Trump unterzeichnet abgespeckten KI-Erlass nach monatelangen internen Debatten
Washington, 02. Juni 2026
Daniel Torok / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Präsident Trump hat am Dienstag einen lange verzögerten Erlass zur künstlichen Intelligenz unterzeichnet, der KI-Unternehmen bittet, ihre leistungsfähigsten Modelle freiwillig bis zu 30 Tage vor der öffentlichen Freigabe staatlichen Tests zu unterziehen. Der endgültige Erlass halbierte das ursprünglich vorgeschlagene 90-tägige Überprüfungsfenster und vermied eine obligatorische Prüfung, was interne Meinungsverschiedenheiten über die Aggressivität der Regulierung der Technologie widerspiegelt.
Präsident Trump hat am Dienstag einen lange verzögerten Erlass zur künstlichen Intelligenz unterzeichnet, der KI-Entwickler bittet, ihre leistungsfähigsten Modelle freiwillig nicht mehr als 30 Tage vor der öffentlichen Freigabe staatlichen Tests zu unterziehen, und damit einen früheren Entwurf, der ein 90-tägiges Überprüfungsfenster vorsah, abgeschwächt hat.
Der im Weißen Haus unterzeichnete Erlass sollte ursprünglich letzten Monat fertiggestellt werden, wurde aber zurückgehalten, da die Regierungsbeamten darüber debattierten, wie weit die Bundesregierung bei der Überwachung der Technologie gehen sollte. Laut Personen, die mit den Diskussionen vertraut sind, hat das Weiße Haus einen früheren Unterzeichnungsplan wegen Bedenken verworfen, dass der Erlass die KI-Innovation beeinträchtigen würde. Trump selbst hatte Bedenken geäußert, dass starke staatliche Maßnahmen den Vorsprung amerikanischer Unternehmen im globalen KI-Wettlauf angesichts des Wettbewerbsdrucks aus China dämpfen könnten.
Von 90 Tagen auf 30: Wie der Erlass abgeschwächt wurde
Die endgültige Version kürzt die Frist für die Vorabprüfung fortschrittlicher KI-Modelle durch die Regierung von 90 auf 30 Tage und verzichtet auf ein obligatorisches Prüfsystem. Stattdessen setzt der Erlass auf die freiwillige Zusammenarbeit der führenden KI-Entwicklungsunternehmen, darunter OpenAI, Anthropic und Google. Der Text macht diese Freiwilligkeit ausdrücklich deutlich und besagt, dass "nichts in diesem Abschnitt so ausgelegt werden darf, dass die Schaffung einer obligatorischen staatlichen Lizenzierungs-, Vorabgenehmigungs- oder Genehmigungspflicht für die Entwicklung, Veröffentlichung, Freigabe oder Verbreitung neuer KI-Modelle autorisiert wird."
Über den Testrahmen hinaus weist der Erlass die Bundesbehörden an, Benchmarks zur Bewertung der Cybersicherheitsfähigkeiten von KI-Modellen zu entwickeln und eine KI-Cybersicherheits-Clearingstelle einzurichten, die Informationen über Schwachstellen prüft und teilt. Er weist die Behörden auch an, die eigenen Sicherheitsvorkehrungen der Regierung zu stärken, eine Reaktion auf wachsende Bedenken, dass Gegner die leistungsfähigsten Systeme als Waffen einsetzen könnten.
Interne Meinungsverschiedenheiten über den Umfang der Regulierung
Der Erlass spiegelt eine Trump-Regierung wider, die sich uneinig darüber war, wie sie die KI-Regulierung angehen sollte. Trump hat versucht, die staatliche Aufsicht zu minimieren, auch auf bundesstaatlicher Ebene, obwohl einige Beamte argumentierten, dass robustere Schutzmaßnahmen erforderlich seien. Das Weiße Haus von Biden hatte sich für eine staatliche Aufsicht über die Technologie eingesetzt, und der neue Erlass wird als Kompromiss zwischen diesen beiden Impulsen gelesen.
Die Unterzeichnung erfolgt vor dem Hintergrund erhöhter Besorgnis in Washington und im Silicon Valley über die Sicherheitsrisiken von KI-Systemen an der Spitze. Im April kündigte Anthropic an, die Veröffentlichung seines neuen Mythos Preview-Modells aufgrund seiner Fähigkeit, Schwachstellen in der Softwaresicherheit zu identifizieren und auszunutzen, einzuschränken, eine Ankündigung, die in der gesamten Branche und der Hauptstadt Alarmglocken auslöste. Stimmen, die sich für eine Regulierung aussprechen, loben den Erlass als Beweis dafür, dass die Dynamik auf ihrer Seite ist, auch wenn das Dokument keine verbindlichen Anforderungen festlegt.
Anthropic's Mythos-Modell und der Sicherheitskontext
Der Erlass selbst betrachtet künstliche Intelligenz sowohl als strategisches Gut als auch als Sicherheitsherausforderung. Er besagt, dass "fortschrittliche KI-Fähigkeiten unsere Nation stärken, aber auch neue nationale Sicherheitsaspekte einführen, die koordinierte Maßnahmen über Exekutivabteilungen und -behörden hinweg erfordern." Eine zweite Passage fügt hinzu, dass "mit der Weiterentwicklung dieser Fähigkeiten meine Regierung weiterhin eng mit der Industrie zusammenarbeiten wird, um sicherzustellen, dass die beste und sicherste Technologie schnell eingesetzt wird, um allen Bedrohungen für unser Land zu begegnen."
Vorerst müssten verbindliche Regeln für KI-Tests und -Bereitstellung vom Kongress und nicht von der Exekutive kommen. Der Erlass wird als Koordinationsmechanismus zwischen Regierung und Industrie positioniert, der Benchmarks, eine Clearingstelle für Schwachstellen und ein 30-tägiges Testfenster vor der Veröffentlichung einrichtet, die Durchsetzung jedoch der freiwilligen Teilnahme der führenden Entwickler überlässt.
Die Reaktion der Industrie unmittelbar nach der Unterzeichnung wurde in den verfügbaren Berichten nicht detailliert, aber die Einbeziehung von OpenAI, Anthropic und Google als de-facto-Partner für das freiwillige Programm deutet darauf hin, dass das Weiße Haus seine KI-Politik auf die größten US-Modellbauer stützen will. Ob dieser Rahmen Bestand hat, wird davon abhängen, wie diese Unternehmen auf Anfragen zur Weitergabe ihrer leistungsfähigsten Systeme reagieren und ob der Kongress das freiwillige Regime in Gesetz umwandelt.