Ein russisches Gericht hat den Kreml-Kritiker und Yabloko-Politiker Lew Schlosberg zu 11 Jahren Haft verurteilt, weil er öffentlich gegen den Krieg in der Ukraine opponiert hatte. Seine Partei verurteilte das Urteil als politisch motiviert und kündigte Berufung an.

Das am Freitag in Russland verkündete Urteil löste sofortige Kritik von Schlosbergs Yabloko-Partei aus. Die Partei bezeichnete das Strafmaß als „brutal" und erklärte, es sei wegen „Liebe zum Mutterland und Aufrufen zu einem Waffenstillstand" verhängt worden. In einer Erklärung auf Telegram teilte die Partei mit, Schlosberg werde Berufung gegen das Urteil einlegen – ein Signal für einen Rechtsstreit, der sich in einem als kremltreu geltenden Justizsystem über Monate hinziehen könnte.