ende des Iran-Konflikts aufgenommen. JD Vance bezeichnete die Gespräche als historisch und sprach von großen Fortschritten in den ersten Stunden.
Luzern, 21 Juni 2026
Im Luxusresort Bürgenstock in der Innerschweiz haben am Samstag vier Delegationen aus den USA, dem Iran, Katar und Pakistan Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende des Iran-Konflikts aufgenommen, die nach Angaben von JD Vance bereits in den ersten Stunden „große Fortschritte“ erzielt haben.
Auftakt auf dem Bürgenstock
Kurz nach 14 Uhr 30 setzten sich die vier Delegationen an einem Tisch zusammen. Nach Angaben von JD Vance verlief der Auftakt vielversprechend. „Allein in den vergangenen Stunden haben wir bereits große Fortschritte erzielt, und ich gehe davon aus, dass wir weitere Fortschritte machen werden“, sagte Vance vor Journalisten am Verhandlungsort. Er sprach in seiner Eröffnungsrede von einem „historischen Treffen“ und bezeichnete die Verhandlungen als „historisch“.
Vance betonte, Donald Trump habe die Delegation angewiesen, „ein neues Kapitel aufzuschlagen, um unsere Beziehung zum iranischen Volk zu verändern, und ihm eine ausgestreckte Hand anzubieten“. Er rief dazu auf, im Nahen Osten „eine neue Seite aufzuschlagen“. Gleichzeitig formulierte er klare Bedingungen: Wenn die Führung in Teheran bereit sei, „auf ihre Rolle als Faktor regionaler Instabilität zu verzichten“, und wenn sie bereit sei, „dauerhaft auf jede Ambition zur Erlangung von Atomwaffen zu verzichten“, dann seien die Vereinigten Staaten bereit, „ihre Beziehungen zu diesem Land grundlegend zu verändern“. „Wir sehen jetzt eine gemeinsame Zukunft, in der alle zusammenarbeiten können, um Frieden und Wohlstand zu fördern“, sagte Vance.
Bedingungen und Forderungen der US-Seite
Die Verhandlungen begannen vier Tage, nachdem die Präsidenten Donald Trump und Massud Pezeshkian am Mittwoch in Versailles eine Grundsatzvereinbarung zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten unterzeichnet hatten. Das Rahmenabkommen sieht vor, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Abkommen für einen dauerhaften Frieden auszuhandeln, auch zum Umgang mit Teherans umstrittenem Atomprogramm. Zudem hatten sich die Konfliktparteien auf eine 60-tägige Waffenruhe verständigt.
Katars Vermittlung und die 60-Tage-Frist
Vance äußerte sich vor seiner Abreise zugleich selbstkritisch über die Dauer seines Aufenthalts: „Ich kann nur ein oder zwei Tage dort sein“, sagte er. Er räumte ein, dass eine Waffenruhe immer „etwas kompliziert“ sei, insbesondere mit Blick auf den Libanon. Nach Darstellung des Vermittlerstaates Katar, der ebenfalls an den Gesprächen teilnimmt, hat man die Hoffnung, dass die Treffen zu einer „umfassenden und dauerhaften Einigung führen zu allen Punkten im Rahmenabkommen“, auf das Washington und Teheran sich geeinigt haben.
Trump droht parallel auf Truth Social
Parallel zu den diplomatischen Signalen aus der Schweiz verschärfte Donald Trump seinen Ton. Auf seiner Online-Plattform Truth Social schrieb er, der Iran müsse „unverzüglich verhindern, dass seine hochbezahlten, an ihn angeschlossenen Gruppen im Libanon Probleme verursachen“. Andernfalls würden die USA den Iran „erneut sehr hart angreifen, so wie wir es letzte Woche getan haben, wenn nicht noch härter“. „Andernfalls werden wir den Iran wieder sehr hart angreifen, so wie letzte Woche, nur härter“, hieß es in dem Post.
Libanon bleibt größter Störfaktor
Die anhaltenden Kämpfe im Libanon entwickeln sich zum gefährlichsten Störfaktor der Verhandlungen. Trotz der vereinbarten Waffenruhe wurden im Libanon nach libanesischen Angaben am Samstag bei israelischen Angriffen mindestens 20 Menschen getötet. Israels Verteidigungsminister Katz erklärte, man könne weiterhin „Maßnahmen zur Beseitigung von Bedrohungen ergreifen“. Nach tödlichen Angriffen auf israelische Truppen habe die Armee zuletzt „mit großer Härte reagiert“ und „eine sehr große Zahl von Hisbollah-Kämpfern ausgeschaltet“, hieß es weiter. „Der Schutz des Lebens unserer Soldaten und Bürger hat oberste und uneingeschränkte Priorität“, so Katz.
Aus iranischer Sicht verlief die Eröffnung ebenfalls vorsichtig optimistisch. Wie die Nachrichtenagentur IRNA berichtete, erklärte die iranische Seite, man könne „falls notwendig, schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen“. Gleichzeitig wies Teheran Forderungen nach einer neuen Waffenruhe nach dem Muster des Gazadeals zurück. Der Iran werde keine weitere Waffenruhe akzeptieren, die löchrig sei wie ein „Schweizer Käse“ und in der Israel einfach weiter nach Belieben vorgehe, sagte ein iranischer Vertreter dem Sender CNN.
Schweizer Rolle und Ausblick
Die Sorge vor Störaktionen und Zwischenfällen am Verhandlungsort war nach Beobachtungen von Beobachtern deutlich geringer als vor zwei Jahren, als für die Ukraine-Friedenskonferenz rund 100 Staatschefs auf dem Bürgenstock zusammengekommen waren. Das Schweizer Außenministerium erklärte, die Gespräche zeigten, „dass die diplomatischen Kanäle offen bleiben und dass die geduldige Arbeit der Diplomatie auch in komplexen Situationen Raum für Vertrauen schaffen kann“.
Inhaltlich sollen in den nächsten Tagen auf dem Bürgenstock 14 vereinbarte Punkte konkretisiert werden, darunter die künftige Ausgestaltung des iranischen Atomprogramms, die Lage im Libanon sowie regionale Sicherheitsfragen. Auch die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Routen für den globalen Ölhandel, bleibt nach Angaben aus der Region ein spannungsreicher Faktor.
In dem Schweizer Resort unmittelbar nach der Eröffnung sprach Vance außerdem von Fortschritten bei der Sicherstellung der Waffenruhe im Libanon. „Wir haben in den vergangenen Stunden große Fortschritte erzielt“, erklärte er. „Dies betrifft auch die Sicherstellung der Waffenruhe im Libanon.“ Sein Ziel sei es, „durch Diplomatie gemeinsam den Nahen Osten zu verändern“.
Die USA und Israel hatten den Iran am 28. angegriffen, die Hisbollah hatte daraufhin als Vergeltung am 2. zurückgeschlagen. Der genaue zeitliche Ablauf dieser Eskalation, die in die aktuellen Verhandlungen mündete, wurde von den Konfliktparteien bisher nur in Teilen öffentlich eingeordnet. Fest steht, dass die Waffen der vergangenen Woche den Weg für die jetzige Gesprächsrunde erst geöffnet haben.
Die Zeit drängt: Sollte innerhalb der 60-tägigen Frist kein abschließendes Abkommen stehen, droht ein Ende der Waffenruhe und möglicherweise eine neue Eskalation. Trump hatte die US-Delegation nach eigener Darstellung ermächtigt, eine diplomatische Lösung für eine Vielzahl von Problemen zu finden, ließ aber zugleich keinen Zweifel an der Bereitschaft zu militärischer Härte.
Mit Blick auf die geopolitische Dimension werten Beobachter die Verhandlungen als einen der seltenen Versuche in den vergangenen Jahren, den Konflikt zwischen Washington und Teheran nicht allein mit Sanktionen und Druck, sondern mit direkter Diplomatie zu bearbeiten. Ob der Anfang auf dem Bürgenstock tatsächlich in eine dauerhafte Lösung mündet, hängt nach Einschätzung aller Beteiligten nun vor allem an der Frage ab, ob die vereinbarten 14 Punkte innerhalb der kommenden zwei Monate verbindlich ausgestaltet werden können.
Die Nachricht wurde am 21.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet und wird von mehreren internationalen Agenturen aufgegriffen. Bis zum Redaktionsschluss lagen keine Bestätigungen für einzelne konkrete Vereinbarungen aus der Verhandlungsrunde vor.
Fragen & Antworten
Wer verhandelt auf dem Bürgenstock miteinander?
Auf dem Bürgenstock verhandeln vier Delegationen: die USA, der Iran sowie die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan. JD Vance leitet die amerikanische Delegation.
Welche Bedingungen knüpft die US-Seite an ein Abkommen?
Die USA verlangen, dass der Iran dauerhaft auf Atomwaffen verzichtet und seine Rolle als regionaler Störfaktor aufgibt. Im Gegenzug wollen die USA ihre Beziehungen zum Iran grundlegend verändern.
Wie viel Zeit haben die Verhandlungspartner für eine Einigung?
Das am Mittwoch in Versailles unterzeichnete Rahmenabkommen sieht eine Frist von 60 Tagen vor, innerhalb derer ein endgültiges Friedensabkommen stehen soll.