Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni mit einem Spott-Post auf einer Online-Plattform bloßgestellt, woraufhin Italien auf Ausgewogenheit und die lange bilaterale Tradition pochte.

Der Post, der am Wochenende veröffentlicht wurde, zeigt nach Angaben italienischer Medien ein Foto von einem gemeinsamen Auftritt Trumps und Melonis und trägt in Großbuchstaben die Aufschrift: "Restraining order needed". Im englischen Sprachgebrauch handelt es sich dabei um eine gerichtliche Auflage oder einstweilige Verfügung. Der Beitrag wurde von Trump selbst öffentlich geteilt und löste in italienischen Medien Spekulationen über den Zustand des Verhältnisses zwischen Rom und Washington aus.

Was auf dem Beitrag zu sehen ist

Meloni wies die Darstellung umgehend zurück. Bezeichnungen wie diese seien "völlig erfunden", es sei ihr schleierhaft, warum Trump sich auf diese Weise gegenüber Verbündeten verhalte. Eines solle sich Trump aber hinter die Ohren schreiben: "Ich und Italien betteln nie", hielt Meloni fest.

Die italienische Regierung wählte anschließend einen betont ruhigen Ton. Außenminister Antonio Tajani sagte dem Sender Sky TG24: "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir auf Erklärungen dieser Art nicht reagieren werden. Die Zusammenarbeit zwischen den USA und Italien beruht auf einer so langen und soliden Geschichte, dass sie nicht durch eine Diskussion in den sozialen Medien infrage gestellt werde." Man sei überzeugt, dass die transatlantischen Beziehungen weit über einzelne Äußerungen hinausgingen. Trumps Äußerungen "kommentieren sich von selbst".