US-Präsident Donald Trump hat in getrennten Telefonaten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Wege zur Beendigung des Ukraine-Kriegs gesprochen und seine Bereitschaft zu einer raschen Lösung bekräftigt.
Hintergrund: Anlass und Ablauf der Gespräche
Die Gespräche fanden am Samstag statt und dauerten nach Angaben des Kreml-Beraters Juri Uschakow insgesamt fast 90 Minuten. Trump habe in dem Telefonat mit Putin seinen Willen bekräftigt, auf ein schnelles Ende der Kämpfe hinzuarbeiten, wie Uschakow am Sonntag mitteilte. Kurz darauf sprach Trump mit Selenskyj, der den Anlass nutzte, um an die amerikanische Entschlossenheit zu appellieren.
Nach Darstellung Uschakows verfolgt Russland eine politisch-diplomatische Lösung, die grundlegende russische Positionen berücksichtigt. Trump habe sein Angebot im Zusammenhang mit seiner Teilnahme an einem NATO-Gipfel in der Türkei unterbreitet, sagte Uschakow weiter. Sowohl Trump als auch Selenskyj hätten sich darauf verständigt, ihre Gespräche beim Gipfel in Ankara fortzusetzen.
Selenskyj erklärte am Samstag, er habe am US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli ein "sehr gutes Gespräch" mit Trump geführt. Er sehe eine echte Chance, den Krieg zu beenden: "Es gibt eine echte Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die amerikanische Entschlossenheit wird entscheidend sein." Selenskyj sprach zudem von der Bereitschaft Kiews, gemeinsam mit Washington auf eine diplomatische Lösung hinzuarbeiten.
Kriegsverlauf und umstrittene Geländegewinne
Während der diplomatischen Gespräche ging die militärische Auseinandersetzung weiter. Russische Kommandeure meldeten am Freitag die Einnahme der Stadt Kostjantyniwka. Selenskyj und der ukrainische Generalstab wiesen diese Darstellung jedoch zurück und sprachen von einer falschen Behauptung. Unabhängig davon reagierte Russland in der Nacht auf weitergehende ukrainische Angriffe auf die Ölinfrastruktur mit massiven Luftangriffen.
Uschakow warf Kiew und dessen Verbündeten vor, eine Eskalation des Konflikts voranzutreiben. Russland beharre auf einer Lösung, die die eigenen Sicherheitsinteressen wahre. Putin habe in dem Telefonat zudem die Lage an der Front beschrieben, wo russische Truppen eigenen Angaben zufolge vorrücken.
Symbolische Geste in Kiew
In Kiew setzte derweil ein sichtbares Zeichen: Das 62 Meter hohe Mutterland-Denkmal wurde nachts in den Farben der US-Flagge angestrahlt. Damit sollte laut örtlichen Berichten die Verbundenheit mit den Vereinigten Staaten unterstrichen werden. Die Geste fiel zeitlich mit dem US-Unabhängigkeitstag zusammen.
Ausblick auf den NATO-Gipfel in der Türkei
Beobachter werten die parallelen Gespräche Trumps als Versuch, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln, ohne sich öffentlich auf eine Seite festzulegen. Das Format – getrennte Anrufe statt eines gemeinsamen Tref fens – ermöglicht es beiden Seiten, ihre Positionen darzulegen, ohne direkten Verhandlungsdruck. Trump hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, den Krieg schnell beenden zu wollen.
Die Gespräche bilden zugleich den Auftakt zum NATO-Gipfel in der Türkei, wo die Bündnispartner über die weitere Unterstützung der Ukraine und über die kollektive Sicherheit in Europa beraten. Selenskyj und Trump wollen ihre Beratungen dort fortsetzen. Ob aus den Kontakten konkrete Schritte zur Deeskalation hervorgehen, blieb zunächst offen.
