In der Nacht zum Donnerstag sind bei einem Brand im Wohnheim einer Mädchenschule im Nakuru County in Kenia nach Polizeiangaben mindestens 16 Schülerinnen ums Leben gekommen.

Das Feuer brach nach Angaben regionaler Polizeivertreter gegen 1 Uhr morgens aus. Das kenianische Rote Kreuz meldete den Brand gegen 4.30 Uhr. Die Flammen breiteten sich im Schlafsaal der Internatsschule rasch aus, während die Schülerinnen schliefen.

Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf einen Polizisten vor Ort von 16 Todesopfern und 74 Verletzten. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete unter Berufung auf Polizeikreise sogar bis zu 15 Tote, wobei die Opferzahl noch steigen könnte. Die meisten Opfer sind Schülerinnen.

Banges Warten der Angehörigen

Ein Vater wartete am Morgen in einem Klassenzimmer der Schule auf Nachricht über den Verbleib seiner Tochter. Die Szene spiegelte das bange Warten Dutzender Angehöriger wider, die sich an der Schule versammelt hatten.

Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Über den Zustand der Schwerverletzten ist bislang wenig bekannt. Rettungskräfte und das Rote Kreuz sind weiterhin im Einsatz.

Die Brandursache ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei hat den Tatort abgesperrt und erste Untersuchungen eingeleitet. Es gibt bisher keine offiziellen Angaben zu möglichen Brandauslösern.

Serie von Schulbränden in Kenia

Kenias Internatsschulen stehen seit Jahren wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen in der Kritik. Immer wieder kommt es zu verheerenden Bränden, bei denen Schülerinnen und Schüler ums Leben kommen.

Im September 2024 starben 17 Jungen bei einem Brand in einer Internatsschule in der Nähe der Stadt Nyeri. 2017 kamen in Nairobi zehn Schüler ums Leben. Der bislang schwerste Vorfall ereignete sich 2001, als 67 Schülerinnen und Schüler bei einem Schulbrand im Machakos County starben.

Forderungen nach Konsequenzen

Die kenianische Regierung hat nach früheren Bränden wiederholt Verbesserungen der Sicherheitsstandards an Schulen angekündigt. Elternverbände und Menschenrechtsorganisationen fordern nun eine lückenlose Aufklärung und konkrete Maßnahmen.

Das Unglück reiht sich in eine Serie von Schulbränden in dem ostafrikanischen Land ein. Experten verweisen auf veraltete Elektroinstallationen, fehlende Brandschutzeinrichtungen und überbelegte Schlafsäle als häufige Ursachen.

Die Schule im Nakuru County liegt im Rift Valley, einer dicht besiedelten Region westlich der Hauptstadt Nairobi. Die Bildungseinrichtung ist eine von zahlreichen Internatsschulen des Landes, die vor allem Mädchen aus ländlichen Gebieten eine Schulausbildung ermöglichen.