Sonny Rollins, einer der einflussreichsten Saxophonisten der Jazzgeschichte, ist am Montag im Alter von 95 Jahren in New York gestorben.
Ein Leben für den Jazz
Sein Publizist bestätigte den Tod am Dienstag. Rollins galt als Gigant des Jazz und wurde von Kritikern und Fans gleichermaßen verehrt.
Bereits 1956 nahm er das Album 'Saxophone Colossus' auf, das ihm seinen bleibenden Spitznamen einbrachte. Das Werk gilt als Meilenstein, in dem Rollins seine enorme technische Brillanz und seinen unverwechselbaren Ton perfekt vereinte.
Die Brücken-Jahre
Im Sommer 1959 begann eine außergewöhnliche Phase in seinem Leben: Er zog sich auf die Williamsburg Bridge in New York zurück, um in aller Abgeschiedenheit zu üben.
Mehr als zwei Jahre lang verbrachte er täglich 14 oder 15 Stunden auf dem Saxophon auf dem Fußgängerweg der Brücke. Der Rückzug hatte mehrere Gründe: Zum einen wollte Rollins seine schwangere Nachbarin nicht mit lautem Üben stören. Zum anderen trieb ihn tiefe Unzufriedenheit mit dem eigenen Spiel an.
2022 sagte er dem 'Guardian' rückblickend: 'What made me withdraw and go to the bridge was how I felt about my own playing. I knew I was dissatisfied.'
Unsterbliches Vermächtnis
Aus dieser radikalen Klausur entstand 1962 das Album 'The Bridge', das zu einem seiner bedeutendsten Werke wurde. Das Jazz Journal lobte damals seine Fähigkeit, 'to extract the last ounce of meaning from a particular phrase taken from the melody of the song'.
Rollins’ unermüdlicher Übungsdrang und seine Hingabe machten ihn zu einer lebenden Legende. Generationen von Musikerinnen und Musikern ließen sich von seinem kraftvollen Ton und seiner improvisatorischen Kreativität inspirieren.
Nach den Brückenjahren blieb er bis ins hohe Alter aktiv, tourte weltweit und veröffentlichte zahlreiche Alben. Sein Einfluss auf den Modern Jazz ist ungebrochen.
Mit Sonny Rollins verliert die Musikwelt einen Künstler, der den Jazz für immer geprägt hat.
