Spanien zieht mit Last-Minute-Tor von Merino ins WM-Halbfinale ein
Los Angeles, 10. Juli 2026
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Kurzfassung
Spanien hat im Viertelfinale der Fußball-WM 2026 Belgien mit 2:1 (1:1) besiegt und steht damit erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder in einem WM-Halbfinale. Der eingewechselte Mikel Merino erzielte in der 88. Minute den entscheidenden Treffer zum Sieg.
Spanien hat am Freitag im Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 Belgien im Los Angeles Stadium mit 2:1 (1:1) besiegt und trifft im Halbfinale am Dienstag (21:00 MESZ) auf Frankreich.
Spanien übernimmt früh die Kontrolle
Vor 70.492 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein Spiel, das den Erwartungen an ein WM-Viertelfinale gerecht wurde. Spanien, das seit März 2024 in Pflichtspielen regulär und in der Verlängerung ungeschlagen ist und als amtierender Europameister antrat, übernahm früh die Kontrolle. Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente, der im Vergleich zum Achtelfinale gegen Portugal nur eine Änderung vornahm und Fabián Ruiz für Pedri in die Startelf beorderte, bestimmte Ballbesitz und Tempo.
Die erste Großchance gehörte Spanien in der 10. Minute, als Rodri einen halbhohen Ball von Fabián direkt nahm und von Belgiens Verteidiger Ngoy geblockt wurde. In der 21. Minute schlenzte Lamine Yamal einen Schuss aus etwa 20 Metern knapp am linken Pfosten vorbei. Der 18-jährige Superstar des FC Barcelona war es auch, der in der 33. Minute einen Freistoß auf das Tor brachte, den Thibaut Courtois parierte; Fabián Ruiz verpasste den Nachschuss.
Fabián Ruiz bringt Spanien in Führung
In der 30. Minute fiel die verdiente Führung. Nach einer Kombination zwischen Lamine Yamal und Pedro Porro landete der Ball bei Dani Olmo, dessen Schuss Courtois nach vorne abprallen ließ. Fabián Ruiz stand goldrichtig und traf aus rund sieben Metern zum 1:0 für Spanien. Es war der erste Treffer des Mittelfeldspielers von Paris Saint-Germain bei dieser Weltmeisterschaft.
Belgien, das bereits vor dem Anpfiff einen Rückschlag hinnehmen musste, kämpfte sich zurück. Kapitän Youri Tielemans hatte sich beim Aufwärmen verletzt und wurde kurzfristig durch Hans Vanaken ersetzt. In der 41. Minute schlugen die Belgier zu: Timothy Castagne flankte von rechts, Charles De Ketelaere setzte sich im Kopfballduell gegen Pau Cubarsi durch und traf zum 1:1. Es war das erste Gegentor, das Spaniens Torhüter Unai Simón bei dieser WM hinnehmen musste – seine Serie ohne Gegentor endete nach 649 Minuten, ein Wert, mit dem er zuvor Walter Zengas Rekord von 517 Minuten überboten hatte.
Belgien schlägt zurück: De Ketelaere köpft zum Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel blieb Spanien tonangebend, Belgien lauerte auf Konter. In der 53. Minute kombinierten sich Jérémy Doku und Kevin De Bruyne durch das spanische Mittelfeld, Maxim De Cuyper schloss ab und traf nur die Außenseite des linken Pfostens. In der 61. Minute musste Courtois erneut gegen einen Freistoß von Lamine Yamal eingreifen. Die Spanier drückten, doch Belgien verteidigte leidenschaftlich.
In der 71. Minute erlitt Belgiens Schlussmann Thibaut Courtois, der mit 21 WM-Einsätzen hinter Manuel Neuer (23) der zweiterfahrenste Torhüter bei Weltmeisterschaften ist, eine Oberschenkelverletzung und musste unter Tränen ausgewechselt werden. Für den 34-Jährigen, der seine internationale Zukunft mit Trainer Rudi Garcia und Sportdirektor Vincent Mannaert besprechen will, kam Senne Lammens von Manchester United in sein erst drittes Länderspiel. Courtois zeigte sich nach dem Spiel frustriert: „Die Tränen kamen aus Frustration, weil ich in so einem Spiel ausgewechselt werden musste, obwohl ich mich gut fühlte und nach dem 1:1 einige wichtige Paraden gemacht hatte. Das ist schade. Aber letztendlich war es die Entscheidung des Trainers.“
Courtois muss verletzt ausgewechselt werden
In der 86. Minute wechselte Luis de la Fuente den 30-jährigen Mikel Merino ein, der seit Januar nach einer Fußoperation kaum Spielpraxis hatte. Nur zwei Minuten später schlug der 1,88 Meter große Stürmer von Arsenal zu: Pau Cubarsi zog aus der Distanz ab, Lammens konnte den Ball nicht festhalten, und Merino staubte zum 2:1 ab. Es war sein zweiter entscheidender Joker-Tor bei dieser WM – bereits im Achtelfinale gegen Portugal war er in der Nachspielzeit (91. Minute) nach einer Einwechslung in der 85. Minute erfolgreich gewesen. Auch bei der EM 2024 hatte Merino im Viertelfinale gegen Deutschland in der 119. Minute als Einwechselspieler getroffen.
Merino als Joker: Der späte Schlag
„Ich bin schon wieder reingekommen und habe kurz vor Schluss den Treffer erzielt, der entscheidend war“, sagte Merino nach dem Spiel. „Ich habe den Ball vor den Fuß bekommen und dann reingemacht – klasse.“ Auf die Frage nach seiner Rolle als „Joker“ antwortete er: „Ja, man gewöhnt sich so langsam daran. Ich bin überglücklich.“ Bereits vor dem Spiel hatte er angekündigt: „Es sind noch zwei Spiele und dann hoffen wir, dass wir unseren Traum wahr lassen werden können.“
Belgien forderte in der zweiten Halbfase noch einen Handelfmeter, als Aymeric Laporte den Ball nach einer Ecke an Rodris Arm köpfelte, doch der englische Schiedsrichter Oliver ließ nach der sogenannten Teamkollegen-Regel weiterspielen. Gelbe Karten sahen auf spanischer Seite Cubarsi und Laporte, auf belgischer Seite De Bruyne und Witsel. Spanien brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und feierte den ersten Einzug in ein WM-Halbfinale seit dem Titelgewinn 2010 – es ist erst der zweite Halbfinal-Einzug einer spanischen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft überhaupt.
Statistisch dominierte Spanien die Partie mit rund 65 Prozent Ballbesitz und einem Expected-Goals-Wert von 1,34 zu 0,34. Belgien, das im Achtelfinale noch die USA mit 4:1 besiegt hatte, verabschiedet sich nach einer insgesamt durchwachsenen Turnierleistung aus dem Wettbewerb. Für Thibaut Courtois, der nach eigener Aussage „noch fünf oder zehn Minuten spielen“ wollte, endete das Turnier mit einer emotionalen Szene auf der Bank.
Ausblick: Halbfinale gegen Frankreich
Im Halbfinale trifft Spanien am Dienstag (14. Juli) in Dallas auf Frankreich, das am Donnerstag im Viertelfinale Marokko mit 2:0 besiegt hatte. Das Endspiel findet am 19. Juli statt. Die Partie wird live im ORF1 übertragen. Unter den 70.492 Zuschauern im Los Angeles Stadium war auch NFL-Profi Myles Garrett von den Los Angeles Rams.
Mit dem Sieg baut Spanien seine beeindruckende Serie aus: 37 Pflichtspiele in Folge ist die Mannschaft nun ohne Niederlage in regulärer Spielzeit und Verlängerung; die einzige Niederlage in diesem Zeitraum war das im Elfmeterschießen verlorene Nations-League-Finale gegen Portugal im Jahr 2025. Merino, der in Pamplona geboren wurde und bereits für Borussia Dortmund und Real Sociedad spielte, hat sich mit seinen Joker-Toren in diesem Turnier einen festen Platz in der spanischen Turniergeschichte gesichert.
Fragen & Antworten
Wer hat das entscheidende Tor für Spanien gegen Belgien geschossen?
Der eingewechselte Mikel Merino erzielte in der 88. Minute den 2:1-Siegtreffer für Spanien, nachdem Senne Lammens einen Distanzschuss von Pau Cubarsi nicht hatte festhalten können.
Wann stand Spanien zuletzt in einem WM-Halbfinale?
Spanien hat sich erstmals seit dem Titelgewinn im Jahr 2010 wieder für ein WM-Halbfinale qualifiziert – es ist erst der zweite Halbfinal-Einzug einer spanischen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft.
Gegen wen spielt Spanien im Halbfinale der WM 2026?
Spanien trifft am Dienstag, dem 14. Juli, um 21:00 Uhr MESZ in Dallas im Halbfinale auf Frankreich, das im Viertelfinale Marokko mit 2:0 besiegt hat.
Spanien Halbfinale: Merino schießt Spanien gegen Belgien | nachrichten360