Ein pakistanischer Schubhäftling hat auf einem Flug der Austrian Airlines (AUA) von Berlin nach Wien randaliert und dabei die Notrutsche ausgelöst. Der Vorfall führte zur Evakuierung des Flugzeugs und zu erheblichen Verspätungen.

Notrutsche ausgelöst und Flug verzögert

Durch das Gerangel des Mannes im hinteren Teil des Airbus A320 sei an der Vordertür die Notrutsche ausgelöst worden, wie mehrere Quellen berichteten. Der Flug, der ursprünglich um 7.00 Uhr starten sollte, verzögerte sich dadurch um 2,5 Stunden. Die Zahl der Fluggäste wurde von 161 auf 110 reduziert, wie eine Sprecherin der AUA erklärte.

Der Schubhäftling wurde von Deutschland nach Zypern überführt, mit einer geplanten Zwischenlandung in Wien. Aufgrund der Sicherheitsbedenken mussten 51 Passagiere das Flugzeug verlassen. Die genauen Umstände der Eskalation sind noch unklar, doch die Behörden bestätigten, dass der Mann gewalttätig geworden war.

Hintergrund zu Abschiebungen in Deutschland

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen bei Abschiebungen. Im vergangenen Jahr wurden 1.593 Abschiebungen mit Beteiligung der deutschen Bundespolizei abgebrochen, wie aus einer Antwort der deutschen Regierung auf eine Kleine Anfrage mehrerer Linken-Abgeordneter hervorgeht.

Insgesamt wurden im Vorjahr 22.787 Menschen von Deutschland abgeschoben, davon 19.987 über den Luftweg. Die Zahlen zeigen, wie häufig Abschiebungen durchgeführt werden, aber auch wie oft sie scheitern. Der aktuelle Vorfall unterstreicht die Risiken, die mit solchen Transporten verbunden sind.