New Orleans, 03 Juli 2026

Ein US-Berufungsgericht in New Orleans hat am Donnerstag (Ortszeit) mit zwei zu einer Stimme entschieden, dass Migranten nicht länger als 90 Tage ohne Anhörung zur Haftprüfung in Abschiebehaft gehalten werden dürfen.

Das Gericht stützte seine Entscheidung auf die US-Verfassung, die jeder Person innerhalb der Landesgrenzen das Recht auf eine Anhörung garantiert, wenn ihr die persönliche Freiheit entzogen wird. Mit dem Urteil werden die Spielräume der Regierung von US-Präsident Donald Trump bei der Inhaftierung von Menschen während laufender Abschiebeverfahren erheblich eingeschränkt.

Hintergrund des Rechtsstreits ist eine im vergangenen Jahr geänderte Auslegung der Einwanderungsgesetze durch das Heimatschutzministerium. Demnach sollen nicht nur an der Grenze ankommende Personen, sondern auch bereits im Land befindliche Nicht-US-Bürger als „Antragsteller auf Einreise" gelten, die einer Pflichtinhaftierung unterliegen. Das dem Justizministerium unterstehende Einwanderungs-Berufungsgremium hatte diese Auslegung im September übernommen, woraufhin Einwanderungsrichter landesweit entsprechende Anordnungen trafen.