Eine leitende Managerin des Krankenhauses, in dem die Krankenschwester Lucy Letby sieben Babys ermordete, wurde wegen des Verdachts auf Justizbehinderung festgenommen.

Festnahme im Rahmen von "Operation Duet"

Die Festnahme erfolgte im Zuge der "Operation Duet", einer Ermittlung der Cheshire Police, die mögliche Vertuschungen im Fall Lucy Letby untersucht. Die verdächtige Person war zum Zeitpunkt der Morde in einer leitenden Position am Countess of Chester Hospital tätig. Die Polizei bestätigte, dass die Frau am 23. April 2026 in Gewahrsam genommen wurde, jedoch keine weiteren Details zu ihrer Identität oder den genauen Vorwürfen nannte.

Lucy Letby war im August 2023 wegen des Mordes an sieben Babys und des versuchten Mordes an sechs weiteren verurteilt worden. Die Verbrechen ereigneten sich zwischen 2015 und 2016 in der Neonatologie des Krankenhauses. Die jüngste Festnahme wirft neue Fragen über mögliche Versäumnisse oder Fehlverhalten des Krankenhausmanagements auf.

Hintergrund und laufende Ermittlungen

Der Fall Lucy Letby gilt als eine der schwersten Serienmordfälle in der britischen Krankenhausgeschichte. Nach ihrer Verurteilung wurden Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung laut, um zu klären, ob Warnsignale ignoriert oder vertuscht wurden. Die "Operation Duet" wurde ins Leben gerufen, um diesen Vorwürfen nachzugehen.

Die Crown Prosecution Service (CPS) bestätigte, dass die Ermittlungen noch andauern und weitere Festnahmen nicht ausgeschlossen werden. Ein Sprecher der Cheshire Police betonte, dass die Justizbehinderung ein schwerwiegender Vorwurf sei, der sorgfältig geprüft werde. Die CCRC (Criminal Cases Review Commission) hat ebenfalls Interesse an dem Fall bekundet, da mögliche neue Beweise Auswirkungen auf bereits abgeschlossene Verfahren haben könnten.