Kaiserschnittquote Österreich 2025: 32,8 Prozent der | nachrichten360
Statistik Austria: Kaiserschnittquote in Österreich 2025 bei 32,8 Prozent
Wien, 16 Juni 2026
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Kurzfassung
Im Vorjahr sind 32,8 Prozent der 75.437 in Österreich lebend geborenen Kinder per Kaiserschnitt entbunden worden, wie Statistik Austria am Dienstag berichtete. Die Rate ist seit 1995 stark gestiegen und hängt nach Angaben der Behörde auch mit dem steigenden Alter der Mütter zusammen.
Wien, 16 Juni 2026
In Österreich sind 32,8 Prozent der im Vorjahr 75.437 lebend geborenen Kinder per Kaiserschnitt entbunden worden, wie Statistik Austria am Dienstag unter Berufung auf die APA berichtete.
Wie die Statistikbehörde mitteilte, ist der Kaiserschnittanteil damit so hoch wie nie im Beobachtungszeitraum. Die überwiegende Mehrheit (98,5 Prozent) wurde in einem Krankenhaus geboren. Nur ein verschwindend kleiner Teil kam in einem Geburtshaus, einer Hebammenpraxis oder zu Hause zur Welt.
Im Vorjahr ist fast ein Drittel (32,8 Prozent) der 75.437 in Österreich lebend geborenen Kinder per Kaiserschnitt entbunden worden. 1995 betrug der Kaiserschnittanteil 12,4 Prozent. Der starke Anstieg in den vergangenen 30 Jahren ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Frauen später Mütter werden und sich mit steigendem Alter die Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittentbindung erhöht, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern
Die Statistik zeigt zudem deutliche regionale Unterschiede. Die Kaiserschnittquote war in der Steiermark mit 38,5 Prozent am höchsten, gefolgt von Wien (33,7 Prozent) und Kärnten (33,1). Salzburg und Oberösterreich verzeichneten mit jeweils 29,2 Prozent die niedrigsten Werte.
Die Kaiserschnitthäufigkeit variiert außerdem stark mit dem Alter der Mütter. 2025 hatten Frauen ab 35 Jahren rund 1,6-mal häufiger eine Kaiserschnittgeburt als unter 25-Jährige. Der Anteil jener ab 35 Jahren verdreifachte sich hingegen nahezu und lag 2025 bei 26,1 Prozent (1995: 9,0 Prozent). Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt lag bei 31,7 Jahren und war damit um 3,7 Jahre höher als 1995 (28,0 Jahre).
Alter der Mutter als zentraler Faktor
Auch die Lage des Kindes im Mutterleib spielt eine wesentliche Rolle. Bei Beckenendlage in 95,5 Prozent und bei Querlage in 97,4 Prozent wurde per Kaiserschnitt entbunden. Bei regelwidriger Schädellage wurde in 54,3 Prozent der Fälle operativ entbunden. Bei regelrechter Schädellage, also der mit Abstand häufigsten Position, fiel die Quote deutlich niedriger aus.
Auch Mehrlingsgeburten wurden überwiegend per Kaiserschnitt durchgeführt (77,5 Prozent der Zwillings- und Drillingsgeburten). Nur 2,8 Prozent der Lebendgeborenen kamen als Zwillinge oder Drillinge zur Welt, sodass dieser Faktor den Gesamtdurchschnitt weniger stark beeinflusst.
Kindslage und Mehrlingsgeburten
Neben dem Alter veränderte sich auch die demografische Zusammensetzung der Mütter. 2025 waren 10,4 Prozent bei der Geburt unter 25 Jahre alt (1995: 28,0 Prozent). Frauen, die in Österreich 2025 erstmals Mutter wurden, waren im Schnitt 30,5 Jahre alt, ein Anstieg um 4,3 Jahre seit 1995. Der Trend zu späteren Erstgeburten gilt als wesentlicher Treiber der steigenden Kaiserschnittrate.
93,1 Prozent der Lebendgeborenen kamen termingerecht zwischen der 37. und 42. Schwangerschaftswoche zur Welt. Die Frühgeborenenrate ging geringfügig zurück. 4946 Babys (6,6 Prozent) kamen als Frühgeborene zur Welt, nach 6,8 Prozent im Jahr 2024.
Geburtsort und Frühgeburten
Die meisten Kinder werden in einer Klinik geboren. 853 Babys (1,1 Prozent) kamen in der Wohnung der Mutter zur Welt, 42 auf dem Weg ins Spital. Lediglich 163 Geburten (0,2 Prozent) fanden in einem Geburtshaus oder in einer Hebammenpraxis statt.
Bei den Neugeborenen zeigen sich ebenfalls klare Unterschiede nach Geschlecht. Mädchen wogen bei der Geburt durchschnittlich 3273 Gramm und waren 50,6 cm groß, Buben brachten 3398 Gramm auf die Waage, bei einer Größe von 51,2 cm.
Statistik Austria wertet die Daten jährlich im Rahmen der Geburtenstatistik aus. Die jetzt veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf das Berichtsjahr 2025; die Veröffentlichung erfolgte über die APA am 16.8.2026. Die Behörde ordnet den Anstieg der Kaiserschnitte demografisch ein, betont aber zugleich, dass weitere Faktoren – etwa medizinische Indikationen, organisatorische Abläufe in Spitälern und die Entwicklung geburtshilflicher Standards – in der Gesamtschau zu berücksichtigen sind.
Einordnung und offene Fragen
Internationale Vergleiche zeigen, dass Österreich mit einer Kaiserschnittquote von knapp einem Drittel im oberen europäischen Mittelfeld liegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht medizinisch begründete Kaiserschnittraten oberhalb von etwa zehn bis 15 Prozent seit Jahren kritisch, ohne dass ein einfacher Schwellenwert als allgemein verbindlich gilt.
Hebammenverbände und geburtshilfliche Gesellschaften verweisen seit längerem darauf, dass eine kontinuierliche Hebammenbetreuung während der Schwangerschaft und eine Eins-zu-eins-Betreuung unter der Geburt nachweislich die Kaiserschnittrate senken können. Solche Modelle sind in Österreich bislang nicht flächendeckend verankert.
Die nun vorgelegten Daten sollen laut Statistik Austria auch eine Grundlage für gesundheitspolitische Diskussionen bieten. Konkrete Maßnahmen – etwa der Ausbau ambulanter Geburtshilfe, mehr Hebammenstellen oder Programme zur Aufklärung über die Folgen später Erstgeburten – werden in dem Bericht nicht genannt; sie liegen im Zuständigkeitsbereich von Bund, Ländern und Sozialversicherung.
Insgesamt verdeutlichen die Zahlen einen doppelten Wandel: Frauen bekommen später und insgesamt weniger Kinder, und die Geburtshilfe greift häufiger zum operativen Eingriff. Der Bericht zeigt damit sowohl demografische als auch medizinisch-organisatorische Verschiebungen, die in den kommenden Jahren weiter beobachtet werden.
berichtete die Statistik Austria am Dienstag
Fragen & Antworten
Wie hoch ist die Kaiserschnittquote in Österreich im Jahr 2025?
Im Vorjahr sind 32,8 Prozent der 75.437 in Österreich lebend geborenen Kinder per Kaiserschnitt entbunden worden, wie Statistik Austria berichtete. 1995 hatte die Quote noch bei 12,4 Prozent gelegen.
Welches Bundesland verzeichnet die höchste Kaiserschnittquote?
Die Steiermark lag mit 38,5 Prozent an der Spitze, gefolgt von Wien mit 33,7 Prozent und Kärnten mit 33,1 Prozent. Salzburg und Oberösterreich hatten mit jeweils 29,2 Prozent die niedrigsten Quoten.
Warum steigt die Kaiserschnittrate in Österreich seit Jahrzehnten?
Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, führt den Anstieg unter anderem darauf zurück, dass Frauen später Mütter werden und die Wahrscheinlichkeit einer Kaiserschnittentbindung mit dem Alter steigt.