Taifun "Bavi" trifft auf Ostchina – Sturm schwächt sich ab, heftige Regenfälle dauern an
Peking, 13. Juli 2026
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Kurzfassung
Der Taifun "Bavi" ist am späten Samstagabend in der ostchinesischen Provinz Zhejiang auf Land getroffen und hat sich anschließend zu einem schweren Tropensturm abgeschwächt. Fast zwei Millionen Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht; Behörden meldeten zunächst keine Todesopfer oder Verletzte in China.
Der Taifun "Bavi" ist am späten Samstagabend in der ostchinesischen Provinz Zhejiang auf Land getroffen, hat sich seitdem zu einem schweren Tropensturm abgeschwächt und sorgt weiterhin für heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen in weiten Teilen Chinas.
Landfall in Zhejiang: Zwei Anlandungen innerhalb weniger Stunden
"Bavi" traf am Samstagabend gegen 23.20 Uhr (Ortszeit) auf die Küstenstadt Yuhuan, bevor er gegen Mitternacht in der Stadt Yueqing, die zur Metropolregion von Wenzhou gehört, erneut auf Land traf. Nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders CCTV erreichte der Wirbelsturm bei seinem ersten Landfall Windgeschwindigkeiten von bis zu 144 Kilometern pro Stunde. Wenige Stunden nach seinem Landfall in der Provinz Zhejiang haben ihn Chinas Meteorologen zu einem tropischen Sturm herabgestuft. Am Sonntagmorgen wurden nahe Hangzhou noch Windgeschwindigkeiten von rund 108 Kilometern pro Stunde gemessen.
Der Taifun "Bavi" hat sich abgeschwächt - soweit die gute Nachricht. Wenige Stunden nach seinem Landfall in der Provinz Zhejiang haben ihn Chinas Meteorologen zu einem tropischen Sturm herabgestuft. Das Sturmsystem hat weiterhin die Größe Frankreichs und zieht nach Angaben der Meteorologen weiter in Richtung Gelbes Meer, wo es sich bis Dienstag in ein außertropisches Tiefdruckgebiet verwandeln soll.
Evakuierungen im großen Stil: Fast zwei Millionen Menschen in Sicherheit
Die Behörden hatten massive Vorkehrungen getroffen. Fast zwei Millionen Menschen waren vor dem Eintreffen Taifuns in Sicherheit gebracht worden. In der Provinz Zhejiang, einem wichtigen Wirtschafts- und Technologiezentrum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, wurden nach Behördenangaben rund 1,72 Millionen Menschen bis Samstag evakuiert. Allein in der Provinz Fujian mussten mehr als 130.000 Menschen ihre Häuser verlassen. In Shanghai verließen rund 34.000 Menschen aus Küstengebieten und Hochrisikozonen vorsorglich ihre Wohnungen.
Verkehrschaos: Tausende Flüge und Zugverbindungen gestrichen
Viele Schulen wurden geschlossen. In Zhejiang blieben Schulen und Betriebe geschlossen, der Straßenverkehr wurde unterbrochen und Veranstaltungen im Freien ausgesetzt. Auf mehreren Streckenabschnitten wurde der Zugverkehr eingestellt. Fährverbindungen eingestellt und hunderte Flüge gestrichen: Allein in Shanghai wurden laut dem Nachrichtenportal The Paper 684 Flüge und 1620 Zugverbindungen annulliert, am Flughafen Hangzhou 327 Flugverbindungen. Dem Verkehrsministerium zufolge wurden am Sonntag 137 internationale und 62 Inlandsflüge gestrichen. Insgesamt fielen in der Provinz Zhejiang mehr als 300 Flüge aus.
Yueqing unter Wasser: Überschwemmungen, Erdrutsch und abgeschnittene Dörfer
Die umfangreichsten Evakuierungen gab es in der Provinz Zhejiang. In Yueqing, einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern in der Metropolregion Wenzhou, standen viele Straßen mehr als knöcheltief unter Wasser. Bilder aus der Stadt zeigten überflutete Gassen und unterspülte Fahrbahnen. Im bergigen Norden der Stadt kam es zu einem Erdrutsch, wie CCTV-Aufnahmen zeigen. Dabei stürzten große Felsbrocken auf eine Bergstraße. Sie räumten am Sonntag mit Baggern und Kettensägen umgestürzte Bäume von den Straßen. Nach Angaben von CCTV wurden in Yueqing mehr als 1.300 Bäume entwurzelt oder umgeknickt.
Rund 1.800 Dorfbewohner waren laut dem Sender CCTV in der Region von der Außenwelt abgeschnitten. Der Zugang zu abgelegenen Bergdörfern war nach dem Erdrutsch unterbrochen, Rettungskräfte arbeiteten mit schwerem Gerät an der Freilegung der Wege. Meteorologen warnen, dass der Tropensturm langanhaltende und ausgedehnte Niederschläge über den Osten und Norden Chinas bringen könnte. Starkwind und Regen werden voraussichtlich am Montag viele Städte im Osten und Nordosten Chinas betreffen. Die Meteorologen warnten vor weiterem Starkregen und Tornados.
Nordosten alarmiert: Sturzfluten in Hebei und Liaoning
Das Nationale Wetterzentrum teilte mit, dass schon am Sonntagnachmittag in Provinzen wie Anhui starker bis extremer Regen verzeichnet wurde. In einem Gebiet im Landkreis Miaoli fielen fast 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. In Liaoning warnten die Behörden vor Sturzfluten und riefen die höchste Alarmstufe aus. In den Provinzen Hebei und Liaoning wurden Straßen überflutet und Fahrzeuge von den Wassermassen mitgerissen, wie am Montag auf Videos auf Online-Plattformen zu sehen war. Im Bezirk Kuancheng in Hebei stieg das Wasser auf den Straßen Berichten lokaler Medien zufolge über zwei Meter hoch.
Taifun Bavi hat im Nordosten Chinas schwere Überschwemmungen verursacht. Die Behörden warnten vor Sturzfluten, über die Ufer tretenden Flüssen und überschwemmten Feldern. Videos und Augenzeugenberichte aus Hebei und Liaoning zeigten reißende Strömungen auf sonst viel befahrenen Straßen, fortgespülte Fahrzeuge und eingestürzte Brücken. Copernicus, das europäische Erdbeobachtungsprogramm, hatte zuvor gemeldet, dass die Weltmeere im Juni die höchsten jemals gemessenen Temperaturen für diesen Monat verzeichnet hatten – ein Hintergrund, der die Intensität tropischer Wirbelstürme begünstigt.
Auswirkungen in Taiwan und Japan: Verletzte und Stromausfälle
Bavi ist der bislang stärkste Taifun, der China in diesem Jahr getroffen hat. Vor seinem Zug nach China war "Bavi" am Samstag nördlich an Taiwan vorbeigezogen, ohne dort direkt auf Land zu treffen. Doch die Ausläufer des Taifuns brachten dem Großteil der Inselrepublik starken Wind und heftigen Regen. Die taiwanische Feuerwehr teilte am Sonntag mit, 134 Menschen seien verletzt worden, die meisten davon bei Stürzen, etwa von Motorrorrädern, oder durch herabfallende Gegenstände. Mehr als 170.000 Haushalte in Taiwan waren zeitweise ohne Strom. Todesopfer wurden nicht gemeldet.
Vor China hatte "Bavi" bereits abgelegene Inseln im Südwesten Japens getroffen. Auf der japanischen Insel Okinawa waren mehr als 18.000 Haushalte und Einrichtungen von Stromausfällen betroffen. Wenige Tage zuvor waren bei schweren Stürmen in der Region Hunderte Schlangen, einige davon giftig, aus einer Zuchtfarm entwichen – ein zusätzliches Risiko für die ohnehin belastete Bevölkerung.
Berichte über Todesopfer oder Verletzte in China lagen zunächst nicht vor. Die Behörden bewerteten den Ausgang dennoch als Erfolg der großangelegten Vorsorgemaßnahmen. Fast zwei Millionen Menschen waren zuvor in Sicherheit gebracht worden, wodurch nach bisherigen Erkenntnissen Schlimmeres verhindert werden konnte. Der Taifun "Bavi" hat sich nach seiner Ankunft im Osten Chinas am Sonntag zu einem schweren Tropensturm abgeschwächt, aber weiter für heftige Regenfälle und starke Verkehrsbehinderungen gesorgt.
Vergleich mit den Philippinen: Mindestens 17 Tote nach Erdrutsch
Auf den Philippinen hatte der tropische Wirbelsturm einen Erdrutsch ausgelöst. Dabei kamen nach Behördenangaben mindestens 17 Menschen ums Leben. Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Taifun Bavi schwächt sich in China ab – die Bilanz des Sturms fiel damit in China nach ersten Meldungen glimpflicher aus als auf den Philippinen, wo vor allem die abgelegenen Bergregionen besonders betroffen waren.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung galten weiterhin Warnungen vor schwerem bis extremem Regen in mehreren ostchinesischen Provinzen bis mindestens Montag. Die meteorologischen Behörden rechneten damit, dass die Niederschläge entlang der Zugbahn des abgeschwächten Sturms noch mehrere Tage anhalten würden. Auch wenn sich "Bavi" abgeschwächt hat, bleibt die Lage in den betroffenen Provinzen Zhejiang, Fujian, Shanghai, Anhui, Hebei und Liaoning nach Behördenangaben angespannt.
Fragen & Antworten
Gab es Todesopfer oder Verletzte durch "Bavi" in China?
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lagen in China keine Berichte über Todesopfer oder Verletzte vor; auf den Philippinen starben jedoch nach Behördenangaben mindestens 17 Menschen durch einen von "Bavi" ausgelösten Erdrutsch.
Taifun Bavi: Landfall in Zhejiang – Folgen in China | nachrichten360