Eine Übersichtsstudie unter Leitung des Kardiologen Thomas Münzel von der Universität Mainz kommt zu dem Ergebnis, dass Nikotin unabhängig von der Konsumform das Herz-Kreislauf-System schädigt.

Das Team wertete molekularbiologische Untersuchungen und klinische Studien zu den Wirkungen von Nikotin auf das Herz-Kreislauf-System aus. Im Zentrum stand die Frage, ob alternative Produkte wie E-Zigaretten, Tabakerhitzer oder orale Nikotinbeutel weniger gefährlich sind als klassische Zigaretten. Die Analyse kommt zu einem klaren Ergebnis: Kein nikotinhaltiges Produkt ist demnach risikofrei.

Erstautor Thomas Münzel vom Institut für Kardiologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sagte zu den Hauptergebnissen: "Das Ergebnis ist eindeutig: Verbrennung (von nikotinhaltigen Produkten; Anm.) verursacht die stärkste Toxizität, doch kein nikotinhaltiges Produkt - ob geraucht, erhitzt, verdampft oder oral aufgenommen - ist für das Herz-Kreislauf-System risikofrei." Zwar sei die Toxizität beim Verbrennen von Tabak am höchsten, dennoch greife Nikotin selbst die Gefäße an.