USA fliegen sechste Nacht in Folge Angriffe auf den Iran – Teheran droht mit Vergeltung
Washington, 17. Juli 2026
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Kurzfassung
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die sechste Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen, darunter Brücken und Flugabwehrsysteme. Teheran warnt vor massiven Gegenschlägen und meldet 38 Tote und über 400 Verletzte seit dem 22. Juni.
Das US-Militär hat in der Nacht zum Freitag nach eigenen Angaben die sechste Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen, während Teheran mit massiven Gegenschlägen droht und Golfstaaten erneut unter Beschuss gerieten.
Die Angriffe richteten sich nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom gegen militärische Ziele im Iran. Man habe Dutzende „militärische Ziele" mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung. Das Ziel sei gewesen, „die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen", teilte Centcom auf X mit.
Ziele der Angriffe
Unter den getroffenen Zielen befanden sich nach Medienberichten auch Brücken. Die Kahurestan-Brücke liegt an der Route, die die Hafenstadt Bandar Abbas mit der Stadt Schiras weiter nordwestlich verbindet und gilt laut der „New York Times" als eine wichtige Route zwischen der Küste des Persischen Golfs und dem südlichen Landesinneren des Irans. Bandar Abbas beherberge einen Marinestützpunkt der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden und sei von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Irans, in der Straße von Hormus Macht auszuüben, schrieb das „Wall Street Journal".
Mit den Angriffen auf Brücken sollten demnach Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormuz unterbrochen werden. Auch ein Flughafen im Iran wurde nach Berichten getroffen. Das Pentagon erklärte, das US-Militär greife Militärziele an. Die USA erklärten zudem, die jüngste Angriffswelle sei abgeschlossen.
Trumps Drohungen und Ultimaten
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit Angriffen auf kritische Infrastruktur im Iran gedroht. Im Sender Fox News sagte er, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln". In einer Rede an seine Nation behauptete Trump, im Iran erziele man „große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen". Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht.
Der Iran reagierte mit der Ankündigung massiver Gegenschläge. Das Gesundheitsministerium Irans meldete 38 Tote und über 400 Verletzte seit dem 22. Juni. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten zudem einen Angriff auf einen früheren US-Stützpunkt in Syrien, den die USA bereits im Februar an die syrische Armee übergeben hatten.
Opfer und Schäden im Iran
Die Golfstaaten gerieten erneut unter Beschuss. Jordanien meldete das Abfangen von drei iranischen Raketen. Kuwait erklärte, 32 feindliche Drohnen abgeschossen zu haben. Bahrain wurde ebenfalls Ziel von Angriffen.
Gleichzeitig signalisierte die US-Regierung Gesprächsbereitschaft. „Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Karoline Leavitt am Donnerstag vor der Hauptstadtpresse in Washington. Die USA erklärten, der Iran wolle ein Abkommen mit den USA weiterverfolgen.
Golfstaaten unter Beschuss
Die Lage an den Energiemärkten spitzte sich unterdessen zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete zuletzt 84,01 US-Dollar, das waren 0,26 Prozent weniger als am Vortag. „Raffinierte Produkte stehen viel stärker unter Druck als Rohöl", sagte Simon Lack, Portfoliomanager beim Catalyst Energy Infrastructure Fund, der Nachrichtenagentur Bloomberg.
„Wir hatten nur diese kurze Phase der Entspannung, als Energie-Manager gewarnt haben, dass wir unsere Lagerbestände abbauen und es im System wirklich nicht mehr viel Puffer gibt." Die Kraftstoffmärkte in den USA und Europa signalisierten laut Marktexperten eine rekordhohe Knappheit, was das Risiko höherer Kosten für bereits belastete Verbraucher erhöhe.
Auswirkungen auf die Energiemärkte
Die Eskalation wirft Fragen nach einer diplomatischen Lösung auf. Trump hatte ein Ultimatum gestellt und zugleich Verhandlungen in Aussicht gestellt. Der Iran erklärte sich nach US-Angaben bereit, weiter mit Washington zu sprechen, beharrte aber auf seinem Recht auf Vergeltung.
Beobachter sehen in der Zerstörung von Brücken und der Drohung, Kraftwerke anzugreifen, eine deutliche Ausweitung der US-Strategie. Bislang hatte das Pentagon betont, ausschließlich militärische Ziele zu attackieren. Die nun angegriffene Infrastruktur dient auch zivilen Zwecken.
Die Angriffe erfolgten in der sechsten aufeinanderfolgenden Nacht. Damit verlängert sich eine der längsten zusammenhängenden Luftkampagnen der USA gegen den Iran seit Jahrzehnten. Die USA hatten zuvor erklärt, die jüngste Angriffswelle sei abgeschlossen – was die Fortsetzung in der folgenden Nacht in Frage stellt.
Ausblick auf weitere Eskalation
Internationale Reaktionen auf die Eskalation blieben zunächst begrenzt. Die Golfstaaten, die bereits in den vergangenen Tagen Ziel iranischer Raketen und Drohnen waren, verstärkten ihre Luftabwehr. Jordanien und Kuwait meldeten erfolgreiche Abfangaktionen.
Die Nachrichtenagentur Press TV, die dem Iran nahesteht, berichtete ebenfalls über die Angriffe. Unabhängige Bestätigungen für die Schäden und Opferzahlen aus dem Iran stehen aus.
Die US-Regierung betonte, man habe ausschließlich militärische Ziele angegriffen. Die Zerstörung der Kahurestan-Brücke und weiterer Infrastruktur weckt jedoch Zweifel an dieser Darstellung.
Die Entwicklungen spielen sich vor dem Hintergrund eines ohnehin angespannten Verhältnisses zwischen Washington und Teheran ab. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Seestraßen der Welt für den Öltransport, bleibt ein zentraler Konfliktpunkt.
Sollte der Iran seine Drohung wahr machen und Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte oder Verbündete ausführen, könnte sich der Konflikt auf weitere Länder der Region ausweiten. Die Golfstaaten bereiten sich nach eigenen Angaben auf weitere Angriffe vor.
Die Energiepreise reagierten bereits empfindlich. Sollte die Straße von Hormus durch den Konflikt beeinträchtigt werden, wären weltweite Auswirkungen auf die Öl- und Kraftstoffversorgung zu erwarten.
Diese Nachricht wurde am 17.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Die Lage bleibt unübersichtlich, während beide Seiten ihre Positionen bekräftigen und die diplomatischen Kanäle offen halten.
Fragen & Antworten
Welche Ziele hat das US-Militär im Iran angegriffen?
Nach Angaben von Centcom wurden Dutzende militärische Ziele mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme, Radaranlagen zur Küstenüberwachung und Brücken wie die Kahurestan-Brücke bei Bandar Abbas.
Wie viele Tote und Verletzte meldet der Iran?
Das Gesundheitsministerium Irans meldete 38 Tote und über 400 Verletzte seit dem 22. Juni.
Was hat US-Präsident Donald Trump gedroht?
Trump drohte, nächste Woche alle Kraftwerke und Brücken im Iran zu zerstören, sofern der Iran nicht an den Verhandlungstisch komme.
USA greifen Iran an: Brücken, Militärziele, Drohungen | nachrichten360