Ryanair-Chef Michael O'Leary hat die österreichische Regierung und den Flughafen Wien erneut aufgefordert, die Flugverkehrsabgabe zu senken und Wachstumsanreize zu schaffen, andernfalls droht die Airline mit weiteren Kürzungen ihres Angebots.

Forderungen nach Steuerreform und Wachstumsanreizen

Ryanair pocht auf eine grundlegende Änderung der österreichischen Luftfahrtpolitik. Insbesondere die Flugverkehrsabgabe von zwölf Euro sei dem Unternehmen ein Dorn im Auge, wie O'Leary betonte. "Wir fordern Bundeskanzler (Christian, ÖVP, Anm.) Stocker und Verkehrsminister (Peter, SPÖ, Anm.) Hanke erneut auf, ihre gescheiterte Hochsteuerpolitik aufzugeben", sagte O'Leary am Dienstag in Wien. Die Airline fordert nicht nur eine Senkung der Abgabe von 12 auf 8 oder 10 Euro, sondern auch eine Reduzierung der Flugsicherungsgebühren um mindestens 50 Prozent.

Zudem verlangt Ryanair vom Flughafen Wien die Wiedereinführung früherer Wachstumsanreizprogramme. Ohne diese Maßnahmen drohe Österreich im internationalen Luftverkehr zurückzufallen, warnte O'Leary. Als positives Beispiel nannte er den slowakischen Flughafen Bratislava, der "wie eine Rakete" wachse. Voraussetzung für ähnliches Wachstum in Österreich sei jedoch eine wettbewerbsfähige Kostenbasis, wie sie derzeit in der Slowakei, Albanien und einigen italienischen Regionen gegeben sei.

Drohungen und Konsequenzen

Sollten die Forderungen nicht erfüllt werden, kündigte Ryanair indirekt weitere Kürzungen des Flugangebots ab Wien an. Bereits jetzt hat die Airline die Zahl der in Wien stationierten Flugzeuge von 19 auf 14 reduziert und die angebotenen Routen von 82 auf 73 verringert. "Andernfalls ist es unvermeidlich, dass Österreich weiterhin Flugzeuge, Strecken, Passagieraufkommen und Arbeitsplätze an kostengünstigere Länder verlieren wird", so O'Leary.