Tom Hanks 70: Karriere, Filme, Zitate zum Geburtstag
Los Angeles, 09. Juli 2026
Eva Rinaldi from Abbotsford, Australia / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Kurzfassung
Der zweifache Oscarpreisträger Tom Hanks feiert am Donnerstag seinen 70. Geburtstag. Von „Philadelphia" bis „Forrest Gump" gehört der gebürtige Kalifornier zu den prägendsten und beliebtesten Schauspielern Hollywoods.
Der zweifache Oscarpreisträger Tom Hanks feiert am Donnerstag, 9. Juli 2026, seinen 70. Geburtstag und blickt auf eine der außergewöhnlichsten Karrieren Hollywoods zurück.
Tom Hanks, geboren am 9. Juli 1956 im kalifornischen Concord, gilt als einer der beliebtesten Schauspieler Hollywoods. Mit Filmen wie „Philadelphia", „Forrest Gump", „Apollo 13" oder „Cast Away – Verschollen" prägte er über vier Jahrzehnte das amerikanische Kino. Seine Schauspiel-Kollegin Rita Wilson, mit der er seit 1988 verheiratet ist und zwei Söhne hat, beschrieb ihn anlässlich eines Geburtstags als einen der klügsten Menschen, die sie kenne – und lobte seine Fähigkeit, „überall und jederzeit ein Nickerchen machen" zu können.
Sein Weg nach Hollywood verlief weder geradlinig noch glamourös. Mit 18 Jahren schrieb Hanks einen Brief an den Regisseur George Roy Hill, nachdem er einen seiner Filme mit Robert Redford gesehen hatte. „Ich bin nicht gebaut wie ein griechischer Gott und kann mir nicht einmal einen Schnurrbart wachsen lassen", heißt es in dem Brief. Er finde, es sei an der Zeit, dass der renommierte Filmemacher nun ihn entdecke – auch wenn er „ein Niemand" sei. „Niemand außerhalb der Skyline High School kennt mich", schrieb der junge Hanks damals. Den Durchbruch brachte 1984 die Komödie „Splash" – eine erste große Hauptrolle, die ihn schlagartig ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückte.
Vom Briefeschreiber zum Star
Eine erste Oscar-Nominierung folgte 1989 mit „Big", dem Film, in dem Hanks in die Rolle eines Jungen schlüpft, der über Nacht als Erwachsener aufwacht. Dieser Erfolg markierte den Beginn eines kometenhaften Aufstiegs. Es folgten „Philadelphia" (1993) und „Forrest Gump" (1994), die beide Filmgeschichte schrieben. Für die Darstellung des homosexuellen Anwalts Andrew Beckett, der an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung stirbt, erhielt er 1994 seinen ersten Oscar als Bester Hauptdarsteller. Nur ein Jahr später gewann er den zweiten Oscar für „Forrest Gump", in dem er den gleichnamigen, offenherzigen Antihelden verkörperte. „Als erste große Hollywood-Produktion thematisierte 'Philadelphia' gleich zwei Tabuthemen: Homosexualität und der Umgang der Gesellschaft mit AIDS-Erkrankten", heißt es in Berichten über den Film, der 1993 in die Kinos kam und für seine Zeit als revolutionär galt.
In einem Interview wurde Hanks gefragt: „Könnte ein Heterosexueller das, was ich in 'Philadelphia' gemacht habe, heute tun?" Seine Antwort darauf: „Ich glaube nicht, dass die Leute die fehlende Authentizität eines Heteros, der einen Schwulen spielt, akzeptieren würden." Er ergänzte: „Es ist kein Verbrechen, kein Buh-Ruf, wenn jemand sagt, dass wir mehr von einem Film verlangen in der modernen Welt der Authentizität." Auf die Frage, ob er die Rolle heute noch einmal spielen würde, antwortete Hanks unmissverständlich: „Nein, und das zu Recht", wie er im „New York Times Magazine" sagte. Diese Selbstreflexion hat sein Image als „Mr. Nice Guy" von Hollywood zusätzlich gefestigt.
Zwei Oscars für historische Rollen
Hanks' Werkverzeichnis ist geprägt von Filmen, in denen er amerikanische Helden und Identifikationsfiguren verkörpert. In „Apollo 13" (1995) spielte er den Astronauten Jim Lovell und schrieb mit dem legendären Satz „Houston, wir haben ein Problem!" Filmgeschichte. Das Kriegsdrama „Der Soldat James Ryan" und die Überlebensdramen „Cast Away – Verschollen" sowie „Captain Phillips" und „Sully" machten ihn gleich zwei Mal zum amerikanischen Helden, der das Land rettet – „vielmehr aber zum individuellen, menschlichen Vorbild und Held mit Selbstzweifeln", wie es in einer filmhistorischen Einordnung heißt. „Cast Away" gilt als eine seiner intensivsten darstellerischen Leistungen: In dem Film ist der Ball namens Wilson Tom Hanks' treuester Begleiter.
Neben seiner Arbeit als Charakterdarsteller ist Hanks auch als Synchronsprecher und Dokumentarfilmer aktiv. Er ist die Originalstimme von Spielzeugheld Woody in der „Toy Story"-Reihe, deren fünfter Teil – „Toy Story 5" – in diesem Jahr in die Kinos kam. Für den Streamingdienst Apple TV+ führte er zudem durch eine 20-teilige Doku-Serie über den Zweiten Weltkrieg, die ebenfalls 2026 erschienen ist. Mit „Disclosure Day" hat Star-Regisseur Steven Spielberg erneut einen Film über Außerirdische realisiert, an dem Hanks mitwirkt.
Synchronsprecher, Dokumentarfilmer, Amerikas Stimme
Sein Privatleben gilt als bemerkenswert beständig in einer Branche, die für kurze Beziehungen und schnelle Ehen bekannt ist. Seit 1988 ist Hanks mit Rita Wilson verheiratet, das Paar hat zwei gemeinsame Söhne. Die beiden haben unter anderem für den Film „Ein Mann namens Otto" zusammengearbeitet. „Im wirklichen Leben trägt die wichtigste Konstante an seiner Seite denselben Nachnamen", heißt es in einer Würdigung. Hanks selbst bringt seinen Erfolg in einem Rezept auf den Punkt: „Ich sitze auf einem Barhocker in einem Eiscafé, du kommst rein, bemerkst mich und – BANGO – ich bin ein Star." Ganz so einfach lief es nicht.
Neben dem Film hat Hanks auch abseits der Leinwand politisch und kulturell Akzente gesetzt. Den Wahlsieg von Donald Trump im Jahr 2016 kommentierte er in einem Interview des britischen Senders Sky News mit einem bildhaften Vergleich: Diesen hielt er für genauso wahrscheinlich wie „Raumschiffe mit Dinosauriern in roten Umhängen landen". Für viel Kritik sorgte 2025 ein Auftritt Hanks' bei der Show „Saturday Night Live", bei dem er mit einer roten Trump-Kappe einen Fan des US-Präsidenten imitierte, der einem schwarzen Mann den Handschlag verweigerte.
Beständigkeit im Privatleben
Hanks gilt zudem als überzeugter Raumfahrt-Enthusiast und hat mehrere Dokumentationen zu dem Thema gedreht. „Wenn mich meine Frau lässt, würde ich sofort auf den Mond ziehen", sagte er der britischen Zeitung „Daily Telegraph". Wäre er Teil einer Mondmission, „wäre ich der Typ, der sauber macht, Witze reißt, Geschichten erzählt und alle bei Laune hält", sagte Hanks – sofern sie ihm einen Platz überließen. Vor kurzem stand Hanks auch wieder als Schauspieler vor der Kamera.
Kollegen und Weggefährten beschreiben Hanks als außerordentlich diszipliniert und angenehm am Set. Schauspielkollege Tim Allen, mit dem Hanks eng befreundet ist, beschrieb ihn kürzlich in einem Interview bei Jimmy Kimmel als „Mr. Nice Guy" Hollywoods – ein Titel, der dem „Forrest Gump"-Star an seinem 70. Geburtstag einmal mehr attestiert wird. Über sein unvergleichliches Gesamtwerk schreibt Hanks in seiner Instagram-Biografie selbstironisch: „Ich bin dieser Schauspieler aus einigen Filmen, die Du mochtest und einigen, die Du nicht mochtest" – eine Bescheidenheit, die ihn nahbar bleiben lässt.
Politische Stimme und Raumfahrt-Fan
Der Regisseur Marc Forster sagte über ihn, am Filmset sei er „wie ein Buddha" und sehr meditativ. Über Hanks' Arbeitsweise schrieb ein Kollege: „Er kommt am Morgen und geht nie weg. Wenn wir sagen, wir seien nun bereit, ist er schon da, und alles ist perfekt." Hanks nannte ihn den besten Schauspieler, mit dem er je gedreht habe. Für sein Lebenswerk und seine anhaltende kulturelle Strahlkultur gilt Tom Hanks vielen als Inbegriff des amerikanischen Traums – bescheiden, fleißig und überraschend nahbar.
In der Verfilmung „Lincoln in the Bardo" verkörperte er eine zentrale Rolle, und seine Karriere wird bis heute von Filmhistorikern als eine der beständigsten und facettenreichsten in der Geschichte Hollywoods eingeordnet. Erste Schritte ins Fernsehen wagte Hanks bereits 1980 mit einer ersten Sitcom-Rolle, bevor der große Durchbruch kam. Mit „Philadelphia" begann eine neue Ära ernster Charakterdarstellung, die Hanks mit „Forrest Gump" und einer Reihe von dramatischen Hauptrollen fortführte und die bis heute andauert.
Hanks' Markenzeichen bleibt seine Wandlungsfähigkeit – vom liebenswerten Naiven über den tragischen Helden bis zum ruhigen Familienvater. Auch mit 70 Jahren zeigt der zweifache Oscarpreisträger keine Anzeichen, kürzerzutreten. Die kommenden Projekte, darunter „Disclosure Day" mit Regisseur Steven Spielberg, versprechen weitere Kapitel einer Karriere, die längst zur Filmlegende geworden ist.
Ein „Mr. Nice Guy" wird 70
Der rüstige Jung-70-Jährige, wie er in Hollywood scherzhaft genannt wird, plant auch in Zukunft hinter und vor der Kamera aktiv zu bleiben. In den 90er-Jahren schrieb er mit „Philadelphia" und „Forrest Gump" Filmgeschichte – „Eine Karriere zwischen Held und Normalo" lautet das Fazit einer ganzen Generation von Filmfans zu seinem Lebenswerk.
Mit „Forrest Gump" feierten Millionen Fans den offenherzigen Antihelden und machten den Film zu einem modernen Klassiker. Dass Hanks die Rolle heute nicht mehr spielen würde, zeigt seine Fähigkeit zur Selbstreflexion. „Niemand außerhalb der Skyline High School kennt mich" – der junge Briefeschreiber aus den 1970er-Jahren wurde zum zweifachen Oscarpreisträger und zum Vorbild ganzer Schauspielergenerationen.
Das Fazit zu seinem 70. Geburtstag könnte kaum treffender sein: Tom Hanks ist „Hollywoods Mr. Nice Guy" – ein Titel, der zwischen Kobe-Buddha-Weisheit am Filmset, ikonischen Filmrollen und einem außergewöhnlich beständigen Familienleben wohlverdient erscheint.
Fragen & Antworten
Wer ist Tom Hanks?
Tom Hanks ist ein US-amerikanischer Schauspieler, geboren am 9. Juli 1956 in Concord, Kalifornien, der zu den bekanntesten und beliebtesten Hollywood-Stars der Gegenwart gehört.
Für welche Filme hat Tom Hanks zwei Oscars gewonnen?
Tom Hanks gewann 1994 den Oscar als Bester Hauptdarsteller für „Philadelphia" und 1995 erneut für „Forrest Gump" – beide Rollen gelten als Meilensteine der Filmgeschichte.
Warum würde Tom Hanks die Rolle in „Philadelphia" heute nicht mehr spielen?
Hanks sagte im „New York Times Magazine", er glaube nicht, dass Zuschauerinnen und Zuschauer heute die fehlende Authentizität eines heterosexuellen Schauspielers in der Rolle eines homosexuellen Mannes akzeptieren würden.
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