Iran-Deal: Trump schließt übereilte Vereinbarung aus | nachrichten360
Trump dämpft Hoffnung auf schnelle Einigung mit Iran – Ölpreise fallen dennoch
Washington, 25. Mai 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump hat Spekulationen über einen unmittelbar bevorstehenden Durchbruch in den Verhandlungen mit dem Iran gedämpft. Er wies seine Unterhändler an, nichts zu überstürzen, während die Ölpreise aufgrund der vorsichtigen Entspannungssignale deutlich nachgaben.
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag die Erwartungen an eine rasche Einigung im Konflikt mit dem Iran gebremst und erklärt, er habe seine Unterhändler angewiesen, das Abkommen nicht zu überstürzen.
In Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die Verhandlungen verliefen „geordnet und konstruktiv“, doch beide Seiten müssten sich Zeit nehmen und alles richtig machen. „Es darf keine Fehler geben!“, betonte er. Zuvor hatte er am Samstag noch angedeutet, dass eine Absichtserklärung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus weitgehend ausgehandelt sei.
Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe vollständig in Kraft, bis eine Vereinbarung erzielt, bestätigt und unterzeichnet sei, stellte Trump klar. Er versicherte zudem dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, dass er in jedem Abkommen auf einem Stopp des iranischen Atomprogramms bestehen werde.
US-Außenminister Marco Rubio, der sich am Wochenende zu bilateralen Gesprächen in Neu-Delhi aufhielt, bekräftigte den Wunsch Washingtons nach einer diplomatischen Lösung. „Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben, bevor wir die Alternativen prüfen“, sagte Rubio. Es liege ein „ziemlich solides Angebot auf dem Tisch“.
Rubio: „Ziemlich solides Angebot auf dem Tisch“
Gleichzeitig machte Rubio deutlich, dass die Geduld der USA nicht unbegrenzt sei. Es werde entweder eine gute Vereinbarung geben oder man werde mit dem Land „auf andere Weise“ umgehen. Er erwarte, dass Teheran zu „sehr realen, bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen zu dem Atom-Thema“ bereit sei.
Der Iran hat auf das vorgeschlagene Abkommen bisher nicht offiziell reagiert. Halbamtliche iranische Nachrichtenagenturen berichten jedoch, dass Meinungsverschiedenheiten über „one or two“ Punkte den möglichen Deal gefährden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, man habe sich mit den USA in vielen Punkten geeinigt, was aber nicht bedeute, dass Teheran kurz vor der Unterzeichnung stehe.
Irans Haltung: Keine Atomgespräche vor Kriegsende
Baghaei zufolge verhandelt der Iran derzeit über ein Ende des Krieges und nicht über nukleare Fragen. Sollte eine Einigung erzielt werden, würden Gespräche über das Atomprogramm über einen Zeitraum von 60 Tagen aufgenommen. Der hochrangige iranische Beamte Hossein Nooshabadi präzisierte, diese 60-tägige Frist beginne nach einer anfänglichen 30-tägigen Vereinbarung bezüglich der Straße von Hormus.
Der Krieg, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begann, hatte eine globale Energiekrise ausgelöst. Der Iran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf mehrere US-Stützpunkte und Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Teheran blockierte die Straße von Hormus, durch die vor dem Konflikt ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert wurde.
Seit Anfang April gilt eine fragile Waffenruhe. Unterhändler arbeiten an den letzten ein bis zwei Kapiteln einer Absichtserklärung, die den Weg zu einem Friedensabkommen ebnen soll. Das Abkommen würde die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus wieder ermöglichen. Die Zukunft der iranischen Raketenproduktion und die Bedingungen für sein Atomprogramm sollen in einer zweiten Phase innerhalb der folgenden 60 Tage verhandelt werden.
Ölpreise fallen auf tiefsten Stand seit Anfang Mai
Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Pakistan, die Türkei, Jordanien und Bahrain setzten ihre diplomatischen Bemühungen um eine vorläufige Verlängerung der Waffenruhe fort. Die Verhandlungen finden zwischen dem Iran und den USA statt, wobei Washington sich direkt mit Israel abstimmt, das dem Deal skeptisch gegenübersteht.
Der Iran fordert als Vorbedingung für ein Abkommen ein Ende der US-Marineblockade und ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon. Israel wiederum verlangt Handlungsfreiheit gegen die Hisbollah-Miliz, deren Verbindungen zu Teheran nach eigenen Angaben weiterhin stark sind. Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses des US-Senats, Roger Wicker, nannte den möglichen Deal ein „Desaster“ und bezweifelte, dass der Iran jemals in gutem Glauben handeln werde.
Trotz der gedämpften Erwartungen reagierten die Ölmärkte mit Erleichterung auf die Entspannungssignale. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel am Montag um 4,55 Prozent auf 98,83 Dollar. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 4,73 Prozent auf 92,03 Dollar. Beide Kontrakte fielen im Handelsverlauf auf den tiefsten Stand seit dem 7. Mai.
Erste Schiffe verlassen die Straße von Hormus
Der Analyst Saul Kavonic von MST Marquee sagte, es gebe nun „Licht am Ende des Tunnels“ mit Blick auf das Friedensabkommen und die Straße von Hormus, was kurzfristig für eine gewisse Entlastung bei den Ölpreisen sorgen werde. Allerdings warnte der Chef der Abu Dhabi National Oil Company vergangene Woche, dass selbst bei einem sofortigen Kriegsende der Schiffsverkehr durch die Meerenge frühestens 2027 wieder das Normalniveau erreichen werde.
Erste zaghafte Bewegungen sind bereits zu beobachten. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars passierten innerhalb von 24 Stunden 33 Schiffe mit iranischer Genehmigung die Straße von Hormus. Ein mit Flüssigerdgas beladener Frachter verließ die Meerenge am Montag in Richtung Pakistan, ein Supertanker mit irakischem Rohöl für China hatte die Region bereits am Samstag verlassen. Beide Schiffe waren fast drei Monate lang festsessen.
Dennoch bleiben schätzungsweise 20.000 Seeleute auf Hunderten von Schiffen im Persischen Golf gestrandet. Vor Kriegsausbruch passierten täglich durchschnittlich 125 bis 140 Schiffe die Straße von Hormus. Die humanitäre Lage in der Region bleibt angespannt.
Der Streit um das iranische Atomprogramm
Ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen ist das iranische Atomprogramm. Der Iran besitzt nach Schätzungen rund 400 Kilogramm auf bis zu 60 Prozent angereichertes Uran, dessen Verbleib nach den Angriffen des vergangenen Jahres nicht vollständig gesichert ist, aber in der Nähe von Isfahan vermutet wird. US-israelische Spezialoperationen zur Sicherung des Materials wurden dem Vernehmen nach wiederholt erwogen und wegen der Schwierigkeit verworfen.
Zum Vergleich: Das unter der Obama-Regierung ausgehandelte JCPOA-Atomabkommen, das Trump später aufkündigte, war 160 Seiten lang und benötigte zwei Jahre Verhandlungszeit. Es schrieb eine Anreicherungsobergrenze von maximal 3,67 Prozent vor und führte dazu, dass 97 Prozent des hochangereicherten Materials außer Landes nach Russland gebracht wurden.
Diplomatische Bemühungen gehen weiter
Trump selbst sorgte mit einem auf Truth Social veröffentlichten, KI-generierten Bild für zusätzliche Spannungen. Es zeigt eine MQ-9-Reaper-Drohne, die zwei iranische Marineboote zerstört, sowie durch die Luft geschleuderte Revolutionsgarden, mit dem eingeblendeten Wort „Adios“.
Unterdessen gehen die diplomatischen Bemühungen weiter. Die iranischen Chefunterhändler reisten zu Gesprächen nach Katar. Außenminister Rubio versprach wiederholt gute Nachrichten in den kommenden Stunden und betonte, der Iran dürfe niemals eine Atomwaffe besitzen. Präsident Trump fasste seine Haltung mit den Worten zusammen: „Die Islamische Republik müsse jedoch verstehen, dass sie keine Nuklearwaffen haben dürfe.“
Fragen & Antworten
Warum hat Donald Trump die Hoffnung auf eine schnelle Einigung mit dem Iran gedämpft?
Trump erklärte, dass beide Seiten sich Zeit nehmen und alles richtig machen müssten, und wies seine Unterhändler an, das Abkommen nicht zu überstürzen.
Welche Bedingungen stellt der Iran für ein Abkommen mit den USA?
Der Iran fordert ein Ende der US-Marineblockade, ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon und die Freigabe seiner eingefrorenen Gelder bei ausländischen Banken.
Was würde eine Einigung für die Straße von Hormus bedeuten?
Das Abkommen würde die freie Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge wieder ermöglichen, durch die vor dem Krieg ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert wurde.