NATO-Generalsekretär Mark Rutte sieht keine Anzeichen dafür, dass die Vereinigten Staaten das transatlantische Bündnis verlassen werden, trotz jüngster Kritik von US-Präsident Donald Trump an einigen Mitgliedsstaaten.

Rutte äußert Zuversicht

"Ich sehe nicht, dass die USA die Nato verlassen werden", sagte Rutte in einer Stellungnahme am 18. April 2026. Seine Aussage basiert auf Gesprächen mit hochrangigen Vertretern der US-Regierung, darunter auch ein Treffen mit Trump im Weißen Haus etwa zwei Wochen zuvor. Rutte betonte die Bedeutung der USA für die Sicherheit Europas, insbesondere durch die nukleare Schutzgarantie der NATO.

Der NATO-Generalsekretär zeigte Verständnis für die Frustration Trumps über einige Bündnispartner. "Und ich verstehe seine Frustration", räumte Rutte ein. Der US-Präsident hatte zuvor mehrfach kritisiert, dass bestimmte NATO-Mitglieder nicht ausreichend zur gemeinsamen Verteidigung beitragen, insbesondere im Kontext des Konflikts mit Iran.

Politische und rechtliche Hürden

Ein Austritt der USA aus der NATO wäre kein einfacher Prozess. Laut Experten müsste der US-Senat einem solchen Schritt mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Diese hohe Hürde macht einen abrupten Rückzug unwahrscheinlich, selbst wenn der Präsident entsprechende Absichten äußert.

Rutte nutzte die Gelegenheit, um auf die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Verteidigungsindustrie hinzuweisen. Er forderte die Mitgliedsstaaten auf, ihre militärischen Kapazitäten auszubauen, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern. Dies sei nicht nur im Interesse Europas, sondern stärke auch das Bündnis als Ganzes.