Trump Iran Deal Straße von Hormuz: Keine übereilte Einigung | nachrichten360
Trump bremst Iran-Deal: „Keine Eile“ bei Verhandlungen über Waffenruhe und Ölroute
Washington, 25. Mai 2026
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Kurzfassung
US-Präsident Donald Trump dämpft Erwartungen an einen raschen Durchbruch in den Gesprächen mit Teheran. Während ein Waffenstillstand hält, ringen beide Seiten um die Öffnung der Straße von Hormuz und die Zukunft des iranischen Atomprogramms.
Trotz eines fragilen Waffenstillstands und intensiver Vermittlungen hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag Hoffnungen auf eine schnelle Vereinbarung mit dem Iran über ein Ende der Blockade der Straße von Hormuz gedämpft.
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, er habe seine Unterhändler angewiesen, „nichts zu überstürzen“, weil die Zeit auf der Seite der USA sei. „Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen und alles richtig machen … Es darf keine Fehler geben!“, betonte er und bekräftigte zugleich, dass die Islamische Republik keine Nuklearwaffen haben dürfe.
Die Äußerungen folgen auf widersprüchliche Signale: Noch am Samstag hatte Trump mitgeteilt, Washington und Teheran hätten eine Absichtserklärung zur Wiedereröffnung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormuz „weitgehend ausgehandelt“. Das Verhältnis mit dem Iran werde professioneller, so der Präsident.
Eskalation seit Ende Februar
Der Konflikt war Ende Februar eskaliert, als die USA und Israel mit Angriffen auf den Iran begannen. Teheran reagierte mit Attacken auf Israel sowie auf US-Stützpunkte und Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. In der Folge blockierte Iran die Meerenge von Hormuz und löste eine globale Energiekrise aus.
Seit Anfang April gilt ein brüchiger Waffenstillstand. Beide Seiten bemühen sich um eine Verständigung, die zunächst die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormuz wiederherstellen soll. Vor dem Krieg passierten täglich zwischen 125 und 140 Schiffe die Wasserstraße, darunter ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte.
US-Außenminister Marco Rubio sagte während eines Besuchs in Neu-Delhi, die Vereinigten Staaten hätten dem Iran ein „ziemlich solides Angebot auf dem Tisch“ vorgelegt. Man werde der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben, bevor man die Alternativen prüfe, so Rubio wörtlich: „Wir werden der Diplomatie jede Chance auf Erfolg geben, bevor wir die Alternativen prüfen.“ Gleichzeitig machte er klar, dass der Iran zu „sehr realen, bedeutenden, zeitlich begrenzten Verhandlungen zu dem Atom-Thema“ bereit sein müsse.
Diplomatische Manöver und rote Linien
Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters hat Teheran grundsätzlich zugestimmt, die Straße von Hormuz im Gegenzug für ein Ende der US-Marineblockade zu öffnen. Auch sei das Regime bereit, hochangereichertes Uran herauszugeben. Details des Nuklearprogramms müssten jedoch noch verhandelt werden.
Irans Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei bestätigte Fortschritte, erklärte aber zugleich: „Wir haben in vielen Punkten eine Einigung erzielt – das bedeutet nicht, dass Teheran kurz vor der Unterzeichnung eines Abkommens steht.“ Momentan verhandle man über ein Ende des Krieges, nicht über nukleare Fragen. Sollte eine Einigung erzielt werden, würden innerhalb von 60 Tagen Gespräche über das Atomprogramm aufgenommen.
Der ranghohe iranische Beamte Hossein Nooshabadi präzisierte, die 60-tägige Frist für Nukleardiskussionen beginne nach einer 30-tägigen Anfangsvereinbarung über die Meerenge. Iran fordert zudem, dass die USA eingefrorene Guthaben im Ausland freigeben und Israel seinen Krieg im Libanon gegen die Hisbollah beendet.
Trotz der Annäherung bleibt Israel skeptisch. Premierminister Benjamin Netanjahu führt den Kampf gegen die Hisbollah zumindest im Südlibanon fort. Senator Lindsey Graham rief Trump dazu auf: ‚stick to your guns in getting a good deal with Iran.‘ Der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Roger Wicker, nannte ein mögliches Abkommen gar ein „Desaster“.
Internationale Vermittler und erste Hoffnungsschimmer
Die diplomatischen Bemühungen werden von mehreren Staaten unterstützt. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Pakistan, die Türkei, Jordanien und Bahrain arbeiten auf eine vorläufige Waffenstillstandsverlängerung hin. Unterhändler beider Seiten berieten zuletzt in Katar über die letzten Kapitel einer Absichtserklärung, die den Weg zu einem Friedensabkommen ebnen soll.
Die Ölmärkte reagierten auf die Signale: Brent-Öl fiel am Montag um 4,55 Prozent auf 98,83 Dollar pro Barrel, WTI-Öl um 4,73 Prozent auf 92,03 Dollar – der niedrigste Stand seit dem 7. Mai. Analyst Saul Kavonic von MST Marquee sagte: „Trotz aller verbleibenden Vorbehalte und Risiken mit Blick auf das Friedensabkommen und die Straße von Hormuz gibt es nun Licht am Ende des Tunnels.“
Unterdessen verließen erste Schiffe die Region. Ein mit Flüssiggas beladener Tanker nahm am Montag Kurs auf Pakistan, ein Supertanker mit irakischem Rohöl hatte bereits am Samstag die Straße von Hormuz in Richtung China passiert. Beide Frachter saßen fast drei Monate fest und zählen zu den wenigen, die in diesem Monat eine vom Iran vorgeschriebene Transitroute nutzen durften.
Ölroute in Bewegung, Märkte reagieren
Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete unter Berufung auf die Revolutionsgarden, dass innerhalb von 24 Stunden 33 Schiffe mit iranischer Genehmigung die Meerenge durchquert hätten. Noch immer sitzen schätzungsweise 20.000 Seeleute auf Hunderten von Schiffen im Persischen Golf fest.
Die Gefahr eines Scheiterns ist nicht gebannt. Trump drohte am Montag, sollte es keinen „guten Deal“ geben, würden die Verhandlungen „auf andere Weise“ weitergehen – eine Andeutung militärischer Optionen. Die US-Blockade von iranischen Häfen bleibe vollständig in Kraft, bis eine Vereinbarung erzielt, bestätigt und unterzeichnet sei, so Trump wörtlich: „die US-Blockade von iranischen Häfen vollständig in Kraft bleibe, bis eine Vereinbarung erzielt, bestätigt und unterzeichnet sei.“
Drohungen und KI-Propaganda
Unterdessen veröffentlichte Trump auf Truth Social ein KI-generiertes Bild, das eine MQ-9-Reaper-Drohne zeigt, wie sie zwei iranische Marineboote zerstört und Revolutionsgardisten durch die Luft schleudert, mit dem Wort ‚Adios‘. Die Botschaft unterstreicht den fragilen Charakter des Prozesses.
Vor dem Krieg von 2015 war das iranische Atomprogramm durch das 160 Seiten starke Atomabkommen JCPOA streng begrenzt, das Trump 2018 in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt hatte. Damals wurden 97 Prozent des hochangereicherten Materials außer Landes nach Russland gebracht und die Anreicherung auf maximal 3,67 Prozent beschränkt. Heute verfügt Iran über rund 400 Kilogramm auf bis zu 60 Prozent angereichertes Uran, dessen Verbleib nach den Angriffen des vergangenen Jahres nicht vollständig bestätigt ist.
Das Atomprogramm im Zentrum
Die USA und Israel erwogen Spezialoperationen zur Sicherstellung des Materials, verwarfen diese jedoch wegen enormer Risiken. Die Frage, wie mit den nuklearen Kapazitäten umgegangen wird, bleibt zentral für eine dauerhafte Lösung.
Während die Diplomaten weiter verhandeln, bleiben die Unsicherheit groß und die Lage angespannt. Rubio versprach in Indien, in den kommenden Stunden gute Nachrichten zu haben, und wiederholte das Ziel: Der Iran dürfe niemals eine Atomwaffe besitzen.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Absichtserklärung tatsächlich in ein tragfähiges Abkommen mündet – und ob der Waffenstillstand hält oder eine neue Eskalation droht.
Fragen & Antworten
Warum will Trump eine Vereinbarung mit dem Iran nicht überstürzen?
Trump erklärte, die Zeit sei auf amerikanischer Seite und beide Seiten müssten alles richtig machen, weil es keine Fehler geben dürfe. Er fürchtet offenbar einen schlechten Deal und hat seine Unterhändler angewiesen, nichts zu überstürzen.
Welche Rolle spielt die Straße von Hormuz in den Verhandlungen?
Die Wiedereröffnung der Meerenge ist das zentrale Ziel der ersten Phase. Vor dem Krieg passierte ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggastransports diese Route; durch die iranische Blockade sitzen Zehntausende Seeleute fest und die Energiemärkte sind unter Druck.
Was fordert Iran für eine Einigung mit den USA?
Teheran verlangt ein Ende der US-Marineblockade, die Freigabe eingefrorener Guthaben im Ausland und ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon. Erst nach einer solchen Vereinbarung würden Atomgespräche beginnen.