Südkorea meldet Drohnenvorfall beim Training vor WM-Spiel gegen Mexiko
Zapopan, 17 Juni 2026
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Kurzfassung
Beim nicht-öffentlichen Training der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft in Zapopan ist eine Spionage-Drohne gesichtet und vom mexikanischen Militär außer Gefecht gesetzt worden. Der südkoreanische Verband hat den Vorfall an die FIFA gemeldet, das Spiel gegen Co-Gastgeber Mexiko am Freitag soll planmäßig stattfinden.
Zapopan, 17 Juni 2026
Eine Drohne ist über dem nicht-öffentlichen Training der südkoreanischen Fußballnationalmannschaft in Zapopan gesichtet und von mexikanischem Militärpersonal am Boden gebracht worden, der südkoreanische Verband hat die FIFA über den Vorfall informiert.
Der Vorfall im Trainingslager
Ein möglicher Spionagevorfall sorgt beim WM-Teilnehmer Südkorea für Aufregung. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll das nicht öffentliche Training des Teams in Zapopan vor dem wichtigen zweiten WM-Spiel am Freitag (3.00 Uhr MESZ, live in ORF1) gegen Kogastgeber Mexiko mit Hilfe einer Drohne ausgekundschaftet worden sein.
Der Vorfall ereignete sich zu Beginn der Trainingseinheit am Dienstag, während die Spieler um Starspieler Heung-Min Son beim Aufwärmen waren. Die Drohne wurde kurz vor dem geplanten Taktik-Block entdeckt, also in einer Phase, in der die Mannschaft normalerweise taktische Abläufe für das bevorstehende Spiel einübt.
Trainer Myung-bo Hong bestätigte den Vorfall vor der Partie gegen Co-Gastgeber Mexiko. Während unseres Trainings war plötzlich eine Drohne am Himmel. Glücklicherweise wurde sie kurz vor unserem Taktik-Block entdeckt, sagte der südkoreanische Coach. Das Timing war hier sehr wichtig, denn so habe das Team seine Vorbereitung fortsetzen können.
Einsatz des mexikanischen Militärs
Wie der südkoreanische Fußballverband mitteilte, wurde die FIFA über den Vorfall informiert. Der Fußballverband Südkoreas habe die FIFA über den Vorfall informiert, hieß es aus Verbandskreisen. Damit ist der Weltfußballverband offiziell in den Fall eingebunden und kann gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.
Eingeschritten ist letztlich mexikanisches Militärpersonal. Ein Angehöriger der mexikanischen Streitkräfte, der am Basiscamp des Teams stationiert ist und für die Drohnenabwehr zuständig war, brachte das unbemannte Fluggerät nach seiner Entdeckung zu Boden. Damit endete der Vorfall nach bisherigem Kenntnisstand noch auf dem Trainingsgelände.
Flucht der mutmaßlichen Täter
Allerdings ist die Drohne nicht dauerhaft sichergestellt. Den Berichten zufolge konnten die mutmasslichen Täter die Drohne wieder einsammeln und fliehen. Die mutmaßlichen Verantwortlichen verschwanden demnach mit dem Gerät, bevor es vollständig untersucht werden konnte. Damit fehlt bislang ein zentrales Beweisstück.
Hong zeigte sich dennoch gelassen und stellte klar, dass der Vorfall die Mannschaft nicht aus der Spur bringen werde. Es wird also keinen Einfluss haben, sagte der Coach mit Blick auf die weitere Turniervorbereitung. Sein Team werde sich auf das sportlich entscheidende Gruppenspiel konzentrieren.
Sportliche Ausgangslage
Sportlich geht es für Südkorea um ein Duell auf Augenhöhe. Die Asiaten waren mit einem 2:1-Sieg gegen Tschechien in das Turnier gestartet und haben damit bereits drei Punkte auf dem Konto. Am Freitag wartet mit Mexiko ein anderer Auftaktsieger: Die Mittelamerikaner hatten ihr erstes Gruppenspiel gegen Südafrika mit 2:0 gewonnen.
Damit treffen am zweiten Spieltag der Gruppe A zwei Mannschaften aufeinander, die beide mit einem Erfolgserlebnis in das Turnier gestartet sind. Eine Niederlage würde die Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde erheblich schmälern, weshalb die taktische Vorbereitung für beide Teams von besonderer Bedeutung ist – und ein möglicher Blick auf das Training durch eine Drohne als besonders heikel gilt.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage rund um die WM-Spielstätten. Auch wenn Südkoreas Training in Zapopan nicht öffentlich zugänglich war und das mexikanische Militär am Basiscamp präsent ist, konnte eine Drohne offenbar nahe genug an die Mannschaft herangeführt werden, um Aufnahmen aus der Luft zu machen.
Ungeklärte Hintergründe
Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, wer hinter dem Drohnenflug steckt. Weder die FIFA noch der südkoreanische Verband haben sich bisher dazu geäußert, welche Personen oder Organisationen als Urheber vermutet werden. Auch die Frage, ob der Vorfall strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird, ist offen.
Die nächste sportliche Bewährungsprobe kommt für Südkorea am Freitag in Guadalajara. Dort trifft die Mannschaft von Trainer Hong im ausverkauften Stadion auf den Co-Gastgeber. Die Begegnung wird in Deutschland live auf MagentaTV übertragen, der Anstoß erfolgt um 3.00 Uhr MESZ.
Hong und sein Team wollen den Vorfall schnell abhaken. Der Coach betonte, dass die Mannschaft ihre Konzentration auf das sportliche Geschehen richte und sich von der Episode nicht verunsichern lasse. Es wird also keinen Einfluss haben, wiederholte der Trainer mit Blick auf die Partie gegen Mexiko.
Sicherheitsdebatte rund um die WM
Fest steht, dass die Episode die ohnehin angespannte Sicherheitsdiskussion rund um die WM weiter befeuern dürfte. Erst vor wenigen Wochen hatten die mexikanischen Behörden ihre Sicherheitskonzepte rund um die Spielorte und Mannschaftsquartiere verschärft, nachdem es Hinweise auf mögliche Spionageaktivitäten gegeben hatte.
Sollte sich der Verdacht erhärten, dass gezielt versucht wurde, taktische Abläufe einer Mannschaft auszukundschaften, könnte der Fall über den sportlichen Bereich hinaus politische Wellen schlagen. Die FIFA als Weltverband wäre dann gefordert, gemeinsam mit den lokalen Behörden Konsequenzen zu ziehen.
Bis dahin bleibt den Südkoreanern nur, das sportliche Geschehen in den Vordergrund zu rücken. Für Trainer Hong zählt am Ende das, was auf dem Platz passiert – und dort will seine Mannschaft am Freitag in Guadalajara die nächsten drei Punkte einfahren.
Die Episode erinnert zugleich daran, wie verletzlich hochprofessionelle Sportteams trotz aufwendiger Sicherheitsvorkehrungen bleiben können. Eine handelsübliche Drohne genügt offenbar, um in unmittelbare Nähe eines abgeschirmten Trainings zu gelangen und potenziell sensible Informationen zu sammeln.
Für die südkoreanische Mannschaft geht es nun darum, den Vorfall mental zu verarbeiten und sich auf das Spiel zu fokussieren. Die Voraussetzungen dafür sind günstig: Drei Punkte aus dem ersten Spiel, ein Kader, in dem Spieler wie Heung-Min Son Verantwortung übernehmen können, und ein Trainer, der Ruhe ausstrahlt.
Ob der Drohnenvorfall noch ein juristisches Nachspiel haben wird, hängt auch davon ab, ob die mexikanischen Sicherheitsbehörden die mutmaßlichen Täter identifizieren können. Bislang gibt es dazu keine bestätigten Erkenntnisse, die FIFA wartet die laufenden Ermittlungen ab.
Fragen & Antworten
Was genau ist beim südkoreanischen Training passiert?
Beim nicht-öffentlichen Training in Zapopan wurde am Dienstag eine Drohne gesichtet, die das Team ausspähen sollte. Mexikanisches Militärpersonal, das für die Drohnenabwehr zuständig war, brachte das Gerät zu Boden.
Wie hat der südkoreanische Verband reagiert?
Der südkoreanische Fußballverband hat den Vorfall an die FIFA gemeldet. Trainer Myung-bo Hong erklärte, die Entdeckung sei noch vor dem Taktik-Block erfolgt und werde die Vorbereitung der Mannschaft nicht beeinflussen.
Wann spielt Südkorea gegen Mexiko und wie ist die Ausgangslage?
Das Duell in Gruppe A findet am Freitag um 3.00 Uhr MESZ in Guadalajara statt, live bei MagentaTV. Südkorea war mit einem 2:1 gegen Tschechien gestartet, Mexiko hatte Südafrika mit 2:0 besiegt.
Drohne über Südkoreas WM-Training: FIFA informiert | nachrichten360