Ein US-Bundesgericht in New York hat den mexikanischen Drogenboss Ismael "El Mayo" Zambada, Mitgründer des berüchtigten Sinaloa-Kartells, am Montag zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit einer Bewährung verurteilt.
Ismael Zambada, international bekannt unter dem Spitznamen "El Mayo", war laut US-Behörden gemeinsam mit Joaquín Guzmán, dem späteren "El Chapo", Mitgründer des Sinaloa-Kartells, einer der einflussreichsten kriminellen Organisationen Mexikos. Der zuständige Richter in New York sprach den US-Behörden zugleich das Recht zu, 15 Milliarden Dollar an Vermögenswerten zu beschlagnahmen. Zambada hatte im August 2025 im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft auf "schuldig" plädiert.
Hintergrund: Das Sinaloa-Kartell und seine Gründerfiguren
Im Gegenzug für das Geständnis verzichteten die Ankläger auf die Forderung nach der Todesstrafe. Die Vereinbarung sah zudem vor, dass eine Bewährung ausgeschlossen ist. Laut dem US-Justizministerium ist eine vorzeitige Haftentlassung damit für den 76-Jährigen ausgeschlossen.
Die Staatsanwaltschaft hatte Zambada als Anführer einer kriminellen Vereinigung beschrieben, die für Morde an Kartellmitgliedern, Polizisten und Militärpersonal verantwortlich gewesen sein soll. US-Staatsanwalt Joseph Nocella erklärte, Zambada habe "fast vier Jahrzehnte damit verbracht, amerikanische Gemeinden zu vergiften". Die Anklage zeichnete das Bild eines Drogenbosses, der über Jahrzehnte im Hintergrund agierte und sich so weitgehend der öffentlichen Wahrnehmung entzog – weshalb von ihm nur wenige Fotografien existieren.
Festnahme 2024 in El Paso
Mit dem Schuldspruch endet ein Kapitel der US-amerikanischen Drogenfahndung, das die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Mexiko seit dem Sommer 2024 belastet. Zambada wurde 2024 in der texanischen Grenzstadt El Paso von der Polizei gestellt, nachdem er gemeinsam mit einem Sohn des berüchtigten Drogenbosses "El Chapo" in einem Privatflugzeug gelandet war. Die Umstände dieser Festnahme sind bis heute umstritten.
Zambada hatte nach seiner Festnahme behauptet, er sei in eine Falle gelockt und unter dem Vorwand eines Geschäftstreffens an die US-Behörden übergeben worden. Hinter dem mutmaßlichen Komplott vermutet er Joaquíns Sohn, ein Mitglied der Guzmán-Familie, die das Sinaloa-Kartell auch nach der Verurteilung des Vaters weitergeführt haben soll. Die US-Behörden wiesen Vorwürfe zurück, der FBI sei in eine mögliche Verschwörung verwickelt gewesen, doch bestehen an dieser Darstellung Zweifel.
Spannungen zwischen den USA und Mexiko
Die mexikanische Regierung vertritt den Standpunkt, dass US-Behörden auf mexikanischem Boden keine eigenständigen Operationen durchführen dürfen. Sie fordert eine vollständige Aufklärung der Umstände, die zur Festnahme auf texanischem Boden führten. Die Spannungen zwischen beiden Regierungen haben sich seitdem nicht entschärft, sondern bleiben nach Angaben des Berichts zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung ein offener Konfliktpunkt.
