US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag eine übereilte Vereinbarung mit dem Iran ausgeschlossen und seine Unterhändler angewiesen, nichts zu überstürzen.
Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, die Verhandlungen verliefen „geordnet und konstruktiv“, aber es dürfe keine Fehler geben. „Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen und alles richtig machen“, schrieb er. Er hatte noch am Samstag gesagt, eine Absichtserklärung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei „weitgehend ausgehandelt“ worden.
Der Konflikt mit dem Iran hatte Ende Februar begonnen, als die USA und Israel Angriffe auf den Iran starteten. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel, US-Basen und Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Blockade der Straße von Hormus durch Teheran löste eine globale Öl- und Gaskrise aus. Seit Anfang April gilt ein fragiler Waffenstillstand.
Rubio: Diplomatie hat Vorrang
Außenminister Marco Rubio, der sich zu Gesprächen in Neu-Delhi aufhielt, unterstrich, Washington strebe eine diplomatische Lösung an. „Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben, bevor wir die Alternativen prüfen“, sagte Rubio. Er nannte das US-Angebot ein „ziemlich solides Angebot auf dem Tisch“ und erwarte „sehr reale, bedeutende, zeitlich begrenzte Verhandlungen zu dem Atom-Thema“.
Gleichzeitig machte Rubio klar, dass die USA auch andere Wege nicht ausschließen. Trump hatte bereits zuvor gedroht, sollte es kein „gutes Abkommen“ geben, könnten die Gespräche „in anderer Weise“ fortgesetzt werden – eine unverhohlene Anspielung auf militärische Optionen.
Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters hat Teheran grundsätzlich zugestimmt, die Straße von Hormus zu öffnen und im Gegenzug die US-Marineblockade zu beenden. Der Iran sei zudem bereit, sein hochangereichertes Uran zu übergeben. Details über das Atomprogramm müssten jedoch noch verhandelt werden.