Trauerzug durch Teheran: Millionen begleiten Khamenei auf letztem Weg
Teheran, 06. Juli 2026
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Kurzfassung
Vor der Beisetzung des getöteten iranischen Staatsoberhaupts Ayatollah Ali Khamenei hat ein stundenlanger Trauerzug Millionen Menschen in Teheran auf die Straßen gebracht. Die Prozession endete am Azadi-Turm im Westen der Hauptstadt.
Vor der Beisetzung des am 28. Februar getöteten iranischen Staatsoberhaupts Ayatollah Ali Khamenei hat am Montag ein stundenlanger Trauerzug mit Millionen Teilnehmern durch Teheran geführt, der am Azadi-Turm im Westen der Hauptstadt endete.
Route und Verlauf des Trauerzugs
Vor der Beisetzung des am 28. Februar getöteten iranischen Staatsoberhaupts Ayatollah Ali Khamenei hat am Montag ein stundenlanger Trauerzug mit Millionen Teilnehmern durch Teheran geführt, der am Azadi-Turm im Westen der Hauptstadt endete. Die Prozession begann laut Angaben der Regierung weit im Osten der Hauptstadt und führte über die zentrale Hauptverkehrsachse bis zum Asadi-Turm im Westen der Stadt.
Landesweit bildeten sich im Rahmen von Trauerfeierlichkeiten große Menschenmassen. Die iranische Führung hatte zuvor die Route des Trauerzugs bekannt gegeben. In der Millionenmetropole Teheran wurde der Sarg durch die Stadt geführt.
Der für die Planung zuständige General Hassan Hassanzadeh hatte im staatlichen Fernsehen angekündigt, die Prozession könne bis zu zwölf Stunden dauern. Der Trauerzug für den früheren Religionsführer Khamenei, der seit 1989 an der Macht war, gilt als einer der größten öffentlichen Anlässe in der Geschichte der Islamischen Republik.
Luftraumsperrung und logistische Vorbereitungen
Am Tag der Prozession sperrte Iran den Luftraum über Teheran aus Sicherheitsgründen. Zeitlich und räumlich befristete Flugbeschränkungen galten nach Regierungsangaben zudem für Dienstag sowie bis zur Trauerfeier am Donnerstag. Auch in der Pilgerstadt Qom und im benachbarten Irak waren weitere Zeremonien geplant.
In Teheran übernahm nach Angaben des Staates der 97-jährige Großajatollah Jafar Sobhani die Funktion des Vorbeters. In Qom sollte der einflussreiche Ajatollah Makarem Shirazi (99) das Totengebet leiten, in der nordöstlich gelegenen Heimatstadt Mashhad Ajatollah Noori Hamedani (101).
Rund vier Monate nach seiner Tötung sollte Irans Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei beerdigt werden. Khamenei war am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff auf seine offizielle Residenz in der iranischen Hauptstadt getötet worden. Anschließend führten die USA und Israel mehr als fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bevor Vertreter Washingtons und Teherans Anfang April einer Waffenruhe zustimmten.
Hintergrund: Tod Khameneis und Nachfolge
Khamenei hatte seit 1989 als oberster Führer amtiert, deutlich länger als sein Vorgänger Ruhollah Khomeini, der 1979 die Islamische Republik gegründet hatte. Seine Nachfolge trat bereits Anfang März, rund eine Woche nach dem Tod des Vaters, dessen Sohn Mojtaba Khamenei an.
Seit seiner Ernennung ist der neue oberste Führer nicht öffentlich in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst hatte. Berichten zufolge war Mojtaba Khamenei bei Luftangriffen Ende Februar mindestens schwer verletzt worden. Das iranische Regime erklärte, er sei kriegsversehrt, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Auch Chameneis Nachfolger, Modschtaba Chamenei, trat weiterhin nicht auf.
Spekulationen um Mojtaba Khamenei
Iranische Medien berichteten, dass der 56-jährige Mojtaba Khamenei bei dem Totengebet voraussichtlich nicht als Vorbeter auftreten werde. Unklar war zunächst, ob er zur Trauerfeier in Mashhad erscheinen würde. Mojtaba Khamenei, Sohn des getöteten Staatsoberhaupts, war eine Woche nach dem Tod seines Vaters zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden.
Bei dem Trauerzug in der Hauptstadt waren zugleich deutliche Lücken im politischen Spektrum erkennbar. Führende Politiker des reformorientierten Lagers, darunter die ehemaligen Präsidenten Hassan Rouhani und Mohammad Khatami sowie der frühere Außenminister Mohammad Javad Zarif, blieben den Trauerfeierlichkeiten nach Berichten fern.
Abwesenheit von Politikern des Reformlagers
Oppositionelle sowie reformorientierte Politiker nahmen laut Berichten nicht teil. Auch der frühere Präsident Mahmoud Ahmadinejad aus dem Hardliner-Lager war abwesend. Mohammad Ali Abtahi, ehemaliger Vizepräsident, kritisierte auf der Plattform X, dass ehemalige Präsidenten nicht zu den Trauerfeierlichkeiten eingeladen worden seien. Er schrieb: 'Eine solche Anwesenheit hätte (...) ein Bild der inneren Geschlossenheit und des nationalen Zusammenhalts vor den Augen der Weltöffentlichkeit vermitteln können'.
Der Leichnam Khameneis sollte nach den Zeremonien in seiner Geburtsstadt Mashhad im Nordosten Irans beigesetzt werden. Vor der Trauerfeier in Mashhad war der Sarg bereits durch Teheran getragen worden. In der Millionenmetropole Teheran wurde der Sarg durch die Stadt geführt, wie die Regierung mitteilte.
Die Berichte über das öffentliche Bild der Trauerfeiern stehen im Kontrast zur Schwere der vorangegangenen Ereignisse. Nach der Tötung Khameneis hatten die Vereinigten Staaten und Israel über fünf Wochen Krieg gegen Iran geführt, bevor eine Waffenruhe in Kraft trat. Die Dimension des Trauerzugs am Montag spiegelte nach Einschätzung staatlicher Stellen die Trauer weiter Teile der iranischen Bevölkerung.
Staatliche Stellen sprachen von einer 'Millionenmetropole Teheran' und betonten die Beteiligung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger. Die Nachricht über den Trauerzug Khameneis wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet; als Quelle der Meldung wurde die Nachrichtenagentur dpa-AFX genannt.
Geplante weitere Zeremonien und Beisetzung
Die Beisetzung Khameneis in Mashhad soll nach den Angaben rund vier Monate nach seiner Tötung erfolgen. Bis dahin sind weitere Trauerfeiern in der Pilgerstadt Qom und im benachbarten Irak geplant. Die iranische Führung bezeichnete die Prozession als Ausdruck nationaler Anteilnahme und Geschlossenheit.
Die Berichterstattung über den Trauerzug erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen über den Gesundheitszustand des neuen Staatsoberhaupts Mojtaba Khamenei. Da er seit seiner Ernennung nicht öffentlich aufgetreten war, blieb offen, in welchem Umfang er an den verbleibenden Zeremonien teilnehmen würde. Auch sein Status als 'Kriegsversehrter' wurde vom staatlichen Fernsehen erwähnt, ohne dass weitere Details genannt wurden.
Die Berichte über die Abwesenheit führender Politiker aus den Reihen der Reformisten und gemäßigten Kräfte werteten Beobachter als Hinweis auf innenpolitische Spannungen innerhalb der iranischen Führung. Die Kritik Abtahis auf der Plattform X verdeutlichte diese Spannungen zusätzlich, da er explizit das Fehlen ehemaliger Präsidenten bei den Trauerfeiern beanstandete.
Insgesamt zeigt der Trauerzug durch Teheran ein Land im Übergang, das nach Wochen des Krieges, dem Tod seines langjährigen Staatsoberhaupts und der Ernennung eines Nachfolgers um eine öffentliche Form der Anteilnahme ringt. Die kommenden Tage mit Trauerfeiern in Qom, im Irak und schließlich der Beisetzung in Mashhad werden zeigen, inwieweit die iranische Führung dabei auch über die Reihen der Hardliner hinaus gesellschaftliche Legitimität herstellen kann.
Fragen & Antworten
Wer war Ayatollah Ali Khamenei und wie kam er ums Leben?
Khamenei war seit 1989 Irans oberster Führer und deutlich länger an der Macht als sein Vorgänger Ruhollah Khomeini. Er wurde am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff auf seine offizielle Residenz in Teheran getötet.
Wer hat die Nachfolge von Khamenei angetreten?
Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde Anfang März, rund eine Woche nach dem Tod seines Vaters, zum neuen Staatsoberhaupt ernannt. Er ist jedoch seit seiner Ernennung nicht öffentlich aufgetreten und soll laut iranischen Medien bei den Luftangriffen Ende Februar schwer verletzt worden sein.
Warum fehlten reformorientierte Politiker bei den Trauerfeierlichkeiten?
Der frühere Vizepräsident Mohammad Ali Abtahi kritisierte auf X, dass frühere Präsidenten nicht eingeladen worden seien; auch die Ex-Präsidenten Hassan Rouhani, Mohammad Khatami sowie Ex-Außenminister Mohammad Javad Zarif blieben den Zeremonien fern, ohne dass die genauen Gründe öffentlich genannt wurden.
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